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Öffentlicher PersonennahverkehrDie Tücken des Umsteigens

Öffentlicher Personennahverkehr / Die Tücken des Umsteigens
Besonders Schüler und junge Menschen ohne Auto sind auf einen gut funktionieren öffentlichen Transport angewiesen Foto: Editpress-Archiv/Isabella Finzi

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Wer auf Bus und Bahn angewiesen ist, hat öfters mit den Tücken des öffentlichen Personennahverkehrs zu kämpfen. Hauptprobleme sind Verspätungen, gesperrte Strecken und mangelnde Umsteigemöglichkeiten. Klar ist, dass es mit den Öffis manchmal etwas länger dauert, andererseits ist es aber oft stressfreier. Es bleibt abzuwarten, wann aus guten Absichten eine vollumfängliche Alternative zum Auto wird. Erfahrungsbericht eines angehenden Primaners. 

Mit zunehmenden Forderungen von Klimaaktivisten und Beschwerden von Anwohnern der Ortschaften, die von Autofahrern als Durchfahrtswege in Richtung Grenze genutzt werden, steigt der Druck auf die Politik, den öffentlichen Transport zu stärken.

Als Schüler bin ich fast täglich mit Bus, Tram und Bahn unterwegs, dabei erlebe ich immer wieder diverse Unzulänglichkeiten für die bislang gescheiterte Mobilitätswende. Umso mehr freute ich mich auf die Gelegenheit, bei einem Pressetermin mit Verkehrsminister François Bausch über die aktuelle Lage der öffentlichen Verkehrsmittel reden zu können.

Misserfolge

Ein Beispiel für meine erlebten Misserfolge ist die Strecke von Mamer nach Düdelingen, die man mit dem Auto innerhalb von 35 Minuten zurücklegen kann. Mit den Öffis wurden daraus zwei Stunden und neun Minuten, was laut Verkehrsminister Bausch hauptsächlich an den Arbeiten auf der Zugstrecke im Bereich des Bettemburger Bahnhofs liegt. Ohne diese Baustelle sei die Strecke in anderthalb Stunden zurückzulegen. Also nur noch ca. dreimal so lange wie mit dem Auto. Ach, wie schön!

Aus mangelnden Alternativen und zugegeben etwas Neugierde machte ich mich auf den Weg. Von Mamer mit dem Bus zur Place de l’Etoile, von dort aus mit der Tram zum Hauptbahnhof. An dieser Stelle stand Bahnpersonal bereit, um die Menschen zu den bereitgestellten Busse zu leiten, die den Schienenverkehr in den Süden provisorisch ersetzen sollen. Am Bettemburger Bahnhof angekommen, stand anschließend nur noch eine elfminütige Fahrt mit dem Zug nach Düdelingen an. – Mit dem Auto hätte man in dieser Zeit fast in Brüssel sein können. 

Luxemburg hat europaweit mit Abstand die höchsten CO2-pro-Kopf-Emissionen im Straßenverkehr. Um diese zu senken und damit die ohnehin schon laschen Klimaziele zu erreichen, wäre eine Mobilitätswende nicht allzu ineffizient. Damit die Bevölkerung den Umstieg vom privaten Fahrzeug auf die umweltfreundlichere Option schafft, braucht es jedoch Alternativen, die funktionieren. Ein großer Schritt in diese Richtung sind vergleichsweise hohe Investitionen in den Schienenverkehr oder die Einführung des kostenlosen Nahverkehrs. Diese Änderungen haben jedoch nur einen begrenzten Nutzen, wenn wiederum ein funktionierendes Netz zur Anbindung der Dörfer untereinander fehlt. So muss man, um von Mamer zum Nachbarort Bridel zu gelangen, einen Bus in die Hauptstadt nehmen, um anschließend wieder mit einem Bus zurück in die Richtung zu fahren, aus der man eigentlich kam. Dadurch dauert die Reise mit dem Bus zwei- bis dreimal so lange wie mit dem Auto. Umsteigen muss man allerdings nur einmal. Na, das ist doch schon mal was!

Vorsichtiger Optimismus

Es ist eben vor allem das viele Umsteigen, das eines der größten Probleme des öffentlichen Transports ist, denn Bus, Tram und Bahn haben mal mehr, mal weniger Verspätung. Dies führt fast täglich dazu, dass man den Anschluss nicht rechtzeitig erwischt, was bei vielen Mitfahrern Frustrationen auslöst, die sich dann meistens am Fahrer entladen.

Minister Bausch versicherte mir in unserem Gespräch, bis 2035 ein funktionierendes Transportsystem fertiggestellt zu haben, das sich als Ziel setzt, jeden Ort zu erreichen, ohne mehr als einmal umsteigen zu müssen. Ein Beispiel dafür sei der Ausbau der Tram, die mit zusätzlichen Linien bis nach Esch fahren soll.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern das Vorhaben der Verkehrswende zu meistern ist. Ich sehe die Sache optimistisch, denn es kann nur besser werden!

rina
2. August 2022 - 23.28

@Jeff "gutt dass jiddfereen an dem schéinen Diddléng wunnt." Den Reklaméirer wunnt do an et ass him nach net gebroden.

Jemp
1. August 2022 - 18.17

Unser Blitzminister provoziert die Verspätungen im ÖT selbst, und zwar indem er die Leute mit Fahrrädern auf die Straße zwischen die Busse lockt, was erstens sehr gefährlich ist und zweitens die Busse und den übrigen Verkehr enorm behindert. Das dämliche Gesetz mit den 1,5 m Abstand verhindert nur allzu oft, dass Busse oder Laster die Störräder überholen können. Es ist ganz klar, dass die Beteuerungen des Blitzministers "er möchte für Mobilität sorgen" eine dreiste Lüge sind. Bis jetzt ist er nur der grünen Ideologie gefolgt, die ja bekanntlich eine maximale Einschränkung jeglicher Mobilität fordert.

Jeff
1. August 2022 - 12.45

@rina - gutt dass jiddfereen an dem schéinen Diddléng wunnt.

rina
1. August 2022 - 12.09

Ja, Düdelingen hat nur 4 Bahnhöfe und 2 Citybus-Linien, 2 Elektrobusse die jeweils in entgegengesetzter Richtung Bettemburg und Düdelingen und alle Industriezone darin verbinden, TICE Verbindung in den ganzen Süden... Eine Schande, wirklich.