Die Luxemburger haben seit Ausbruch der Corona-Pandemie verstärkt Kommunikationsnetzwerke benutzt. Es ist jedoch weder beim Festnetz noch beim Mobilfunknetz zu größeren Ausfällen oder Überlastungen gekommen. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Luxemburgischen Regulierungsinstituts (ILR) vom Dienstag hervor.
Gleich zu Beginn des Lockdowns, am Wochenende vom 14. und 15. März 2020, verzeichnete das ILR einen Rekordwert bei den ausgehenden Telefonaten. An jenem Wochenende tätigten die Menschen in Luxemburg 230 Prozent mehr Anrufe über das Festnetztelefon innerhalb des Landes als im Vergleich zur Referenzperiode. 60 Prozent mehr Anrufe wurden über das Mobilnetz gemacht. Laut ILR stabilisierten sich diese Werte wieder bis Ende Mai 2020.
Wohlgemerkt: Für seine Vergleiche verwendet das Luxemburgische Regulierungsinstitut nicht die Zeit vor dem Lockdown als Referenzperiode, sondern die einmonatige Zeitspanne vom 15. Juni bis zum 15. Juli 2020. Diese Periode ohne Schulferien betrachtet das ILR als „Rückkehr zum Normalzustand“.
Das Luxemburgische Regulierungsinstitut ILR
Das Luxemburgische Regulierungsinstitut („Institut Luxembourgeois de régulation“ – ILR) gewährleistet und überwacht laut Guichet.lu die Wirtschaftsbereiche elektronische Kommunikationen, Strom, Erdgas, Postdienste, Transporte und Rundfunkfrequenzen. Es fungiert auch als Schlichtungsstelle bei Streitfällen in diesen Bereichen.
Pandemiebedingte Aufwärtstendenzen erkannte das ILR auch beim Datenverkehr im Internet. Zu Beginn des Lockdowns schaufelten die Menschen in Luxemburg die doppelte Menge an Daten über Festnetzanschlüsse ins Netz als in der Referenzperiode – und luden auch 50 Prozent mehr herunter. Bis Mai sanken auch hier die Zahlen wieder deutlich.
Es wurden allerdings nicht alle Kommunikationsmöglichkeiten zur Zeit des Lockdowns häufiger genutzt: Die Menschen in Luxemburg sendeten während des Lockdowns deutlich weniger SMS, schreibt das ILR. Insgesamt schrumpfte die Zahl um 30 Prozent. Das erklärt sich die Behörde damit, dass viele Menschen auf Online-Kommunikationsplattformen ausgewichen sind – zum Beispiel Skype, Facebook, WhatsApp oder Teams.

Zunehmende Sensibilisierung
Aus der Pressemitteilung des ILR geht auch hervor, dass die Luxemburger während des Lockdowns und noch bis in den Juli hinein monatlich über 10.000 Mal die Internetseite checkmynet.lu aufriefen. Diese erlaubt seinen Benutzern, die Qualität des eigenen Internetanschlusses zu kontrollieren. Die Seite zeigt die Geschwindigkeit der Verbindung an. Diese Entwicklung zeugt laut ILR von einem „gestiegenen Bewusstsein“ der Nutzer für die Qualität des Internetzugangs zu Hause.
Wie ist die Luxemburger Internet-Infrastruktur mit dem Ansturm zurechtgekommen? Die Betreiber erhalten vom ILR ein gutes Zeugnis: Die Luxemburger Telekommunikationsunternehmen hätten sich schnell an die verstärkte Nutzung der Kommunikationsnetzwerke angepasst – und die Netze konnten die zusätzliche Last auch tragen. „Die in Luxemburg eingesetzte Infrastruktur ist ausreichend dimensioniert, um die Überlast zu bewältigen“, schreibt das ILR.
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