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Ukraine-Krieg Luxemburg schafft Platz: Luxexpo stellt rund 600 Plätze für Geflüchtete bereit – zeitweilig

Ukraine-Krieg  / Luxemburg schafft Platz: Luxexpo stellt rund 600 Plätze für Geflüchtete bereit – zeitweilig
Nicht reden, machen! Die Kräfte des CGDIS haben auf Kirchberg in kurzer Zeit eine Infrastruktur für rund 600 Menschen geschaffen. Foto: Screenshot facebook.com/cgdis112

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Auf Kirchberg sind am Sonntag unbürokratisch weitere 600 Plätze geschaffen worden für die Aufnahme von Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind: Das Messe- und Veranstaltungszentrum Luxexpo hat dafür eine seiner Hallen zur Verfügung gestellt – allerdings nur für knapp drei Wochen.

Der Krieg in der Ukraine sorgt für einen anhaltenden Flüchtlingsstrom, der auch die westlich gelegenen Länder vor große Herausforderungen stellt. „Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind in der Ukraine derzeit mindestens 1,85 Millionen Binnenvertriebene und weitere 12,65 Millionen Menschen direkt von dem Konflikt betroffen“, meldete kürzlich das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Mehr als 200.000 Menschen sind bisher aus der Ukraine nach Deutschland geflohen, hier wird erwartet, dass die Zahl mittelfristig sogar siebenstellig werden könnte.

Auch in Luxemburg will man seinen Teil beitragen, die humanitäre Katastrophe abzumildern – und hat dazu am Sonntag eine weitere Anstrengung unternommen: 51 Zelte, in denen jeweils rund zehn Betten stehen, sind von der „Protection civile“ aufgebaut worden – in einer Schnelligkeit, für die sich Außenminister Jean Asselborn in einem Gespräch mit dem Fernsehsender RTL ausdrücklich bedankt hat. „Wir haben jetzt eine kleine Reserve hier, die hoffentlich die nächsten zwei Wochen überbrückt“, stellte Asselborn bei einer Besichtigung der Einrichtung fest.

Kein Tageslicht, praktisch keine Privatsphäre – aber hygienische und sichere Verhältnisse, auch und besonders für Kinder, gibt es in den Messehallen
Kein Tageslicht, praktisch keine Privatsphäre – aber hygienische und sichere Verhältnisse, auch und besonders für Kinder, gibt es in den Messehallen Foto: Screenshot facebook.com/cgdis112

Obwohl natürlich eine dezentrale Unterbringung ihre Vorteile habe, mache die gesammelte Unterbringung am Kirchberg zunächst vieles einfacher, etwa die Erfassung und die medizinische und psychologische Betreuung. Auch für Kinder sei es sicherlich besser, eine große, aber doch abgeschirmte Lokalität zu haben.

Noch Unklarheiten hinsichtlich Contern

Insgesamt verfüge man derzeit auf Kirchberg über rund 800 Plätze: Zu den 600 Plätzen in der Halle 7 kommen weitere Plätze im benachbarten SHUK („Structure d’hébergement d’urgence“). Man plane derzeit mit 17 anderen Plätzen, wo Menschen untergebracht werden können, wozu auch Hotels und Jugendherbergen zählen.

Und auch die private Solidarität ist da: Spenden für Geflüchtete in Contern
Und auch die private Solidarität ist da: Spenden für Geflüchtete in Contern Foto: Editpress/Julien Garroy

Wichtiges Standbein soll eine Halle in einem Gewerbegebiet in Contern sein, die derzeit hergerichtet wird – was aber wiederum mit einigen Unwägbarkeiten verbunden ist. So müssten hinsichtlich des Abschätzens der erreichbaren Kapazität unter anderem Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden: „Wir hatten am Anfang mindestens 500 Personen geplant. Das muss man sich anschauen“, sagte Asselborn bei RTL. Man erfahre in den kommenden Tagen, wie viele Menschen tatsächlich untergebracht werden dürften. Kürzlich war man noch von bis zu 1.000 Menschen ausgegangen (das Tageblatt berichtete).

Luxemburg verzeichne derzeit bereits 4.000 Aufnahmeanfragen von Geflüchteten – wobei für die Plätze in der Halle 7 auf Kirchberg bald wohl wieder Ersatz benötigt wird: Derzeit gehe man davon aus, dass die Möglichkeit zur Nutzung nur bis zum 11. April möglich ist. fgg

Aus der Ukraine Flüchtende oder solche Menschen, die dies vorhaben, können sich per E-Mail ([email protected]) oder per Telefon (+352 2478 2386) an die hiesigen Behörden wenden. Vor Ort müssen die aus der Ukraine Geflüchteten nicht das Asylverfahren durchlaufen, sondern ein Anmeldeformular ausfüllen und dieses per E-Mail ([email protected]) ans Außen- und Asylministerium senden.

zuang
21. März 2022 - 0.43

Natürlich zeitweilig. Danach kommt eine Werbe-Veranstaltung, Foire genannt, die ist wichtiger als Menschen in Not.