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Belgien / Mehr Regeln an der Küste
Sich ohne Mund-Nasen-Schutz zu bewegen, ist seit vergangenem Samstag an den Deichen aller Orte wieder verboten Archivbild

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Die Situation in Antwerpen und Flandern ist besorgniserregend. Der belgische Sicherheitsrat versammelte sich gestern, um neue nationale Regeln zu definieren. An der belgischen Küste indes ist die Lage von Ort zu Ort unterschiedlich. Den Bürgermeistern steht es frei, lokale Maßnahmen zu ergreifen.

Auf nationaler Ebene werden die engen Kontakte zu Menschen außerhalb des eigenen Haushalts von 15 auf fünf Personen eingeschränkt. Zudem muss es sich bei diesem Personenkreis immer um die gleichen Personen handeln. Diese Regel gilt vorerst für vier Wochen. Private Feiern im Restaurant oder Hochzeitsfeiern werden auf zehn Personen beschränkt. Kleinere Outdoor-Veranstaltungen dürfen nur noch von 200 statt wie bisher 400 Gästen besucht werden. Einschränkungen gibt es ebenfalls beim Einkaufen. Während vier Wochen heißt es wieder alleine einkaufen und dies maximal 30 Minuten lang.

Seit Nationalfeiertag steht den Bürgermeistern mehr Freiraum zu, um eigene Maßnahmen zu ergreifen. Dies betrifft beispielsweise die Maskenpflicht. Die Gemeinden definierten jene Viertel oder Strandabschnitte, die am meisten besucht sind. In Ostende und Blankenberge sind dies verschiedene Fußgängerzonen. Uneins waren sich die Gemeindeoberhäupter bezüglich der Maskenpflicht am Deich.

Chaos in den Küstengemeinden

Verschiedene Kommunen wie Blankenberge oder Knokke verpflichteten die Fußgänger zum Tragen einer Maske – in Ostende war es eine Empfehlung. Der Bürgermeister aus Middelkerke sprach sich dagegen aus. Schlussendlich ergriff der Provinz-Gouverneur eine Entscheidung. Die Maskenpflicht gilt seit vergangenem Samstag an den Deichen aller Orte. So weit herrscht nun mal Klarheit was das Tragen von Mundschutz am Deich anbelangt. Am Strand jedoch besteht diese Pflicht nicht, außer an den Strandbars.

In Knokke wurde die Maskenpflicht auf das gesamte Gebiet der Gemeinde ausgedehnt. Jeder, der sich im öffentlichen Raum bewegt, muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Doch diese Regel reicht Bürgermeister Lippens nicht aus. Erst gestern rief er über die Medien die Belgier auf, Fahrten ins niederländische Sluis oder Cadzand zu unterlassen. Der Grund: Dort sind die Regeln weniger streng. Damit nicht genug, Lippens denkt sogar über Grenzschließungen zwischen Knokke und Sluis nach.

Die allgemeine Maskenpflicht im öffentlichen Raum gilt auch in De Panne, Koksijde und Nieuwpoort auf dem gesamten Gemeindegebiet. Ausnahmen gelten bei intensiven Sportaktivitäten, körperlichen Arbeiten, beim Konsum von Nahrung oder Getränken, bei Kindern unter zwei Jahren sowie für Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen dürfen.

In Bredene gibt es keinen Seedeich, dort gilt das Tragen der Maske auf den Zugangswegen bis zum Strand. Wegen der Vielzahl an unterschiedlichen Regeln herrscht mittlerweile viel Unmut. Einerseits verlieren die Menschen die Übersicht, andererseits interpretiert die Polizei die Regeln unterschiedlich. So wurden am vergangenen Wochenende in Blankenberge Passanten angemahnt, das Rauchen am Deich zu unterlassen. Andere Gäste, die ein Eis essen wollten, wurden aufgefordert, dies in einer Nebenstraße zu tun. Man dürfe die Maske nicht abnehmen, so das Argument der Polizei. Eine Stellungnahme der Gemeinde bezüglich Ausnahmeregeln lag uns bis Redaktionsschluss nicht vor.

Das Tageblatt steht in den nächsten Wochen weiterhin mit den belgischen Küstengemeinden in Kontakt, um seine Leser über die neuesten Entwicklungen zu informieren.

In den Ausgehvierteln wird es wieder vermehrt zu Kontrollen durch die Polizei kommen
In den Ausgehvierteln wird es wieder vermehrt zu Kontrollen durch die Polizei kommen Foto: Belga/Nicolas Maeterlinck
André Feller
30. Juli 2020 - 21.37

@Norbert : de Blankenberge Express fiert schon puer Joer ni méi.

Norbert
29. Juli 2020 - 12.53

Wie steht's denn überhaupt mit dem Blankenberge-Express?