Was die Erde konkret plagt, konstatieren auch immer mehr Beobachter bei denjenigen, die den Planeten (und seine Bewohner) eigentlich aus der Not helfen sollten: heiße Luft. Denn vieles, was auf früheren Konferenzen vollmundig beschlossen wurde, wurde bis heute nicht entsprechend umgesetzt – und besonders die Konferenz von Glasgow im vergangenen Jahr gilt als Debakel, das sich auf keinen Fall wiederholen darf.
Dass Al Gore in Ägypten zugibt, alle dort Anwesenden hätten „ein Glaubwürdigkeitsproblem“, stößt auch bei Luxemburger Beobachtern nicht auf Widerspruch: „Die COP26 war etwas enttäuschend, weil dort viele Reden gehalten wurden, das Konkrete aber oft abgeschwächt wurde“, findet etwa Christophe Murroccu, der beim „Mouvement écologique“ (Méco) die Politik zum Klimaschutz im Auge behält. Als Mitglied von „Friends of the Earth“, einem internationalen Zusammenschluss von Umweltschutzorganisationen, ist „Méco“ auch, indirekt, bei der COP27 vertreten. Im Gespräch mit dem Tageblatt nennt Murroccu als Beispiel für das Scheitern der Vergangenheit den erfolgreich torpedierten schrittweisen Kohleausstieg: aus dem „phase out“ aus der Technologie wurde auf Bestreben Indiens nur ein „phase down“.
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