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GeschichteDas tragische Schicksal der Familie Löwenstein-Hartoch

Geschichte / Das tragische Schicksal der Familie Löwenstein-Hartoch
Foto von Erich Löwenstein auf seiner Anmeldeerklärung in Luxemburg-Stadt 1929 Foto: ANLux, J-108-0356754

Im September 1941 informiert die Gestapo im besetzten Luxemburg das Konsistorium über die bevorstehende Deportation nach Osten von über 300 Menschen, die aufgrund der Nazi-Rassengesetze als „Juden“ definiert wurden. 323 Männer, Frauen und Kinder werden schließlich gezwungen, am 16. Oktober 1941 am Bahnhof in Luxemburg-Stadt zu erscheinen, mit einem Koffer mit persönlichen Gegenständen und Nahrungsmitteln für drei Tage als einzigem Gepäck. Nach Mitternacht beginnt eine schreckliche Reise, welche am 18. Oktober ihr Ziel erreicht, den Güterbahnhof von Litzmannstadt im „Reichsgau Wartheland“ (die heutige Stadt Łódź in Polen). Zum 82. Jahrestag des ersten von sieben Deportationstransporten aus Luxemburg werden das „Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History“ (C2DH) und die „Fondation luxembourgeoise pour la mémoire de la Shoah“ im Rahmen des „Mémorial digital de la Shoah au Luxembourg“ (memorialshoah.lu) sämtliche Biografien dieser 323 Personen am 13. Oktober im Rahmen einer „Journée d’études“ im Kulturzentrum Abtei Neimënster vorstellen. Heute publizieren wir die Biografie von Erich, Berthe, Margot und Edith Löwenstein-Hartoch.

Erich Löwenstein, ein junger Kaufmann aus Mönchengladbach (damals München-Gladbach oder M.Gladbach), heiratete 1923 Berthe Hartoch aus Luxemburg. Im Jahr 1929 zog das Paar mit seinen Töchtern Margot und Edith von Mönchengladbach nach Luxemburg. In Luxemburg war Erich mit seinem Schürzengeschäft erfolglos und kehrte 1932 nach Deutschland zurück. Das Ehepaar trennte sich. Erich wurde 1938 in Mönchengladbach verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert, wo er 1942 starb. Während Berthe in den 1930er-Jahren ihren Lebensunterhalt als Geschäftsführerin und dann als Angestellte bei der Banque Levy verdiente, wurde sie kriegsbedingt arbeitslos. Am 16. Oktober 1941 wurden Berthe und ihre Töchter von Luxemburg aus in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Berthe und Edith wurden in Chełmno umgebracht, während Margot in Litzmannstadt starb.

Frühe Jahre (1899-1929)

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