Ausfall zur Unzeit
Darüber wird sicherlich noch zu reden sein: Die Server des Wetterdienstes Meteolux hielten der starken Zunahme der Anfragen offenbar nicht stand – sodass diese zentrale Anlaufstelle für Wetterinformationen von etwa 13.45 Uhr bis 15.30 Uhr nicht erreichbar war. fgg
Die Lage wurde von Anfang an durchaus ernst genommen: So ist am Freitagmorgen um 9 Uhr ein Unwetter-Krisenstab unter Vorsitz von Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) zusammengekommen.
Die örtlichen Sicherheits- und Rettungsdienste stockten das Personal auf und bereiteten sich ebenfalls auf praktisch jede denkbare Situation vor.
Um 12.30 tagte der Krisenstab erneut – woraus die Empfehlung hervorging, zwischen 15 und 19 Uhr in geschlossenen Räumen zu bleiben. Man rechnete mit schweren Schäden an Häusern, Parks und Pflanzungen. Darum wurde dringend abgeraten, mit dem Auto zu fahren, alle Aktivitäten im Freien sollten vermieden werden. Windanfällige, lose Gegenstände, die verweht werden könnten, sollten festgebunden oder gleich ganz weggeräumt werden.

Der staatliche Wetterdienst Meteolux hatte zuvor bereits vor stürmischem Wind mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und 85 Kilometern pro Stunde gewarnt, was durch einen Alarm der Farbe Gelb ausgedrückt wird. Doch hier wurde schließlich heraufgestuft zu einer Warnung vor „extremen Gefahren“ durch sogar orkanartigen Wind – mit Geschwindigkeiten zwischen 100 und sogar 120 Kilometern pro Stunde. Darum wurde schließlich eine Warnung der symbolischen Farbe Rot ausgegeben.
Ob letztlich irgendwo tatsächlich die maximal befürchteten Geschwindigkeiten erreicht wurden, war bis Redaktionsschluss noch nicht endgültig klar – doch es sieht eher nicht danach aus. Der Website Kachelmannwetter.com zufolge wurden in Luxemburg nur in Wiltz (mit 106 km/h) und in Bettemburg (mit 100 km/h) dreistellige Werte gemessen.
Aber auch diese etwas weniger starken Winde hatten natürlich immer noch genug Puste, um einigen Schaden anzurichten. Darum musste der Mensch seine Geschwindigkeit auch umso mehr anpassen. So beschränkte die Eisenbahngesellschaft CFL ihre Züge auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde, auf den Autobahnen durfte zeitweise generell nicht schneller als 90 gefahren werden.

Wer überhaupt unterwegs war, verzichtete aber sicherlich sowieso aufs Rasen, um für alles gewappnet zu sein. Bald gab es erste Bilder von ausgerissenen, umgestürzten Bäumen aus dem ganzen Land. Einer davon ging im Stadtpark in Luxemburg nieder. Der Besuch des Parks war aber, sicher ist sicher, nicht nur als wenig empfehlenswert festgestellt worden, sondern sogar untersagt: Die Stadt hatte im Vorfeld des Sturms die Parks komplett gesperrt.
Auch der Flughafen auf dem Findel kam natürlich nicht ohne Anpassungen durch den Tag. Aufgrund der starken Windböen in Luxemburg und einigen Zielflughäfen, mussten acht Flieger erstmal am Boden bleiben. Betroffen waren etwa der Flug von und nach Dublin, der Flug von und nach Berlin. Auch London konnte nicht angeflogen werden, da der dortige Flughafen London City wegen des Wetters zeitweise ganz geschlossen war.
Immerhin: Gegen 17.30 Uhr konnte ein Meteorologe von MeteoLux gegenüber dem Tageblatt Entwarnung geben: Die Kaltfront und damit der heftigste Teil des Sturmsystems war da über Luxemburg hinweggezogen. Am Findel, wo die Messinstrumente von Meteolux stehen, waren während der stärksten Phase des Sturms Böen mit Geschwindigkeiten um die 90 Stundenkilometer gemessen worden.
Während der Experte mit einem verhältnismäßig ruhigen Samstag rechnet, könnte es seiner Ansicht nach am Sonntag wohl wieder auffrischen. So könnten in der Nacht auf Montag wohl noch einmal rund 65 Stundenkilometer in der Spitze erreicht werden – und am Montag „wohl noch ein Ticken mehr“: Bis zu 80 Kilometer in der Spitze könnten wohl maximal erwartet werden, nach den aktuellsten Prognosen. Solche Winde muss man im Auge behalten – wirkliches Katastrophenpotenzial geht von ihnen aber nicht aus.
„Zeynep“ hat letztlich für rund 50 Einsätze des CGDIS gesorgt. Angaben zu etwaigen Verletzten lagen bis Redaktionsschluss nicht vor.
Zu Demaart
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