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SchülerartikelKann Biden die Präsidentschaft gewinnen?

Schülerartikel / Kann Biden die Präsidentschaft gewinnen?
 Foto: AFP/Mandel Ngan

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Im Rahmen einer Serie zum Internationalen Tag der Pressefreiheit (3. Mai) haben Schüler im Tageblatt das Wort. Heute beschäftigt sich Kim Krämer mit dem US-Wahlkampf.

Die diesjährige Präsidentschaftswahl ist bereits die 59. in den Vereinigten Staaten von Amerika. Am 3. November 2020 soll es nämlich so weit sein und der Kampf der beiden großen Parteien begann schon früh. Bei den Demokraten wird der ehemalige Vizepräsident Joe Biden nun endgültig ins Rennen gehen, bei den Republikanern, wer hätte es gedacht, wird der aktuelle Präsident Donald Trump versuchen eine zweite Amtszeit zu erlangen. Dabei schwillt bei den Amerikanern eine Meinungsverschiedenheit in ganz neuem Maße.

Nicht nur die Amerikaner, sondern auch wir Europäer stellen uns die Frage, ob Trump tatsächlich ein weiteres Mal zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird. Gerade in Europa bleibt Trump ein unangenehmes, für uns kaum verständliches Phänomen. Er hat sich 2016 doch noch für viele überraschend mit einem polarisierenden Wahlkampf gegen Hillary Clinton mit ganzen 77 electoral votes mehr als seine Konkurrenz durchsetzen können. Trump hat sich in seinen bisherigen vier Jahren als Präsident viele Fans geschaffen und eben auch viele Kritiker. Doch trotz aller unsäglichen Auftritte behielt er eine feste Fangemeinde. In den letzten Wochen wuchs aber auch die Zahl seiner Gegner. Der Grund? Präsident Trump mag die Situation der Corona-Krise wohl falsch eingeschätzt haben und hat demnach auch viel zu spät Maßnahmen ergriffen.

Dies spielt Joe Biden, dem ehemaligen Vizepräsidenten der USA und jetzigem demokratischen Herausforderer Trumps in die Karten. Denn in seinen Reden spricht Präsidentschaftskandidat Biden davon, dass Amerika einen Präsidenten brauche, der das zu einer Pandemie gewordene Virus effizient und schnell in den Griff bekommen könne. Zudem wirkt Biden mit seiner Art und Weise, wie er spricht, viel seriöser, was darauf schließen lässt, dass Joe Biden auch wieder für einen kultivierteren und gebildeteren Umgang innerhalb der amerikanischen Bevölkerung spricht.

Bisher erscheint es schwierig, vorauszusehen, wer den Sieg im Kampf ums Weiße Haus gewinnen wird. Die Frage ist nämlich, ob das amerikanische Volk ein Zurück zu einer ernsthafteren Politik wieder will, denn Trump hat die Politik definitiv nachhaltig verändert. Er hat die Sprache vereinfacht und trotz nachgewiesener Lügen stehen viele Amerikaner strikt hinter ihrem Präsidenten und sehen den Milliardär als einen von ihnen. Trump gilt für die meisten Industriearbeiter noch immer als jener, der die ökonomische Lage in den Staaten schnell wieder ankurbeln und verbessern konnte.

Klar, gegen den jetzigen Präsidenten spricht seine ungeheuerliche Fehlerquote. Fehler, die er dann gerne auf andere schiebt. Es scheint, als sei Trump ganz von seinen Behauptungen überzeugt, auch wenn diese nicht immer Sinn ergeben. Sein neuestes Statement war die Frage, ob man sich, um dem Coronavirus entgegenzuwirken, nicht ganz einfach Desinfektionsmittel spritzen lassen könnte, und dass dies durchaus etwas wäre, das man auf jeden Fall mal überprüfen lassen müsste.

Für viele Menschen sind solche Äußerungen Trumps absolut unverständlich. Er polarisiert wie kein anderer. Doch werden nun alle Trump-Gegner also geschlossen für Biden stimmen?

Lange galt eher der für amerikanische Verhältnisse sehr linke Bernie Sanders als Favorit auf die Herausforderung Trumps. Die Demokraten wählten letztendlich aber mehrheitlich den konservativeren Biden. Ähnlich wie 2016 bereits Hilary Clinton Sanders vorgezogen wurde – und bekanntlich verlor.

Vorwürfe

Auch Joe Biden ist mittlerweile schon 77 Jahre alt. Er wurde bereits für sein angebliches Alzheimer von den Republikanern verhöhnt, hatte im Wahlkampf einige verbale Ausfälle und wurde für seine Wortfindungsstörungen bei Reden kritisiert. Zwar hat Biden viel prominente Unterstützung und bekommt im Wahlkampf auch viele positive Kommentare zu seinem Werben. Er würde als Präsident vermehrt in die Krebs- sowie Demenzforschung investieren und überhaupt könnte mit Biden auch eine mögliche Krankenversicherung für alle kommen, die vor allem von seinem Gegner Sanders gefordert wurde und durch die Corona-Krise wohl zunehmend Unterstützung gefunden hätte. Zudem steht Klimaschutz auf Bidens Wahlprogramm: Er möchte die USA im Gegensatz zu Trump bis 2050 klimaneutral machen.

Jedoch vergessen viele dabei nicht, dass Joe Biden schon oft Vorwürfe für unangemessenes Verhalten gegenüber Frauen und Kindern gemacht wurden. Ende März 2019 wurde auf einen solchen unangenehmen Fall von Lucy Flores, einer ehemaligen Abgeordneten aus Nevada, hingewiesen. Später entschuldigte sich Joe Biden öffentlich und es sei niemals seine Intention gewesen, Unwohlsein zu verursachen.

Biden ist weit entfernt von der Souveränität eines Obama, auch wenn er davon profitieren wird, dass er unter diesem Vizepräsident war. Biden sorgt dennoch auch für negative Schlagzeilen. Viele werden ihn also wählen, um vor allem eine weitere Amtszeit Trumps zu verhindern. Der Demokrat warnt daher auch offensiv, Trump sei eine „Bedrohung“ und, sollte Trump für acht Jahre regieren, „wird er für immer und grundlegend den Charakter dieser Nation verändern“.

Kann Joe Biden die Vereinigten Staaten also tatsächlich wieder zu einem besseren Land machen als Trump? Die Entscheidung liegt beim amerikanischen Volk und wird wahrscheinlich wieder sehr eng ausfallen.