Rund 50 Geschäfte nahmen an der diesjährigen Echternacher Sommerbraderie teil. Dazu kamen noch die zahlreichen Verkaufsstände in der Fußgängerzone und auf dem Marktplatz. Umrahmt wurde das Shopping-Erlebnis von einem vielseitigen Animationsprogramm.
Zwei Braderie-Wochenenden organisiert die «Union commerciale et artisanale Echternach» (UCAE) jedes Jahr. Die Braderie im Juni 2018 hatte wegen der Unwetter, die die Region Müllerthal unter Wasser setzten, weniger lokale und regionale Kunden angelockt, waren doch zahlreiche Einwohner in der Region noch mit Putz- und Aufräumungsarbeiten beschäftigt.
Aber dieses Wochenende spielte der Wettergott mit. Es war zwar kühl und bewölkt, aber die Sonne zeigte sich immer öfter und lud die Gäste zum Verweilen ein. Denn die älteste Stadt des Landes hat mehr zu bieten als nur Geschäfte: Schon immer war sie mit Kultur verknüpft.
Internationales Festival
Daher haben die UCAE-Verantwortlichen diese Ausgabe der Braderie mit einem Internationalen Festival für Mandoline und Gitarre verbunden. Rund 300 Musiker aus neun Ländern boten 22 kostenlose Konzerte an verschiedenen Orten im Stadtzentrum an. So wurden auch geschichtsträchtige Orte wie die alte Pfarrkirche Peter und Paul, das Rokoko-Pavillon und der Dënzelt wiederbelebt. Wer’s lauter mochte, genoss die Musik der Rockband OFB und der Jazzband, die durch die engen Gassen zog.
Vielseitig war das Angebot der Geschäfte und der Verkaufsstände. Es reichte von Markenartikeln über Haushaltswaren bis hin zu Schmucksachen und Keramik. Schnäppchenjagd war angesagt. Und mit Erfolg.
Drei Fragen an Tess Burton und Ben Scheuer
(Ost-)Abgeordnete und Erster Schöffe
Wie sieht es mit der Hilfe für die durch die Unwetter betroffenen Touristenbetriebe?
Die mittelständischen Betriebe erhalten eine staatliche Beihilfe sowohl für direkte als auch indirekte Schäden wie zum Beispiel die Berdorfer Betriebe, bei denen die Kundschaft wegen gesperrter Straßen ausbleibt.
Wie sieht die Verkehrslage in Echternach aus?
Durch die Sperrung der Straßen um Berdorf hat sich die Verkehrslage in der Stadt verschärft. Es gibt mehr Verkehr und noch längere Staus. Die Gemeinde setzt sich für einen schnellen Fortgang der Reparaturarbeiten ein.
Wie wird die Echternacher Geschäftswelt unterstützt?
Die Gemeinde hat die Subsidien an den Geschäftsverband erhöht, um eine effizientere Werbung betreiben zu können. Auch hat sie sich bei den Geschäftsinhabern eingesetzt, damit sie sich an der staatlichen Online-Platform Letzshop beteiligen.
Drei Fragen an Christian Perret
Präsident der «Union commerciale et artisanale Echternach»
Was sind die Trümpfe der Echternacher Geschäfte?
Das sind die inhabergeführten Geschäfte, bei denen der Chef noch vor Ort ist, sowie das fachkompetente Personal und das breitgefächerte Angebot.
Was sind die Auswirkungen des Geschäftszentrums Nonnemillen auf die innerstädtischen Geschäfte?
Wir sehen uns nicht als Konkurrenten. Einerseits hat das Geschäftszentrum eine größere Kundschaft in die Abteistadt gelockt. Andrerseits zieht es eine andere Kundschaft an als der Einzelhandel. Eigentlich sehe ich das Ganze positiv.
Ein Blick in die Zukunft …
Wir hoffen, dass während des Umsetzens des Masterplans «Gare» genügend Parkplätze im Bahnhofsviertel für unsere Kunden zur Verfügung stehen.
Von unserem Korrespondenten Alain Muller
Zu Demaart
Die Verkehrssituation wird sicherlich nicht dadurch besser, dass der Schoeffenrat offensichtlich auf Bevoelkerungswachstum setzt ohne die schon bestehenden Verkehrsprobleme auch nur ansatzweise zu loesen. Ein Wachstum auf 8-9000 Einwohner loest kein einziges bestehendes Problem, sondern schafft neue und groessere Probleme. Wachstumsfetischismus alter Schule sollte der Vergangenheit angehoeren.