Das Schausteller- und Wandergewerbe ist in Lionels Familie Tradition. Genauer gesagt seit vier Generationen. Mit 83 Jahren sei sein Großvater heute noch täglich in seinem Lunapark im Süden von Frankreich in der Region um Montpellier tätig. Auch seine Onkel und Cousins würden zu der großen Familie von Schaustellern gehören, wie uns der „Chef“ des Gravity verrät.
Wir wollten wissen, was ihn eigentlich nach Luxemburg geführt hat. Auf diese Frage hin breitet sich auf seinem Gesicht ein breites Lächeln und Strahlen aus, seine Körpersprache verrät uns seine riesige Freude.
„In unserer Familie haben wir oft von der Schobermesse in Luxemburg gehört. Viele Schausteller erzählten uns von dieser riesigen Kirmes. Jeder in unserer Familie hegte den Wunsch, einmal auf der Schobermesse zu gastieren, jahrelang. Aber sie hatten nie das nötige Glück, die Standplätze waren immer vergeben.“
Doch dieses Jahr gingen der Familientraum und Lionels persönlicher Traum in Erfüllung: „Ich habe es geschafft! Meine Kandidatur mit dem Gravity, einer Neuheit, wurde von der Stadtverwaltung angenommen.“
Von der Schobermesse sei er mehr als begeistert. „Nicht nur wegen der hohen Besucheranzahl, sondern vor allem wegen des Ambientes.“ Diese Kirmes sei einzigartig. „Man spürt trotz der Größe den familiären und freundschaftlichen Geist unter den Menschen“, berichtet Jeru. In Frankreich kenne man dieses Ambiente nicht so sehr, es herrsche auch weniger Disziplin unter den Gästen, sagt der Schausteller.

Technisch genauestens überwacht
Trotz der Strapazen während der Reisen und eines Fulltime-Jobs würde Lionel nie seinen Beruf aufgeben wollen. „Das liegt im Blut, in der Familie, man bereitet anderen Menschen Spaß und Freude. Das findet man nirgendwo anders, auch wenn der Job hart ist“, betont der Betreiber des Gravity. Apropos Familie: Seine Frau und die beiden Kleinkinder seien jeden Tag ab 15 Uhr mit von der Partie, wenn am Gravity die Fahrgäste so richtig durchgeschüttelt werden und Anziehungskräfte von 3,5 bis 4 G erfahren.
Man bereitet anderen Menschen Spaß und Freude. Das findet man nirgendwo anders, auch wenn der Job hart ist
Morgens gegen 10 Uhr beginnt der junge Mann mit seiner Arbeit. Zuerst werde alles gereinigt. Dann gehe es an die Wartung. Das Getriebe, die Hydraulik und die Motorenteile werden gewartet und geschmiert, alle Sicherheitsmechanismen werden genauestens überprüft. Unterstützung liefert dabei ein kleiner Computer, über den Lionel das Fahrgeschäft steuert. Jeder Sicherheitsbügel melde individuell seinen Status an die digitale Schaltzentrale. Beim geringsten Fehler lasse sich das Spiel nicht starten, berichtet der 28-Jährige. Die Sicherheit wird großgeschrieben. Dazu trage wesentlich das Computersystem bei, das mit unzähligen Sensoren das gesamte Gravity überwache.

Gegen 12 Uhr ist es dann so weit, die Kasse öffnet, die ersten Fahrgäste kommen. Bis um 1 Uhr nachts geht es rund. „Das sind lange Stunden, aber sie vergehen wie im Flug“, so Lionel Jeru zum Abschluss unseres Gesprächs. Er hoffe, auch im kommenden Jahr wieder ein Teil der Schobermesse zu sein.

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