Groß war die Gästeschar, die Direktorin Michèle Silbereisen-Schmitz bei strahlendem Sommerwetter auf dem Schulhof begrüßen konnte. Unter ihnen „Député-maire“ Léon Gloden nebst Schöffen- und Gemeinderat, Regionaldirektor Joa Baum, Pierre Reding in Vertretung von Minister Claude Meisch, der einer Chamber-Sitzung den Vortritt lassen musste, und natürlich alle Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der Schule.
Léon Gloden gab in seinem Grußwort eine kurze Retrospektive auf die Geschichte der „Maacher Schoul“. Waren vor 100 Jahren die Grundschulen in den Dörfern des Großherzogtums zumeist relativ klein, stach das Schulgebäude in der „Moselmetropole“ doch heraus – daher auch die eingangs erwähnte Bezeichnung „Maacher Schoulpalast“. Gebaut zwischen 1919 und 1921, kostete das Projekt seinerzeit 2 Millionen Luxemburger Franken und wurde am 5. November 1922 feierlich seiner Bestimmung übergeben.
„Generationen von Schulkindern haben hier in den 100 Jahren die für das spätere Leben so wichtige Schulbildung erfahren“, so Gloden in seinen Ausführungen. „Sie diente allerdings auch lange Zeit der Dorfgemeinschaft in anderer Funktion. So fand hier von 1925 bis 2002 der bekannte ,Maacher Wäimoart‘ statt.“
Schulisches Leben im Herzen der Stadt
Gloden dankte sowohl den Lehrkräften aus den vergangenen Jahrzehnten als auch den aktuell 54 hier tätigen für ihr Engagement zum Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler. Zudem richtete er einen Blick in die Zukunft im Hinblick auf die Tatsache, dass die Schule im Zentrum der Stadt liegt und dass dies alltäglich eine Herausforderung für Anwohner und den nicht unerheblich vorbeifließenden Verkehr darstelle. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden jedoch hielten die Gemeindeverantwortlichen an der Strategie fest, die schulische Infrastruktur in der Stadt zu belassen. „Wir möchten das Schulleben weiterhin mitten im Stadtleben und nicht zuletzt mitten im kulturellen und gesellschaftlichen Leben von Grevenmacher“, so Gloden zum Abschluss seines Ausblicks.
Damit es den Gästen und auch ihnen selbst durch lange Reden nicht allzu langweilig wird, hatten sich die Schülerinnen und Schüler mit den für die einzelnen Klassen verantwortlichen Lehrkräften so einiges einfallen lassen. So wurde die Feierstunde u.a. von der neu ins Leben gerufenen Bläserklasse unter der Leitung von Marion Huss musikalisch umrahmt. Dazu unterhielten die Schulkinder die Gästeschar mit Sketchen wie dem legendären „28:7“ von Blödelbarde Otto Waalkes in luxemburgischer Sprache.
Michèle Silbereisen-Schmitz, seit 35 Jahren an der Schule tätig, gab zum Abschluss des offiziellen Festprogramms einen anderen Einblick in das Schulleben, in erster Linie aus früheren Zeiten. Die anwesenden Schulkinder staunten dabei nicht schlecht, als sie erfuhren, dass es früher im Keller des Gebäudes Duschen gab, wo die Kinder, die damals zu Hause noch kein Bad hatten, einmal pro Woche duschen konnten. Auch gab es in alten Zeiten keine gemischten Klassen: Mädchen wurden von der „Schouljoffer“ unterrichtet, die Jungen vom „Schoulmeeschter“. Und auch in den Pausen spielten die Kinder geschlechtergetrennt auf dem Pausenhof. „Damals gab es auch nur luxemburgische Kinder an der Schule. Heute ist die Schule Lehranstalt für Kinder aus fast 50 Ländern“, so die Direktorin. „Schätzt euch glücklich, Zugang zu Bildung zu haben, mehr als 100 Millionen Kinder weltweit genießen dieses Privileg nicht, respektiert gegenseitig eure Herkunft oder Hautfarbe, lernt voneinander.“
Zu einem Jubiläum gehört selbstredend auch eine Jubiläumstorte. Das süße Konditor-Meisterwerk wurde von den Ehrengästen angeschnitten und beim von der Gemeinde offerierten Ehrenwein genossen.
Während sich die Schülerinnen und Schüler bei der liebevoll aufgebauten „Schoulkiermes“ amüsierten, beschlossen die Ehrengäste die Feierstunde beim Rundgang einer kleinen Ausstellung im Konferenzsaal der Schule, bestückt mit alten Schulbüchern aus u.a. den 30er Jahren, säuberlich geführten Schulheften und alten Fotografien aus der langen Geschichte der Schule.


Zu Demaart
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