So habe man überall „tendenziell auf Methoden zurückgegriffen, die bereits mittelalterliche Städte anwandten: Quarantäne, ‚Lockdown‘, Abstand, Masken und die Schließung von öffentlichen Einrichtungen“. Weiter: „Die Gewohnheit, Seuchen eine moralische Bedeutung zuzuschreiben, ist ebenso alt wie die schriftliche Dokumentation ihrer Auswirkungen. Im Alten Testament wurden Seuchen häufig als etwas von Gott Gewolltes präsentiert.“ Dabei habe schon der hellenische Historiker Thukydides in seiner Schilderung der Pest-Epidemie im alten Athen festgestellt, „dass die Frommen und die weniger Frommen in gleicher Zahl an der Seuche starben“.
Dennoch sei der Verlauf jeder Epidemie „extrem ungleichmäßig (…), da von Strukturen sozialer Ungleichheit beeinflusst“. Arme können sich weniger helfen als Reiche. Als zu Anfang des 19. Jahrhunderts in New Orleans das Gelbfieber grassierte, verließen alle betuchten Bürger die Stadt. Die Zurückgebliebenen starben in Massen. Als die Pest 1585 die Stadt Bordeaux heimsuchte, flüchtete der Schriftsteller Michel de Montaigne aufs Land, obwohl er Bürgermeister war.
Sehr geehrter Herr Göbbels der von ihnen genannte Historiker Christopher Clark ist im Gegensatz zu unseren Politikern auch ein belesener, gebildeter und Intelligenter Mann. Habe schon viele Sendungen mit ihm gesehen und vor allen dingen mag ich seine Art und er weiß wo von er spricht. Das ist leider etwas was ich bei einigen Politikern hier im Land vermisse. Frohe Ostern.