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„Parc d’activités Syrdall“ wird nach Jahren offiziell eingeweiht

„Parc d’activités Syrdall“ wird nach Jahren offiziell eingeweiht

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Besser spät als nie: Der «Parc d’activités Syrdall» besteht zwar schon seit einigen Jahren, wurde aber jetzt erst auch offiziell eingeweiht. Die interkommunale Gewerbezone ist ein Modell für die nachhaltige Bewirtschaftung einer solchen Zone, wurde betont. 

Die Idee, eine Industriezone in Niederanven zu gründen, wurde Ende der 1980er Jahre geboren, und zwar im Rahmen der Erweiterung der Autobahn A1 in Richtung Trier. Anfang der 1990er siedelten sich bereits die ersten Firmen hier an. Die Gemeinde kaufte damals die notwendigen Gelände in «Bombicht» für 15.000 Luxemburger Franken (375 Euro) pro Ar. Sie erhielt das Recht auf 14 solcher Flächen und investierte viel Geld in die Erschließung und die Gestaltung des Areals. Die Gewerbezone hatte glücklicherweise aber von Anfang an Erfolg. Immer mehr Firmen ließen sich dort nieder. Die Nähe zur Autobahn und zur Hauptstadt machten das Gebiet interessant. Heutzutage können interessierte Gesellschaften ein Gelände zu einem Preis von 38 Euro pro Ar kaufen. Sie müssen sich aber an den Infrastrukturarbeiten beteiligen.

Quasi zum selben Zeitpunkt wurde in der Nachbargemeinde Schüttringen der «Parc d’activités Syrdall» geschaffen. «Wir hatten uns für strenge Umweltauflagen entschieden, die bei vielen Unternehmern nicht gut ankamen», erinnert sich Bürgermeister Jean-Paul Jost. Er freut sich, dass in Zwischenzeit aber sämtliche Unternehmen der Gewerbezone die Maßnahmen u.a. zur Reduzierung der Schadstoffbelastung unterstützen. Auch sei es im Zusammenhang mit der Schaffung der Industriezone zu Enteignungen gekommen, so Jost, der bedauert, dass das ganze Projekt deswegen nur mit Verzögerung umgesetzt werden konnte. Mitte der 1990er ließen sich erst die ersten Betriebe dort nieder. Das schmälerte die Anziehungskraft der Industriezone aber nicht.

Zusammen stark

Beide Gemeinden beschlossen nach kurzer Zeit, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren, unter anderem um diverse Probleme, die beide Zonen betrafen, schneller lösen zu können. Diese Kooperation gipfelte 2012 in der Gründung der «Entente Parc d’activités Syrdall». Dadurch wurden beide Gewerbezonen unter einem Namen vereinigt, was sowohl bei den Besuchern als auch bei den Kunden und Zulieferern für mehr Klarheit sorgte. Am Anfang waren 34 Betriebe Mitglied der Vereinigung. In Zwischenzeit sind es 115. Sie zählen insgesamt etwa 7.500 Arbeitnehmer. Von den 57 Firmenbesitzern seien 45 in der Entente aktiv, freut sich ihr Vorsitzender, Christian Kaempff.

Der Präsident der Entente betont, dass einer der Vorteile des «Parc d’activités Syrdall» das Vereinen der Natur und der wirtschaftlichen Aktivitäten sei. Eine Idee, die die uneingeschränkte Zustimmung von Premierminister Xavier Bettel (DP) erhielt. Auch er bestand auf die Verbesserung der Lebensqualität – und das überall und zu jeder Zeit.

Guter Vekehrsfluss

Zudem sei der Verkehrsfluss im Gewerbegebiet hervorragend, so Kaempff weiter. Der Erfolg sei aber nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren zustande gekommen. Diese Kooperation im Rahmen der Entente soll weitergehen, ja sie soll sogar noch intensiviert werden. So werde der Strom beispielsweise gemeinsam eingekauft. In diesem Zusammenhang werde nur «grüner Strom» erworben, heißt es. Denn dieser sei zwischen 12 und 35 Prozent billiger als der herkömmliche.

Die Industriezone «Weiergewann» aus Contern sei auch schon auf den Zug aufgesprungen, freut sich Kaempff. Auch bei der Abfallbeseitigung sollen Synergien entstehen. Die Kreislaufwirtschaft soll fester Bestandteil bei der künftigen Gestaltung der Aktivitätszone sein. Die Gemeinden Niederanven und Schüttringen sprechen sich des Weiteren für den Erhalt des Bahnhofs in Münsbach aus. Er sei wichtig für den öffentlichen Transport. Sie wollen auch den Langsamverkehr im Gewerbegebiet weiter fördern. Schließlich soll ein Tag der offenen Tür für den «Parc d’activités» werben.

Raymond Weydert, Bürgermeister von Niederanven, ist mit der Entwicklung zufrieden. Er bleibt aber kritisch. Zwar befürwortet er die Schaffung von Gewerbezonen, der Plan der Regierung, die bestehende Aktivitätszone Syrdall um 26 Hektar zu erweitern, sorgt aber für Sorgenfalten auf seiner Stirn. Das im vektoriellen Leitplan vorgesehene Projekt scheint ihm zu ambitiös, unter anderem weil dadurch Verkehrsprobleme geschaffen werden könnten, vom Einfluss auf die nahe gelegene Naturschutzzone ganz zu schweigen.

Francine Closener (LSAP), Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, erinnerte ihrerseits daran, dass im «plan sectoriel» 477 Hektar an möglichen Gewerbegebieten vorgesehen sind. Die Entscheidung, ob sie geschaffen werden, liege aber bei den Bürgermeistern. Sie lobte auf jeden Fall die Verantwortlichen der Gewerbezone Syrdall. Ihr Gewerbegebiet habe Modellcharakter, weil sie auf den Pfeilern der nachhaltigen Entwicklung aufgebaut sei. Auf dieser Schiene müsse man weiterfahren, egal wie die nächste Regierung aussieht, so Closener mit einem Grinsen.

roger wohlfart
3. Oktober 2018 - 19.27

Ach, das heisst heute Aktivitätspark ! Früher nannte man sowas eine Gewerbe- oder Indstriezone. Hätte ich den Artikel nicht vollständig gelesen, hätte ich angenommen es handle sich um einen Freizeitpark. Aber, wie gesagt: hätte, hätte, Fahrradkette.