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BrasilienDer Amazonas schwindet weiter: Im April wurden mehr als 1.000 Quadratkilometer abgeholzt

Brasilien / Der Amazonas schwindet weiter: Im April wurden mehr als 1.000 Quadratkilometer abgeholzt
Brasilien, Novo Progresso: Rauch steigt während eines Brandes im Amazonas-Gebiet auf  Foto: Andre Penner/AP/dpa

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Brasilien hat im April die Marke von 1.000 Quadratkilometern abgeholzten Regenwalds im Amazonas-Gebiet überschritten. 1.012,5 Quadratkilometer sind der höchste Wert für den Monat April und das erste Mal seit dem Jahr 2015, dass der Wert im April 1.000 Quadratkilometer überschreitet, wie aus vorläufigen Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) am Freitag (Ortszeit) hervorging. Das Inpe wertet Satellitenbilder aus.

Mit einer schnellen Erhebung untersucht es die Veränderungen des Waldes in Echtzeit. Die Zahlen des Inpe geben so einen Hinweis darauf, wie sich die offizielle Entwaldungsrate bezogen auf ein Jahr (August bis Juli) entwickeln könnte. Bereits in den Vormonaten hatte die Abholzung nach vorläufigen Inpe-Zahlen auf Rekordniveau gelegen. Der Höchstwert im April beunruhigt Umweltschützer besonders, weil dieser Monat eigentlich noch zur Regenzeit im Amazonasgebiet gehört.

Die Abholzung des Amazonas-Waldes legte vor allem während der Amtszeit des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro kräftig zu. Bolsonaro, seit 2019 im Amt, sieht im Amazonas-Gebiet vor allem ungenutztes wirtschaftliches Potenzial und will noch mehr Flächen für Landwirtschaft, Bergbau und Energiegewinnung erschließen. Russlands Angriff auf die Ukraine nutzte Bolsonaro, um die Ausbeutung indigener Gebiete zum Abbau von Kalium für Düngemittel zu rechtfertigen.

Die brasilianische Regierung wird immer wieder von Umweltschützern kritisiert, weil sie kaum auf Meldungen über illegale Abholzung regiere. „Trotz der Fülle an Informationen und Beweisen für Umweltverbrechen sind die Überwachungsmaßnahmen der Regierung immer noch weit von dem entfernt, was notwendig ist, um die Abholzung einzudämmen“, sagte Ana Paula Valdiones von der Umweltschutzorganisation ICV am Dienstag. Zusammen mit anderen Organisationen betreibt sie eine Plattform, die die Arbeit der Regierung überwacht.

Mit Satelliten den Abholzern auf der Spur

Die Umweltschützer nutzen Satellitenbilder, um illegale Abholzung zu entdecken und an die Behörden zu melden. Nun haben sie ihre Meldungen mit Behördenangaben über Geldstrafen, Verhaftungen und anderen Maßnahmen von Umweltbehörden abgeglichen. Seit dem Amtsantritt des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro im Januar 2019 habe die Bundesregierung nur auf 2,17 Prozent der Meldungen reagiert, kritisierten sie.

Die Ergebnisse „zeigen, dass bei der illegalen Abholzung von Wäldern in Brasilien immer noch Straflosigkeit herrscht“, sagte Tasso Azevedo, Koordinator des Konsortiums aus Universitäten, Umweltgruppen und Technologieunternehmen, das die Plattform zur Überwachung des Regenwalds betreibt. Das Umweltministerium reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Umweltschützer beschuldigen die Regierung Bolsonaro, die Abholzung mit ihrer industriefreundlichen Politik zu fördern und bei Verstößen ein Auge zuzudrücken. Bolsonaro drängt darauf, geschützte Gebiete für die Agrarindustrie und den Bergbau zu öffnen. Mittlerweile ist die durchschnittliche jährliche Abholzung im brasilianischen Amazonas-Gebiet nach offiziellen Angaben im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt um mehr als 75 Prozent gestiegen. Die brasilianischen Regenwälder sind allerdings einer der Schlüsselfaktoren im Kampf gegen den Klimawandel.

JJ
7. Mai 2022 - 13.07

Solange Bolsonaro nicht abgeholzt ist wird das nix.