Künftig soll nur noch der USB-C-Anschluss zugelassen werden. Damit zieht Apple den Kürzeren, das bisher auf den Lightning-Anschluss setzt. Nach einer Studie der EU-Kommission wurden 2018 rund die Hälfte der Handys mit USB-B-Ladebuchse, 29 Prozent mit USB-C und rund ein Fünftel mit Lightning-Anschluss verkauft.
Die Neuregelung betrifft nicht nur Handys und Tablets, sondern auch Laptops, E-Reader und Navigationsgeräte. Dies hat das Europaparlament durchgesetzt. Zudem soll künftig die Möglichkeit geschaffen werden, Gerät und Ladegerät sowie zukünftig auch Kabel separat zu kaufen. Dafür hatten sich besonders die Grünen starkgemacht.
Verbraucher werden wegen des Deals rund 250 Millionen Euro sparen
Die EU betritt mit der Verordnung Neuland. Es ist das erste Mal weltweit, dass Gesetzgeber solche Vorgaben machen. Die Unternehmen waren nicht in der Lage, selbst eine Lösung für die Ladebuchsen zu finden. „Verbraucher werden wegen des Deals rund 250 Millionen Euro sparen“, teilte EU-Industriekommissar Thierry Breton mit.
Allerdings ist noch unklar, ob wirklich alle Hersteller mitziehen. Apple behauptet bis heute, einheitliche Ladeanschlüsse seien ein Innovationshemmnis. Zudem kommen nicht alle Laptops mit USB-C klar. Dies ist wohl auch der Grund dafür, dass der neue Standard erst ab 2024 gelten soll. Das Europaparlament wollte schneller handeln.
„Nach langen zehn Jahren, die wir auf das einheitliche Ladekabel warten, ist es schade, dass Verbraucherinnen und Verbraucher erst in zwei Jahren ihre Geräte mit nur einem Kabel laden können“, sagte Anna Cavazzini von den Grünen. Dennoch bedeute die Einigung ein „Ende des Kabelsalats und deutlich weniger Ressourcenverbrauch“. Nun müsse man nicht mehr für jedes Handy ein neues Ladegerät kaufen, freut sich der Berichterstatter des Parlaments, Alex Agius Saliba (Sozialdemokraten). Außerdem bringe der Deal das drahtlose Laden voran.
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