Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung und hat die Vision, dass sich alle Kinder und Jugendlichen sicher und selbstständig mit dem Fahrrad bewegen können. Die Kidical Mass gibt den Kindern eine Stimme im Verkehr, zeichnet ein positives Zukunftsbild, vernetzt und mobilisiert Alt und Jung über die Grenzen der Radszene hinaus. Am Samstagmorgen fand mit der Organisation der Kidical Mass in Esch das erste Event dieser Art im Großherzogtum statt.
Dabei ging es dem Organisator, Esch Biken, darum, sowohl Politiker als auch Mitbürger darauf aufmerksam zu machen, dass sichere und lückenlose Radwege-Netze notwendig sind, damit auch Kinder und Jugendliche das Rad im Alltag problemlos gebrauchen können, so der Präsident von Esch Biken, Yannick Charpentier. Den Weg zur Schule legen aktuell die wenigsten Kinder mit dem Rad zurück. Einige Eltern haben derweil bereits diesen Weg eingeschlagen und befördern ihre Schützlinge auf ihrem Zweirad auf Kindersitzen und Anhängern zur Schule. Der politische Wille für eine sichere Fahrrad-Infrastruktur ist sowohl in Esch als auch auf Landesebene gegeben.
Umweltministerin Joëlle Welfring wie auch Bürgermeister Georges Mischo und Schöffe Martin Kox nahmen an der Kidical Mass teil, und legten, wie die rund 60 Teilnehmer, die sechs Kilometer lange Strecke durch verschiedene Escher Viertel mit ihrem Rad zurück. Esch Biken ist im ständigen Dialog mit der Gemeinde und hat zwei Forderungskataloge eingereicht. Einiges davon wurde bereits umgesetzt, so Georges Mischo. Nicht alles sei kurzfristig realisierbar und leider brauche man auch das entsprechende Budget.
Das Konzept von zeitweilig verkehrsfreien Zonen, wie vor der Dellhéicht-Schule, soll weiter ausgebaut werden. Kinder sollen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen und dabei Sauerstoff tanken, anstatt mit dem Auto zur Schule gebracht zu werden, so Martin Kox. Die Kinder gehen ja in ihrem Stadtviertel zur Schule, die Strecken sind demnach kurz. Die Stadt bietet ebenfalls einen Pedibus-Dienst an. Die Kidical-Mass-Strecke am Samstagmorgen führte durch Escher Stadtviertel, wobei auch der neue Pop-up-Radweg auf dem Boulevard Grande-Duchesse Charlotte mit eingebunden wurde. Dieser, leider zeitlich begrenzte, Radweg ist deshalb bei Radfahrern so beliebt, weil man sich abseits des motorisierten Verkehrs sicher bewegen kann, und das auf zwei getrennten Spuren.
Die Vereinigung Esch Biken entstand vor zwei Jahren, als während der Corona-Pandemie viele Leute, davon viele Eltern und Kinder, das Fahrrad wiederentdeckten und sich auf den fast autofreien Straßen sicher bewegen konnten. Esch Biken arbeitet mit den anderen Akteuren der Szene, wie ProVelo, Velo Diddeleng, Siggy the cyclist und den Terre Rouge Bikers zusammen. Letztere sicherten am Samstag die Strecke, dort wo es notwendig war, ab.
Zu Demaart










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