In Gästeherbergen, Restaurants, Bars und an den Playas muss künftig auf Sicherheitsabstand geachtet werden. An den Stränden sollen Personenlimits sicherstellen, dass es nicht zu eng wird. Eine Maskenpflicht gilt bisher in Spanien nicht. Aber die Empfehlung der Regierung lautet, in geschlossenen Räumen und in Transportmitteln, wo wegen des Zusammentreffens vieler Menschen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht, Mund- und Nasenschutz zu tragen.
„Wir wollen Spanien wieder in Bewegung setzen“, sagt Regierungschef Pedro Sánchez. „Aber zugleich müssen wir die Gesundheit und das Leben der Bürger schützen.“ Spanien habe es zwar geschafft, die Zahl der Neuinfizierungen zu reduzieren. „Doch das Virus ist noch immer da.“
Am Freitag wurden von den spanischen Behörden 1.175 neue Infektionen gemeldet – ein vergleichsweise geringer Anstieg um 0,5 Prozent gegenüber dem Vortag. Die Gesamtzahl der durch Tests verifizierten Covid-19-Erkrankungen stieg auf 215.216. Die Zahl der Toten kletterte um 281 auf 24.824.
Friseure öffnen am Montag
Die erste Lockerung der härtesten Ausgangsbeschränkungen Europas trat bereits vor einigen Tagen in Kraft: Kinder dürfen nun wieder für eine Stunde täglich ins Freie. Von diesem Samstag an darf auch die erwachsene Bevölkerung für Sport und Spaziergänge wieder stundenweise vor die Tür. Eine Erleichterung, die von Millionen Bürgern, die seit dem 15. März unter kollektiver Quarantäne stehen, ersehnt wird.
Am Montag werden dann, nach sieben Wochen Zwangspause, Friseure und andere Dienstleister wieder öffnen. Auch Restaurantküchen können den Betrieb aufnehmen; aber zunächst nur, um Speisen zum Mitnehmen zuzubereiten.
Eine Woche später, am 11. Mai, startet die nächste Exit-Phase: Dann soll Hotels, gastronomischen Außenterrassen, Einzelhandelsgeschäften, Kirchen und Museen gestattet werden, die Türen zu öffnen – wenn auch mit strengen Auflagen. In Hotels dürfen zum Beispiel zunächst keine Büfetts angeboten werden, die Pools bleiben noch geschlossen. In Kirchen darf nur jeder dritte Sitzplatz besetzt werden.
Eine Woche später die Terrassen
14 Tage später, am 25. Mai, können Restaurants, Bars und Cafés in ihren Innenräumen Gäste bewirten. Auch Sehenswürdigkeiten, Kinos, Theater und Einkaufszentren sollen dann funktionieren. Der Betrieb sämtlicher Einrichtungen wird zunächst auf 30-50 Prozent der üblichen Personenkapazität begrenzt. Im Juni sollen schließlich die Strände geöffnet werden, Diskotheken dürfen aufmachen und Stierkämpfe können wieder stattfinden.
Für Spaniens Tourismusbranche wächst mit diesem Exit-Plan die Hoffnung, dass die Urlaubssaison doch noch nicht verloren ist. Als Versuchslabor für den Neustart des Fremdenverkehrssektors dienen vier spanische Ferienziele, die bereits weitgehend virusfrei sind: Die kanarischen Inseln La Gomera, El Hierro, La Graciosa und die Baleareninsel Formentera südöstlich Mallorcas dürfen bereits am kommenden Montag die Hotels öffnen und den Tourismusbetrieb wieder aufnehmen.
Andere Urlaubshochburgen, wie etwa Mallorca, sollen eine Woche später starten. Allerdings können in ganz Spanien, wegen der weiterhin geltenden Reisebeschränkung, zunächst nur einheimische Gäste beherbergt und bewirtet werden. Deswegen wollen viele Hoteliers und Gastwirte mit der Öffnung ihrer Betriebe noch einige Wochen warten.
Selbst die Spanier dürfen sich bis Juni nur innerhalb ihres Provinzbezirks bewegen. Die Ferienbranche hofft aber, dass von Juli oder August an das Einreiseverbot für ausländische Urlauber aufgehoben wird. Denn vor allem der internationale Tourismus, der 80 Prozent der Einnahmen ausmacht, lässt die Kassen klingeln.
Zu Demaart
Wenn der Tourismus stirbt geht es allen Mittelmeerländern an den Kragen. Sogar Restaurants hätten nicht komplett schließen müssen.Eine Woche zum Umdenken und dann weitermachen. Die Hälfte der Tische und Sitzplätze,Abstand,Bedienung nur mit Maske,keine Menükarte und Sanitäreinrichtungen die den Namen verdienen. Dann hätten diese Leute nicht gleich alles verloren.