AY.4.2 ist in Luxemburg – und offenbar schon seit spätestens Anfang Oktober. Das geht aus dem Revilux-Bericht des Luxemburger Nationallabors hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde. AY.4.2 ist eine Linie der Delta-Variante des Coronavirus. Sie steht unter dem Verdacht, noch infektiöser zu sein als die ursprüngliche Delta-Variante – und wird deshalb auch „Delta plus“ genannt. Das LNS hat AY.4.2 in einem Corona-Test aus der Kalenderwoche 40 (4. bis 10. Oktober) festgestellt. Insgesamt wurden aus jener Woche 318 Tests aus der repräsentativen Auswahl, die die Luxemburger Bevölkerung abbildet, sequenziert.
„Es gibt Anzeichen dafür, dass die Variante zehn Prozent ansteckender als die ursprüngliche Delta-Variante ist“, sagt Alexander Skupin, Wissenschaftler an der Universität Luxemburg und Mitglied der Covid-19-Taskforce, am Freitag gegenüber dem Tageblatt. Die Daten seien zwar noch nicht völlig belastbar, doch würde sich der Virus „wahrscheinlich“ schneller übertragen und so mittelfristig in Luxemburg ausbreiten. „Vorausgesetzt, davor taucht nicht noch eine andere Mutante wieder auf“, sagt der Forscher.
Erneuter Anstieg bei der Pandemiedynamik
Skupin und seine Kollegen haben am Freitagmorgen ihre aktualisierte Projektion für den Pandemieverlauf in Luxemburg veröffentlicht. Darin schreiben die Forscher: „Die Entwicklung dieser Woche zeigt erneut einen Anstieg bei der Dynamik der Pandemie.“ Der Siebentageschnitt des Reproduktionsfaktors sei auf 1,12 gestiegen. „Zusammen mit dem gleichbleibenden Anstieg bei den täglichen Fallzahlen weist das auf einen Trend zu einem epidemischen Wiederaufschwung hin.“ Wohlgemerkt: Der Fund von AY.4.2 in Luxemburg findet in dem Taskforce-Bericht noch keine Erwähnung – das Papier basiert auf Daten, die bis zum 27. Oktober verfügbar waren.
Skupin betont: „Meine Befürchtung ist, dass die vergangenen Wochen ein Vorspiel auf einen stärkeren Anstieg waren.“ Denn in den vergangenen Wochen habe das Forschungsteam einen linearen Anstieg der Fallzahlen beobachtet. Dieser entspreche „eigentlich“ einer exponentiellen Dynamik. Zwar gebe es im Augenblick noch kein schnelles Wachstum, jedoch könne sich das in der kommenden Zeit ändern. In diesem Fall würden die Infektionscluster irgendwann nicht mehr isoliert und die Infektionsketten nicht mehr zurückverfolgt werden können.
„Wir haben ein Auge darauf, wie sich die Infektionszahlen in den nächsten Wochen entwickeln werden“, sagt Alexander Skupin. Man werde vermutlich einen kleinen Effekt sehen. Er hoffe jedoch, dass die Infektionszahlen nicht wie vergangenen Herbst explodieren. „Wenn wir nach Belgien oder Deutschland schauen, sehen wir, dass das aber durchaus passieren kann“, erklärt der Forscher. „Jetzt haben wir wieder mehr Indoor-Aktivitäten, dadurch gehen die Menschen weniger auf Abstand und halten weniger die Hygienemaßnahmen ein.“
Dadurch, dass viele Menschen geimpft seien, erwartete er jedoch nicht, dass die drohende Welle „eine so hohe Amplitude“ wie vergangenes Jahr habe. „Wie sich das dann in den Krankenhäusern niederschlägt, hängt dann eben auch davon ab, wer sich infiziert“, sagt Skupin. Denn besonders ältere Menschen liefen Gefahr, stärkere Symptome zu entwickeln. „Im Augenblick gehen wir nicht davon aus, dass es zu einem Engpass im Gesundheitssystem kommt, da sich im Moment vor allem jüngere Jahrgänge anstecken.“ Da es aber vergangene Woche einen leichten Anstieg in der Alterskategorie der über 50-Jährigen gegeben habe, rät der Forscher älteren und vulnerablen Menschen, sich im Augenblick besonders vorsichtig zu verhalten.
Test aus der Kalenderwoche 40
Der Corona-Test, aus dem die AY.4.2-positive Probe stammt, wurde bereits in der Kalenderwoche 40 gemacht – also in der Woche vom 4. bis zum 10. Oktober – aber erst im LNS-Bericht von diesem Freitag gemeldet. Das liegt daran, dass das LNS im Rahmen seines „Sentinel“-Programms auch ältere Proben untersucht hat. „Frühere Fälle können durch rückblickende Analysen aktualisiert werden“, schreiben die Forscher.
Die Nachrichtenagentur dpa hat am vergangenen Donnerstag gemeldet, dass die Weltgesundheitsorganisation AY.4.2 „genauer im Blick“ behält. Auch die britische Regierung hat seit Mitte Oktober ein Auge auf der Delta-plus-Variante. Der Bayerische Rundfunk schrieb am Mittwoch: „In der ersten Oktoberwoche wurde die Variante Delta plus oder offiziell AY.4.2 nach Angaben der Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency bei knapp sechs Prozent der untersuchten Proben festgestellt. In den beiden Wochen davor lag der Anteil bei 3,8 beziehungsweise 5,2 Prozent.“ AY.4.2 wurde außerdem in Russland, den USA und Israel gefunden – und auch in Deutschland. Es hat ebenfalls Nachweise von AY.4.2 in Dänemark gegeben, wie die dpa meldet.
Zu Demaart
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So pessimistisch es klingen mag: Vielleicht wird es nie gelingen, das Virus zu besiegen bzw. wenigstens soweit zurückzudrängen, dass es keine weitreichende Bedrohung mehr darstellt? Wenn es noch ein paar Mal mutiert, und noch ansteckender und aggressiver wird - und gleichzeitig zunehmend immun gegen Impfungen - dann aber gute Nacht Menschheit.
Lasst euch impfen! Wenn es nicht hilft, schaden kann es trotzdem.
Höher, schneller, weiter! Auch das Virus macht den Größenwahn mit.Wird es sein Ziel den Bestand der Spezies Mensch zu reduzieren erreichen bevor die Menschen den Planeten zerstört haben??
Wenn die omega plus variante bis hier ist,dann bleibt keiner mehr hier zum kommentieren uebrig. Aber das wird noch 20 jahre dauern und bis dahin sind wir 50 mal geimpft.