Seit ein paar Monaten ist das Autobahnstraßennetz in der Region Trier ein paar obskure Kilometer länger geworden. Nein, die berühmte Lücke der Autobahn 1 in der Eifel ist noch genauso lang wie vor einem Jahr. Seit Mai ist vielmehr die 4,1 Kilometer lange Straße zwischen der Anschlussstelle Trier-Ehrang und dem Parkplatz „Dicke Buche“ offiziell eine Autobahn. Und zwar die A64a. Nach dem Parkplatz heißt die Autobahn dann „A64“ – und führt zur Luxemburger Grenze. Doch grenzenloses Fahrvergnügen gibt es nicht nur deshalb nicht. Denn auf der gesamten Strecke der „A64a“ gelten Tempolimits. Wohl spätestens Ende der Woche kann sich Trier dann zudem rühmen, ein Stück Autobahn zu beherbergen, auf dem nicht schneller als auf jeder Dorfstraße gefahren werden darf: mit höchstens 50 Kilometern pro Stunde.
Warum das Tempolimit auf der A 64a in Trier?
Wie die Pressestelle der deutschen Autobahn GmbH dem Trierischen Volksfreund mitteilte, soll im kommenden Jahr die gut 50 Jahre alte Ehranger Brücke saniert werden. 35.000 Autos und Lkws rollen täglich über das Bauwerk. „Um die Verkehrssicherheit sicherzustellen, ist es in der Zwischenzeit notwendig, die Höchstgeschwindigkeit im Brückenbereich auf 50 Kilometer pro Stunde zu begrenzen.“ Außerdem wird der derzeitige Geh- und Radweg neu ausgeschildert. Künftig ist die Verbindung nur noch Fußgängern vorbehalten. Beide Vorhaben werden zeitnah umgesetzt, heißt es von der Autobahn GmbH, die für Bau und Unterhaltung von Autobahnen in Deutschland zuständig ist. Im zweiten Schritt soll zudem in den kommenden Monaten eine Stahlschutzwand installiert werden. Solche Fahrbahntrenner gibt es bereits auf der neuen Autobahn auf der Bergstrecke zwischen dem Parkplatz auf der Höhe und dem Moseltal.
Wann genau die Elemente aufgebaut werden, ist bisher nicht terminiert. Auch kann die Autobahn GmbH bisher nicht sagen, mit welchen Verkehrsbehinderungen während der anstehenden Arbeiten zu rechnen ist. Und erst recht ist nicht bekannt, wann die seit Jahren geplante Brückensanierung so richtig losgeht.
An der Ehranger Brücke wurde bereits gearbeitet
Laut Auskunft von Ulrich Neuroth, Direktor der Niederlassung West der Autobahn GmbH, sind über dem Pfeiler auf der Insel die Lager der Brücke bereits erneuert worden. Im Sommer sagte er, dass 2022 und 2023 das Bauwerk mit dem Abdichten auf und unter der Brücke gesichert werden soll. Mit einer Sanierung könne die Verkehrssicherheit der Brücke voraussichtlich noch bis zu 20 Jahren gewährleistet werden.
In der Zwischenzeit sollen die Planungen für einen Neubau vorangetrieben werden. Diese sind offensichtlich nicht allzu weit gediehen und komplex. Denn der Raum vor allem auf der Kenner Seite der Brücke ist begrenzt. Grund: Zwischen Moselufer und dem nahen Anstieg zu den ersten Hochwaldhöhen verlaufen unter anderem die A602 und die L145. Zudem mussten für Teile der aktuellen Auf- und Abfahrten in diesem Bereich Tausende Kubikmeter Erde bewegt werden. Eine Änderung der aktuellen Straßensituation würde vermutlich neue Erdbewegungen bedeuten.
Neue Autobahn-Schilder für Trier kommen im nächsten Jahr
Doch bei all diesen komplexen Planungsherausforderungen und verschobenen Sanierungsarbeiten gibt es auch noch eine geradezu frohe Kunde. Denn in Deutschland muss alles seine Ordnung haben. Deshalb hat die Autobahn GmbH angekündigt, dass im Verlauf des kommenden Jahres die derzeit noch vorhandene gelbe Bundesstraßenbeschilderung durch die blaue Autobahnbeschilderung ersetzt wird.
Zu Demaart
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