Linda und Benoît Depaye versuchen seit einem Jahr, ein neues veganes Erlebnis in Luxemburg-Stadt zu etablieren – eine Küche mit traditionellen Gerichten vegan umzusetzen, ohne in Sachen Geschmack einzubüßen. Um das erste Jubiläum zu feiern, luden sie am 13. Mai zu einer Feier ein, bei der die Gäste ihre Gerichte kostenlos probieren konnten. Platz nehmen konnten die Besucher auf der Terrasse und in den zwei Etagen des Restaurants, wo selbstgemachte Sangria und Essen serviert wurde. Zwischen Lichterketten und Ballons konnten die Besucher das Ambiente von 17 Uhr bis zur Schließung des Lokals genießen.
„Die ersten Monate waren schwierig, da wir noch nicht viele Besucher hatten“, erzählt Linda Depaye dem Tageblatt. „Jedoch kommen die Besucher, die schon hier waren, oft wieder. Wir lernen jeden Monat dazu und hoffen, unsere Gerichte immer breiter gefächert anzubieten und verbessern zu können.“
Neben der Zubereitung der Gerichte in der Küche haben Linda und Benoît Depaye auch versucht, den Menschen draußen ihre Gerichte und das Konzept des Restaurants vorzustellen. Die angebotenen Gerichte waren alle Teil ihres festen Menüs, das sie in Form von kleinen Vorspeisen präsentiert haben. Neben Snacks konnten auch Desserts und verschiedene Kaffeesorten ausprobiert werden – allesamt natürlich vegan.


Das Konzept von „Snack in Joy“
Das Restaurant wurde vor einem Jahr vom Paar gegründet. Linda und Benoît hatten beide keine vorherigen Erfahrungen in der Gastronomiebranche, dafür aber ein klares Konzept im Kopf, das sie verwirklichen wollten: ein rein veganes Restaurant, wo der originale Geschmack der Gerichte das Hauptziel ist. „Wir haben zwei Jahre vor der Eröffnung des Ladens angefangen zu suchen, wie wir den originalen Fleischgeschmack durch Gewürze und verschiedene Lebensmittel reproduzieren können“, erzählt Linda Depaye dem Tageblatt. Selbst bezeichnen sich beide als zwei Entrepreneure, die drei Werte vertreten: „Eine traditionelle Küche, die vegan ist und Geschmack mit Köstlichkeit kombiniert.“

Linda und Benoît ernähren sich beide selbst vegan und hatten die Idee, ein veganes Restaurant zu eröffnen, da „viel industriell hergestelltes veganes Essen oft sehr wenig Geschmack hat und es auch nicht besonders viel Auswahl gibt“, erzählt Linda. Stattdessen möchten sie den Gästen eine breit gefächerte Auswahl an traditionellen Gerichten anbieten – darunter, Hamburger, Bouchée à la reine und Chili con Carne. Alle Gerichte werden mit Fleischimitat oder mit anderen Lebensmitteln ersetzt – je nachdem, was zum Rezept passt.

Bei „Snack in Joy“ kann man auch Essen bestellen. Das Restaurant arbeitet mit einem Lieferservice zusammen und liefert seine Gerichte tagsüber in einem Radius von bis zu fünf Kilometer Distanz aus. Abends liefert das Paar auch selbst – zu Haushalten, die bis zu 30 Kilometer entfernt sind.
Ein weiterer Aspekt ist Linda und Benoît sehr wichtig: der Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. So arbeiten sie zum Beispiel mit F4A, „food for all“, zusammen. Dabei handelt es sich um eine App, auf der alle Lebensmittel und Gerichte, die am Ende des Tages in Geschäften und Restaurants nicht verkauft wurden, abends für einen günstigeren Preis angeboten werden. „Das Essen kann nach dem Kauf auf der App im Geschäft selbst abgeholt werden“, erklärt das Paar.
Ein paar vegane Kochtipps vom Restaurant:
– Der rauchige Geschmack einiger Gerichte kommt von dem Räuchersalz, das wir benutzen. So kann auch der Geschmackseindruck von geräuchertem Fleisch nachgeahmt werden.
– Für Eiergeschmack hingegen setzen wir schwarzes Himalaya-Salz ein.
– Statt der Bindekraft eines Eis, benutzen wir gemahlene Leinsamen. Bei deftigen Speisen mit einem Salzzusatz, bei Süßen vermischt mit Kompott.
– Geschlagenes Eiweiß kann man durch aufgequirltes Aquafaba ersetzen. Das ist das dickflüssige Kochwasser von Kichererbsen, Bohnen und anderen Hülsenfrüchten.
Snack in Joy
25, Boulevard Royal
L-2449 Luxemburg
Tel.: +352 691 313 064
E-Mail: [email protected]
www.snackinjoy.com
Zu Demaart
Wer soll das noch verstehen? "... wie wir den originalen Fleischgeschmack durch Gewürze und verschiedene Lebensmittel reproduzieren können". Auch Veganer lieben also den Geschmack von Fleisch(?). Ich als leidenschaftlicher Fleischesser wäre zutiefst schockiert wenn mein geliebtes Fleisch nach Müsli schmecken würde. Brrrrr..