Die Rose stehe nicht nur als Erinnerung an die grausigen Zeiten des Zweiten Weltkrieges und die Opfer des Generalstreiks vom 31. August 1942, so Schöffe Patrick Comes in seiner Ansprache. Die Rose erinnere auch an den Wiederaufbau der Stadt Wiltz. Es sei der Wiltzer Fotograf Tony Mander gewesen, der zusammen mit seinen Freunden ein Ginsterfest ins Leben rief. Die erste Auflage dieses Festes, das bis heute gefeiert wird, fand am Pfingstmontag 1948 statt. Es sei dies das erste Fest nach Kriegsende gewesen, das die Menschen aus Wiltz wieder vereint und einige fröhliche Stunden ermöglicht habe.
Es sollte nicht lange dauern, bis das kulturelle Leben in Wiltz eine Kehrtwende erlebte. Mehrere engagierte Wiltzer Bürger gründeten 1953 das „Festival de Wiltz“. Das erste Theaterstück, das im Rahmen des Festivals aufgeführt wurde, war „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal. 1954 gab Fernand Koenig sein erstes Konzert und übernahm 1957 die künstlerische Leitung des Festivals. Anfangs nur dem Theater verbunden, wurde das Programm im Laufe der Jahre erweitert. Musik in all ihren Formen sowie Tanz, Opern und Musicals standen auf dem Spielplan. Zahlreiche Weltstars traten auf der Bühne des Amphitheaters auf und trugen dazu bei, dass das „Festival de Wiltz“ schnell einen hohen Stellenwert im kulturellen Leben einnahm. Das Festival ist auch heute noch bis weit über die Grenzen hinaus bekannt.

Vom Krieg zur ersten Wallfahrt
Die dritte Veranstaltung, mit einem religiösen Hintergrund, ist die Wallfahrt zu der Muttergottes von Fatima in Wiltz. Die heute von über 20.000 Portugiesen besuchte Pilgerstätte in Wiltz hatte ihren Ursprung bereits 1942. Damals kam die Idee auf, am Jahrestag der Marienerscheinungen von Fatima ein Heiligtum zu Ehren der Madonna von Fatima in Wiltz zu errichten. Doch daraus wurde vorerst nichts. Am 13. Januar 1945 stand während der blutigen Ardennenoffensive die Evakuierung der Bevölkerung bevor.

Im Keller des Pfarrhauses unterschrieben zehn Erwachsene in Gegenwart von Dechant Prosper Colling das feierliche Gelübde zur Errichtung des Heiligtums, falls man die Bombenangriffe überlebte. Ende 1945 begannen die Vorbereitungen zum Bau dieser Gedenkstätte. Zwei Jahre später kam eine Statue aus Portugal nach Wiltz. Nach weiteren vier Jahren, 1952, wurde die Gedenkstätte mit besagter Muttergottes von Fatima feierlich eingeweiht. Es dauerte aber noch bis 1968, als die erste inoffizielle Wallfahrt der eingewanderten portugiesischen Bürger nach Wiltz stattfand. Seit 1969 pilgern die Portugiesen zur Muttergottes nach Wiltz.
Claudine Als, Vorsitzende von „Patrimoine Roses pour le Luxembourg“, ging in ihrer Rede auf die bedeutenden Momente der Wiltzer Geschichte ein. Sie unterstrich dabei die Wichtigkeit des Generalstreiks vom 31. August 1942 und erinnerte kurz vor dem 80. Jahrestag an die Opfer und jene sechs Wiltzer Bürger, die von den Nazischergen verhaftet und kurze Zeit später erschossen wurden.

In ihrer Ansprache hob die Vorsitzende der Rosenvereinigung die Symbolik der Rose als Zeichen der Resilienz hervor. Obwohl die Menschen damals wussten, dass sie ihr Leben durch die Beteiligung am Streik gefährdeten, ließen sie sich nicht davon abhalten, für ihre Freiheit zu kämpfen, so die Rednerin.
Im Anschluss an die Ansprachen stellte Norbert Maes, Vorsitzender des „Cercle philatélique Sophia Wiltz“, eine Briefmarke zum Anlass der Rosentaufe vor. Diese Sondermarke und auch der Sonderstempel der Luxemburger Post werden noch lange Jahrzehnte ein wichtiger, wenn auch stummer Zeitzeuge der Rosentaufe bleiben, so der Philatelist.

Bezugsquellen
Die Rose kann zum Preis von 25 Euro bei der Vereinigung „Patrimoine Roses pour le Luxembourg“ erworben werden. Per E-Mail an [email protected], per Telefon unter der Nummer 661 552 013 oder auf patrimoine-roses.lu. Ein Kleinbogen mit jeweils acht Briefmarken sowie philatelistische Belege sind beim „Cercle philatélique Sophia Wiltz“ erhältlich. Kontakt: [email protected] oder unter www.philatelie.lu.
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