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Ukraine-KriegFür Russland strategisch wichtige Brücke zerstört

Ukraine-Krieg / Für Russland strategisch wichtige Brücke zerstört
Aufnahme von der Antoniwka-Brücke vom 21. Juli: Mittlerweile soll die für den russischen Nachschub in der Region Cherson wichtige Brücke derart zerstört sein, dass sie von den russischen Besatzungsmächten gesperrt wurde Foto: AFP/Stringer

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Zwei Brücken gab es im russisch besetzten Gebiet der Südukraine über den ukrainischen Hauptfluss Dnipro. Nach einem gezielten Raketenschlag der ukrainischen Armee gegen die Besatzer verbleibt nur noch eine.

Am frühen Mittwochmorgen wurde die strategisch wichtige Antoniwka-Brücke in Cherson so stark beschädigt, dass sie unpassierbar wurde. Damit bleibt den Besatzern nur noch die schwierige Überfahrt über die Staumauer des Flusskraftwerks von Nowa Kachowka, 40 Kilometer nördlich.

Dies ist der bisher größte Erfolg der ukrainischen Armee bei den Anfang Juni von Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj befohlenen Vorbereitungen für die Rückeroberung der Oblast Cherson mit der gleichnamigen Hafenstadt. Die Brücke sicherte den aus der 2014 annektierten Halbinsel Krim anrückenden russischen Truppen Anfang März die rasche Eroberung der 250.000 Einwohner zählenden Stadt und den Weitermarsch im Westen der Oblast bis auf fünf Kilometer an die Hafenstadt Mykolajew auf dem Weg nach Odessa.

Neben der Antoniwka-Straßenbrücke wurde am Mittwoch die parallel verlaufende Eisenbahnbrücke von den Ukrainern beschädigt. Videoaufnahmen von Einwohnern des besetzten Gebiets vom Mittwoch zeigen die großen Schäden. Die Brücke steht zwar noch, doch im Asphalt klaffen große Löcher, durch die die Autos in den Dutzende Meter tiefer liegenden Fluss Dnipro fallen können. Die Zerstörung der wichtigen Brücke wurde am Mittwoch selbst vom russischen Vize-Stadthalter in Cherson, Kyrill Stremoussow, bestätigt. „Die Brücke ist ab sofort für den Verkehr geschlossen“, verkündete der pro-russische Ex-Blogger in einer Videobotschaft.

Der Erfolg der ukrainischen Armee ist auf den Einsatz der erst vor kurzem von den USA gelieferten HIMARS-Mehrfachraketenwerfer zurückzuführen. Solche hochmodernen Präzisionswaffen fehlten den Ukrainern bisher. Zu den ersten paar sehr teuren US-Raketensystemen sollen sich laut Willen des US-Kongresses bald 30 weitere gesellen.

Die eigentliche Rückeroberung der Oblast Cherson, die im Süden direkt an die schon seit acht Jahren besetzte und inzwischen hoch militarisierte Halbinsel Krim grenzt, hat damit laut Kiew noch nicht begonnen. Selenskyj sagte erst Anfang der Woche, die Gegenoffensive werde erst in drei bis sechs Wochen starten. „Der Krieg tritt bald in die entscheidende Phase“, sagte der beliebte Politiker in einer seiner abendlichen Ansprachen an die Nation.

Bisher ist es den Ukrainern erst gelungen, ein paar Dörfer ganz im Westen der Oblast zurückzuerobern. In einem wochenlangen Kleinkrieg drängten sie die russische Front immerhin bis zu 20 Kilometer nach Osten zurück. Dabei nutzen die Ukrainer die Konzentration der russischen Armee auf die „Schlacht um den Donbass“, das rund 500 Kilometer östlich gelegene Kohlegebiet.

Kohlekraftwerk umzingelt

Auch am Mittwoch wurde an beiden Fronten heftig gekämpft. Im Süden der Ukraine versuchten die Russen, ihre Anfang März besetzten Dörfer westlich von Cherson zu verteidigen. Im Donbass rückten sie auf mehreren Achsen auf das noch von Kiew kontrollierte Verwaltungszentrum Kramatorsk im Nord-Donbass vor. Dabei wurde die ukrainische Industriestadt Awdijewka heftig beschossen. In Bachmut wurden ein Hotel und ein Wohnblock von russischen Raketen getroffen. Bis Mittwochabend waren zwei zivile Opfer zu vermelden. An der Grenze zur fast vollständig von den Russen eroberten Oblast Luhansk wurde das Kohlekraftwerk von Wulehirsk von russischen Truppen umzingelt. Das Kiewer Verteidigungsministerium gestand am Mittwoch an diesem Brennpunkt im Donbass erstmals Gebietsverluste ein.

Fast unbemerkt von diesen blutigen Kämpfen wählte die Werchowna Rada in Kiew, das ukrainische Einkammer-Parlament, den Selenskyj-Getreuen Andrei Kostin aus Odessa zum neuen Oberstaatsanwalt. Seine Vorgängerin Iryna Wenediktowa war von Selenskyj in der Vorwoche zusammen mit dem Geheimdienstchef wegen Verrats entlassen worden. Vorgeworfen hatte man den beiden unter anderem ausgerechnet die Instandhaltung der Antoniwka-Brücke in den ersten russischen Invasionstagen ab 24. Februar. Die Brücke sollte eigentlich damals gesprengt werden, um den russischen Vormarsch zu stoppen.

christian Troyer
28. Juli 2022 - 8.34

Komisch...man hört nie welche für Ukrainer wichtigen Stützpunkte zerstört wurden. Naja, billige Kriegspropaganda halt..nur damit niemand auf die Idee kommt dass die Waffenlieferungen an die Ukraine totaler Unsinn sind.