Die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen steige auch in Luxemburg seit Jahren an. Davor warne man schon seit Jahren, sagt die „Association générale des professeurs de l’enseignement secondaire et supérieur“ (Apess) in einer Pressemitteilung am Dienstag. Es gehe hier um wenige Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten. Doch sie würden die große Mehrheit der Schüler, Lehrer, Schulangestellten und Direktionsmitglieder in Gefahr bringen.
Die Agess würde sich über die Reaktionen einiger Politiker wundern, die sich nach einem Zwischenfall in Bonneweg – bei dem zwei Jugendliche auf einen dritten einstachen und diesen tödlich verletzten – überrascht über die Gewalt zeigten. Man würde schon seit langem vor dieser Entwicklung warnen. Ein Mitglied des Exekutiv-Komittees der Agess habe nach einem Zwischenfall am technischen Lyzeum Alexis Heck im Oktober 2017 geschrieben: „Dieses ,Faits divers‘ wundert keinen Lehrer eines Lycée technique in Luxemburg. Delikate Situationen mit Schülern – die jederzeit maximal eskalieren können – sind Alltag für die Lehrer.“ Im Juni 2019 sei schließlich aus einer Antwort auf eine parlamentarische Frage hervorgegangen, dass die Gewalt an Schulen in Luxemburg um 25,7 Prozent zugenommen habe.
Die beiden zuständigen Minister, Claude Meisch (Bildung) und François Bausch (Polizei), hätten damals die Situation „entdramatisiert“, schreibt die Agess. Luxemburg bräuchte eine spezielle Bildungseinrichtung für Jugendliche mit Verhaltensschwierigkeiten, fordert die Vereinigung.
Zu Demaart
Eine "spezielle Bildungseinrichtung für Jugendliche mit Verhaltensschwierigkeiten"? Ich dachte immer, solche Einrichtingen gäbe es schon längst landesweit, und zwar unter der Bezeichnung "stinknormale Schule"...
Da rächt sich wohl die über Jahren betriebene Liberalisierungspolitik der familiären und gesellschaftlichen Normen.