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Claude Gleis über eine mögliche Dreier-Fusion: „Im Idealfall bei den nächsten Kommunalwahlen“

Claude Gleis über eine mögliche Dreier-Fusion: „Im Idealfall bei den nächsten Kommunalwahlen“

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Die Gemeinden Erpeldingen an der Sauer, Ettelbrück und Schieren möchten gemeinsame Sache machen und Sondierungen für eine eventuelle Fusion aufnehmen. Am 12. September sollen die jeweiligen Schöffenräte nun grünes Licht von ihren Ratsmitgliedern bekommen, um Gespräche in diese Richtung zu führen. Das Tageblatt unterhielt sich im Vorfeld mit dem Bürgermeister von Erpeldingen an der Sauer.

Von Olivier Halmes

Tageblatt: Vor zwei Jahren hat sich der Erpeldinger Gemeinderat in einer Erklärung für eine gemeinsame Fusion aller sechs „Nordstad“-Gemeinden starkgemacht. Nun stehen Fusionsgespräche von lediglich drei Gemeinden im Raum. Wie kommt es zu diesem Sinneswandel?
Claude Gleis: Nach den Kommunalwahlen vom vergangenen Herbst wurde in den beiden Schöffenrätserklärungen von Ettelbrück und Erpeldingen an der Sauer klar zum Ausdruck gebracht, man sei gewillt, in Richtung einer eventuellen Fusion der Gemeinden zu gehen. Diekirch stand der Angelegenheit hingegen weniger aufgeschlossen gegenüber. Ich denke auch, dass eine Riesenfusion von fünf bis sechs Gemeinden in einem Zuge schwierig umzusetzen ist.

Es ist als ein erster Schritt zu verstehen, den die drei Gemeinden nun wagen möchten. Wie wollen Sie den Stein ins Rollen bringen?
Das ist uns scheinbar schon gelungen, wenn ich die Reaktionen aus der Bevölkerung und in der Presse nach der Ankündigung richtig deute. Wir möchten jetzt erst einmal zu dritt versuchen, in Gesprächen die Vor- und Nachteile einer Fusion auszuloten.
Ich sage zu diesem Augenblick vielleicht etwas zu viel. Unser Nachbar Diekirch hat jetzt ebenfalls anklingen lassen, nicht abgeneigt zu sein. Ich hoffe es jedenfalls. Für mich ist weiterhin das Ideale eine Fusion von fünf bis sechs Gemeinden, keine nur zu drei.

Die Tür in Richtung Diekirch ist also nicht zu. Der Gedanke einer gemeinsamen „Nordstad“ ist nicht gestorben. Ist das richtig?
Die Tür steht auf alle Fälle weiterhin für alle „Nordstad“-Gemeinden offen. In der gemeinsamen Absichtserklärung von Ettelbrück, Schieren und Erpeldingen an der Sauer wird jedenfalls ganz klar darauf hingewiesen. Ein Sonderfall ist jedoch Colmar-Berg, da diese Gemeinde nicht im Norden, sondern im Wahlbezirk Zentrum liegt. Ein Umstand, auf den ich auch Innenminister Dan Kersch hingewiesen habe. Aus diesem Grund ist eine Fusion mit Colmar-Berg zum jetzigen Zeitpunkt (noch) nicht möglich.

Warum im ersten Anlauf Fusionsgespräche mit Ettelbrück und nicht Diekirch?
Ganz einfach, weil Ettelbrück offener als Diekirch für diese Idee ist. Wie gesagt, ideal wäre es, Gespräche mit den beiden Gemeinden zu führen. Jahrelang ist
den Kommunalpolitikern in der „Nordstad“ vorgeworfen worden, sie würden nicht genügend an einem gemeinsamen Projekt arbeiten. Nun, wo der Stein mit dem Wunsch nach Fusionsgesprächen am Rollen ist, geht es manchen zu schnell. Es sind positive, jedoch auch negative Stimmen zu hören. Eine Frage aus der Bevölkerung ist, wie eine kleine Gemeinde wie Erpeldingen gegenüber einer großen wie Ettelbrück im Falle einer Fusion dastünde. Die Vor- und Nachteile für Erpeldingen werden jedenfalls gründlich analysiert.

Wo liegen die Vorteile einer Fusion?
Wir müssen auf Landesebene größeres Gewicht gegenüber den Südgemeinden des Landes bekommen. Idealerweise mit einer Fusion aller sechs „Nordstad“-Gemeinden. Dies ist an erster Stelle zu nennen. Zweitens, die Gemeinde Erpeldingen liegt zwischen Diekirch und Ettelbrück und spielt wegen ihrer zentralen Lage und des großen Entwicklungspotenzials eine wichtige Rolle.

Die Bevölkerungszahlen in der Gemeinde werden sich in den nächsten Jahren sozusagen verdoppeln. Ich hege jedoch die Befürchtung, dass Erpeldingen mit seinem Gemeindedienst und seiner Verwaltung die Herausforderungen nicht alleine stemmen kann. Eine Fusion könnte uns jedoch in die Lage bringen, Personal wie zum Beispiel einen Juristen oder einen Urbanisten einzustellen, um für die Zukunft besser aufgestellt zu sein. Es scheint überall Konsens zu bestehen, dass die „Nordstad“ zu einem großen Entwicklungspool des Landes reifen soll. Daher muss sich die Region besser aufstellen: mit einer Fusion der betroffenen Gemeinden.

Wie geht es nun weiter? In welchem Zeitszenario bewegen wir uns für eine mögliche Fusion?
Wir werden in den nächsten Monaten das Terrain für eine Fusion sondieren. Der Idealfall wäre eine Gemeindefusion bei den kommenden Kommunalwahlen im Jahr 2023. Ich kann nicht versprechen, ob es uns bis dahin geglückt sein wird. Es sind noch viele Fragen zu klären und es müssen noch viele Diskussionen geführt werden, ehe es so weit ist.