Freitag2. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

BrüsselEine ungewöhnliche Geberkonferenz sammelt Geld für den Kampf gegen Corona ein

Brüssel / Eine ungewöhnliche Geberkonferenz sammelt Geld für den Kampf gegen Corona ein
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nahm mit Außenminister Jean-Yves le Drian (M.) im Pariser Elysée-Palast an der internationalen Geberkonferenz teil. Paris steuert 500 Millionen Euro für die internationale Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus bei. Foto: dpa/AP/POOL Reuters/Gonzalo Fuentes

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Der Kampf gegen die Corona-Krise geht in eine neue Phase. Nach einer Welle des Nationalismus und Protektionismus, die auch die 27 EU-Länder auseinanderdividiert hat und zu Spannungen mit den USA und China führte, wirbt die EU-Kommission nun für eine globale und solidarische Antwort auf die verheerende Pandemie.

„Wir müssen die Welt zusammenbringen, um das Virus zu besiegen“, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zum Auftakt einer internationalen Geberkonferenz am gestrigen Montag in Brüssel. Die ungewöhnliche Online-Tagung soll mindestens 7,5 Milliarden Euro für die Entwicklung eines Impfstoffes eintreiben.

Die EU-Kommission hat bereits eine Milliarde Euro zugesagt, Deutschland will 525 Millionen Euro zuschießen. Die „Global Response“ genannte Initiative sei ein „Signal der Hoffnung in schwierigen Stunden für viele Länder“, sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in Berlin. Vor allem Afrika brauche dringend Hilfe.
Auch Frankreich, Großbritannien, die Türkei, Australien und China haben sich an der Initiative beteiligt. Sogar Saudi-Arabien ist als Vorsitzland der G-20-Gruppe mit dabei. Prominente wie die Violinistin Anne-Sophie Mutter oder der Fußball-Coach José Mourinho warben für die Konferenz.

Schon jetzt wird nach Angaben der EU-Kommission an mehr als 70 möglichen Impfstoffen geforscht. Mindestens drei Produkte werden klinisch getestet. Doch die „Global Response“ will weiter gehen – und sicherstellen, dass der Impfstoff nicht nur einzelnen Ländern oder Konzernen zugutekommt, sondern allen. Es gehe um einen „Impfstoff von der Welt für die Welt“, heißt es in Brüssel.

Allerdings gleicht der Weg zu einem Impfstoff bisher mehr einem rücksichtslosen Wettlauf um die globale Vorreiterrolle als einem solidarischen Marathon, wie ihn sich von der Leyen wünscht. Vor allem die USA stellen sich der „Global Response“ der Europäer in den Weg. US-Präsident Donald Trump hat bereits ein eigenes, nationales Programm gestartet. Damit wolle er einen Impfstoff in „Warp-Geschwindigkeit“ entwickeln und möglichst schon vor Jahresende bereitstellen, sagte Trump. Europa und der Rest der Welt könnten dabei den Kürzeren ziehen, so die Sorge in Brüssel.

„Epizentrum der Solidarität“

Er sehe „die Gefahr, dass Donald Trump das Prinzip ,America first‘ durchsetzt“, warnt der EVP-Europaabgeordnete Peter Liese. Demgegenüber will die EU erreichen, dass die ganze Welt von einem neuen Impfstoff profitiert. „Wir verpflichten uns dazu, ihn für alle verfügbar, zugänglich und erschwinglich zu machen“, heißt es in einem Appell.

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg – und es ist unklar, ob die EU-Kommission dabei der richtige Wegweiser ist. Leise Kritik kommt etwa von den Vereinten Nationen. Nötig sei das größte öffentliche Gesundheitsprogramm der Geschichte, erklärte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres. Die 7,5 Milliarden Euro aus Brüssel seien ein guter Start. „Aber um jeden überall zu erreichen, werden wir wahrscheinlich fünf Mal so viel brauchen“, betonte Guterres. Insgesamt gehe es um rund 40 Milliarden Euro.

Dass noch viel mehr Hilfe gebraucht wird, ist auch Kommissionschefin von der Leyen bewusst. Die Brüsseler Konferenz sei nur der Auftakt zu weiteren, weltweiten Bemühungen, sagte sie. Ihre Behörde wolle das Geld nicht selbst ausgeben, sondern nur verbuchen und danach an die richtigen Stellen weiterleiten. Die Kommissionspräsidentin hatte im April erstmals Fehler im Umgang mit der Corona-Krise eingeräumt. So habe die EU dem besonders betroffenen Italien zunächst zu wenig geholfen. Seither habe sich Brüssel aber zum „Epizentrum der Solidarität“ entwickelt. Mit der Geberkonferenz wollte von der Leyen diesen neuen, globalen Anspruch bekräftigen.

Père Duchesne
5. Mai 2020 - 9.45

Mr.le Président. Confinez au sol votre force de frappe aérienne pour le reste de l'année et investissez cette somme (énorme)dans la recherche et dans vos hopitaux.