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Aktionsplan gegen AlkoholmissbrauchHochprozentiger Alkohol nur noch ab 18 Jahren

Aktionsplan gegen Alkoholmissbrauch / Hochprozentiger Alkohol nur noch ab 18 Jahren
Exzessiver Alkoholkonsum kann gefährliche Folgen haben. Verkehrsunfälle gehören ebenso dazu wie mögliche gesundheitliche Schäden. Foto: Editpress/Hervé Montaigu

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Das Mindestalter für den Konsum von hochprozentigen alkoholischen Getränken soll künftig auf 18 Jahre angehoben werden. Dabei handelt es sich nur um eine von vielen Maßnahmen im neuen Aktionsplan gegen Alkoholmissbrauch (Palma).

Alkohol ist ein Laster, das von der Gesellschaft allgemein toleriert, wenn nicht sogar gefördert wird. Betrunken sein gehört schon fast zum guten Ton auf Dorffesten und Familienfeierlichkeiten. Wer jedoch nüchtern bleiben möchte, sieht sich oft schiefen Blicken und strengen Fragen ausgesetzt. Gegen ein Feierabendbier ist eigentlich auch nichts einzuwenden. Wenn aus dem einen Bier aber regelmäßig zwei, drei oder mehr werden, droht die Gewohnheit schnell eine Sucht zu werden.

Fest steht: Wer zu viel Alkohol trinkt, riskiert schwerwiegende Folgen für die physische und die psychische Gesundheit. Mehr als 300.000 Todesfälle konnten zuletzt jährlich in Europa exzessivem Alkoholkonsum zugerechnet werden. Und auch in Luxemburg ist Alkohol eine der größten Gefahren für das öffentliche Gesundheitswesen. Wenn auch die meisten diesbezüglichen Statistiken im Großherzogtum durch externe Faktoren verfälscht werden, so scheint doch in Luxemburg laut Weltgesundheitsorganisation fast jeder dritte Erwachsene mindestens einmal im Monat exzessive, sprich gefährliche Quantitäten Alkohol zu sich zu nehmen.

Dem will die Regierung nun mit dem ersten nationalen Vierjahresplan gegen Alkoholmissbrauch, dem Palma, entgegentreten. Das Akronym steht für „Plan d’action luxembourgeois de réduction du mésusage de l’alcool“ (Download hier als PDF). Ziel ist es, den Missbrauch von Alkohol und dessen Folgen für das Land erheblich zu verringern. Dabei wolle man „ein günstiges Umfeld schaffen, das es der Bevölkerung erlaubt, gesunde und vernünftige Verhaltensweisen dem Alkoholkonsum gegenüber zu entwickeln“.

Wichtig sei, dass jeder Bürger ein Bewusstsein für den eigenen Konsum entwickle, betont Noch-Gesundheitsminister Etienne Schneider. Die meisten Menschen seien sich der verheerenden Schäden auch bewusst, die Alkoholmissbrauch anrichten kann. „Dennoch wirkt sich der Konsum negativ auf die Gesundheit aus und stellt ein vermeidbarer Risikofaktor für Herz- und Kreislauferkrankungen, Krebs, Leberkrankheiten und Geistesstörungen dar“, so Schneider.

Sechs große Achsen

Palma stützt sich auf sechs große Achsen, deren jeweilige Maßnahmen und Initiativen einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. So will sich die Regierung etwa darauf konzentrieren, die aus Alkohol resultierenden Schäden zu verringern und einen vernünftigen Umgang mit alkoholischen Getränken zu fördern. In diesem Zusammenhang soll denn auch der gesetzliche Rahmen angepasst und das Mindestalter für den Konsum hochprozentiger Getränke auf 18 Jahre angehoben werden. Luxemburg sei nämlich eines der wenigen EU-Länder, in dem der Verkauf alkoholischer Getränke an 16-Jährige erlaubt sei, so Schneider.

Sensibilisierungskampagnen sollen sich nicht nur an die globale Bevölkerung richten, sondern auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zugeschnitten werden, um zum Beispiel gezielt die Jugendlichen, das Arbeitsumfeld oder schwangere Frauen anzusprechen. Außerdem soll auch die Gesellschaft als Ganze beim Kampf gegen Alkoholmissbrauch stärker in die Pflicht genommen werden. Ein dritter Punkt behandelt die Früherkennung einer Alkoholsucht, während sich Punkt vier mit der Verbesserung der Therapie- und Versorgungsmöglichkeiten befasst – inklusive einer Aufstockung der Therapieplätze in den diesbezüglichen Einrichtungen des Landes.

Fachpersonal soll künftig verstärkt in den Genuss von spezifischen Aus- und Fortbildungen im Bereich des Alkoholmissbrauchs kommen. Letztlich will auch die Wissenschaft mit spezifischen Forschungsprojekten ihren Teil zur Lösung des Problems beitragen. Gesundheitsminister Etienne Schneider erinnert denn auch daran, dass der Aktionsplan und dessen Auswirkungen in einem jährlichen Aktionsplan unter die Lupe genommen werden sollen. Zusätzliche Ansatzpunkte versprechen sich die politischen Verantwortlichen durch externe Gutachten in den Jahren 2022 und 2024.