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L’Escale In Esch gibt es jetzt eine Zuflucht für obdachlose Menschen mit chronischen Erkrankungen

L’Escale  / In Esch gibt es jetzt eine Zuflucht für obdachlose Menschen mit chronischen Erkrankungen
Auch Gesundheitsministerin Paulette Lenert (2.v.l.) und der Escher Bürgermeister George Mischo (2.v.r.) waren bei der Eröffnung anwesend  Foto: Editpress/Tania Feller

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Am Dienstag (19.7.) wurde in Esch in Anwesenheit von Gesundheitsministerin Paulette Lenert, Bürgermeister Georges Mischo, Dr. René Metz (Generaldirektor des CHEM) und Dr. Bernard Thill (Präsident von „Médecins du monde“) die Wohnstruktur „L’Escale“, eine Einrichtung für obdachlose Menschen mit chronischen Erkrankungen, eingeweiht. Träger des Projekts sind das Gesundheitsministerium, „Médecins du monde“ und das Escher Centre hospitalier Emile Mayrisch (CHEM).

In diesem Einfamilienhaus, welches kostenlos von der Escher Gemeinde zur Verfügung gestellt wird, werden zurzeit acht Personen ohne festen Wohnsitz und mit schweren chronischen Krankheiten medizinisch und sozial versorgt. Es handelt sich hierbei um Krankheiten, die es den Betroffenen nicht erlauben, weiterhin auf der Straße zu leben. Aufgenommen werden können bis zu zehn Personen. Betreut werden die Bewohner von Sozialarbeitern, Psychologen und Krankenpflegern. Medizinische Visiten finden einmal wöchentlich im Haus statt, dies größtenteils auf ehrenamtlicher Basis.

Begonnen hat alles mit dem Ausbruch der Pandemie. Schnell war klar, dass Menschen ohne Kranken- bzw. Sozialversicherung, ohne Wohnung und festes Einkommen, die mit chronischen Krankheiten leben, nicht weiter auf der Straße bleiben konnten. Solche Menschen haben, wenn sie krank sind, allergrößte Schwierigkeiten, angemessen medizinisch behandelt zu werden.

In diesem Haus ist „L’Escale“ untergebracht
In diesem Haus ist „L’Escale“ untergebracht Foto: Editpress/Tania Feller

Aufgrund nicht vorhandener Eintragungen bei den zuständigen Behörden (Melde- und Sozialamt bzw. Krankenversicherung), erhalten sie zwar in den Krankenhäusern eine Notversorgung, aber dann können sie weder länger stationär aufgenommen werden, noch können sie in Altersheimen oder anderen Strukturen untergebracht werden. So begann 2020 die große Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten im Land. Im Dezember stellte dann in Weiler-la-Tour eine Privatperson ein Haus zur Verfügung für die Betreuung pflegebedürftiger Obdachloser.

Dieses einzigartige Projekt begann mit achtzehn kranken Menschen, die in Luxemburg auf der Straße lebten und von der Struktur aufgenommen und versorgt werden konnten. Der Gesundheitszustand konnte sich bei einigen Patienten, dank adäquater Betreuung, so weit verbessern, dass eine erneute stationäre Aufnahme im Krankenhaus vermieden werden konnte. Die Escher Einrichtung arbeitet in engem Kontakt mit der derjenigen von Weiler-la-Tour zusammen. In Esch wird für die Aufnahme im „L’Escale“ ein medizinisches Gutachten erstellt, welches dann die Aufnahme der Pflegebedürftigen garantiert.

Insgesamt zehn Personen bietet das Haus ein Zuhause 
Insgesamt zehn Personen bietet das Haus ein Zuhause  Foto: Editpress/Tania Feller

Bei der Einweihung wurde noch einmal auf das große soziale Engagement der Gemeinde hingewiesen, die es innerhalb von drei Wochen schaffte, das Haus bewohnbar zu gestalten.

Kontakt: Médecins du monde, 5, rue d’Audun, L-4018 Esch-Alzette

Leila
22. Juli 2022 - 11.06

Es freut einen, dass es noch Menschen wie den Eigentümer in Weiler -la-Tour gibt! So verliert man den Glauben an die Menschheit nicht ganz.