Die Worte des Wirtschaftsministers Franz Fayot (LSAP) könnten kaum drastischer sein: „Die Auswirkungen auf die reale Wirtschaft sind nicht nur heftig, sondern brutal.“ Man könne sich an vorigen Krisen orientieren, doch diese hier sei einmalig. Die Regierung arbeitet gerade an einem Stabilisierungspaket für die Wirtschaft, an dem auch die Banken beteiligt werden sollen. Welche Maßnahmen und Instrumente dieses beinhalten wird, wollte Fayot noch nicht sagen. Es werde gerade eine Analyse durchgeführt.
Für den Wirtschaftsminister ist die Teilarbeitslosigkeit die wichtigste Maßnahme, um gegen die Auswirkungen der Krise vorzugehen. Der Staat zahlt Arbeitnehmern aus betroffenen Branchen 80 Prozent ihres Gehaltes, wenn sie wegen des Virus ihre Arbeit einstellen mussten. Die Maßnahme gilt auch für Lehrlinge und Arbeitslose in einer Arbeitsmaßnahme. Die Teilarbeitslosigkeit muss bei der Arbeitsagentur ADEM beantragt werden. Ein Computer-Programm sei in Ausarbeitung, sagte der Wirtschaftsminister, damit die Anfragen schneller gestellt und bearbeitet werden können.
„Werden nicht allen helfen können“
Fayot rief die Betroffenen zur Geduld auf: „Gebt uns eine Chance, die tausenden Anfragen zu bearbeiten, die wir bekommen.“ Auch einige Ministeriumsmitarbeiter müssten zu Hause bleiben. Man sei noch dabei, sich personell aufzustellen. Die Teilarbeitslosigkeit gilt nur für Arbeitnehmer, die wegen des Coronavirus nicht mehr tätig sind. Sie kann nicht von Menschen beantragt werden, die von zu Hause aus weiter arbeiten.
Selbstständige und Unternehmen können die Zahlung von Steuern und Sozialbeiträgen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Die Regierung sei sich der Situation bewusst, sagte der Wirtschaftsminister. Laut Fayot wird im Stabilisierungspaket angedacht, dass die Regierung Gelder vorstreckt, damit die Betroffenen ihre laufenden Kosten bezahlen können. „Ich will keinem falsche Hoffnungen machen“, sagte er, „wir werden nicht allen Unternehmen helfen können.“ Er rief die Vermieter von Gewerbeflächen auf, verständnisvoll zu sein, wenn die nächste Miete nicht rechtzeitig bezahlt wird.
Wie schützt man sich am besten vor einer Ansteckung?
Die Schutzmaßnahmen sind die gleichen wie bei anderen Infektionen der Atemwege: Hände regelmäßig und gründlich waschen, in den Ellbogen oder in ein Papiertaschentuch niesen und das Taschentuch sofort in einem abgedeckten Mülleimer entsorgen, Händeschütteln und Küssen vermeiden, von engem Kontakt mit kranken Menschen absehen, zu Hause bleiben, wenn man krank ist, und es unterlassen, das Gesicht mit den Händen zu berühren.
Seit dem 2. März 2020 ist eine Hotline für die Öffentlichkeit unter der Nummer 80 02 80 80 in Betrieb.
Menschen mit Symptomen einer Infektion oder solche, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, sollen nicht zum Arzt oder in die Notaufnahme gehen, sondern die Nummer 80 02 80 80 (oder im Notfall 112) anrufen. Darüber hinaus sollten sie von Besuchen bei gefährdeten Personen absehen.
Das Coronavirus im Steckbrief
– Name: Coronavirus, Covid-19
– Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion
– Am meisten betroffene Körperregion: Lungen
– Symptome: trockener Husten, Fieber, Atemnot
– Inkubationszeit: bis zu 14 Tagen
– Gefährlich besonders für ältere Menschen oder Personen, die schon (schwere) gesundheitliche Probleme haben
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