Sind die Differdinger allesamt kleine Nimbys? Kleinkarierte Wutbürger, die mit nichts zufrieden sind? Vor etlichen Wochen wollten sie keine Steinwollfabrik und jetzt wollen sie ArcelorMittal daran hindern, Altreifen in großem Stil zu verbrennen.
Von Pascal Hansen
Als vor einigen Monaten die Differdinger ihrem Unmut über eine direkt vor ihrer Haustür geplante Steinwollfabrik Luft machten, dachten anfangs viele Nicht-Anrainer, es handele sich um das berüchtigte Nimby-Syndrom («Not In My Back Yard»). Sie hatten nicht verstanden, dass die Differdinger (sowie auch ihre direkten Nachbarn) schon seit geraumer Zeit unter starken Geruchsbelästigungen leiden und deshalb keine Lust mehr darauf hatten, noch eine weitere potenzielle Gestankquelle zu ertragen.
In der Tat stinkt es abwechselnd nach verkochtem Holz oder verbranntem Gummi, je nachdem, welche Windrichtung ausschlaggebend ist. Die potenziellen Akteure sind denn im Volksmund schnell ausgemacht: «d’Kronospan an d’Arbed»! Auch wenn es dafür nicht immer wirklich handfeste Beweise gibt und wohl auch noch andere Kandidaten vielleicht in Frage kämen.
Ein Ei des Kolumbus
Aktuell sorgt ArcelorMittal für einen zusätzlichen Aufreger in der «Cité du Fer» während der Sommerferien. Denn am 11. Juli lief nun im Rahmen einer Kommodo/Inkommodo-Prozedur die öffentliche Befragung zu einem neuen Projekt an. Doch um was geht es genau? Nun, ArcelorMittal will Altreifen «valorisieren». Und zwar in ganz großem Stil.
In der Praxis sieht es so aus, dass ein Elektrostahlofen neben dem Schrott, der wieder eingeschmolzen werden soll, auch Brennmaterial braucht. Und da hat der Luxemburger Stahlgigant nun einen billigen Rohstoff gefunden: Altreifen. Denn die wollen entsorgt werden, verschmutzen sie doch ansonsten die Umwelt. Im Fokus stehen dabei luxemburgische Altreifen, die bislang im Ausland entsorgt wurden. Während der Stahlgigant das Verbrennen der Altreifen als ökologisches Ei des Kolumbus zu verkaufen versucht, stinkt das Vorhaben den Differdingern mächtig. Zwar hat wegen des billigen Rohstoffs bislang noch niemand offiziell von einer Win-win-Situation gesprochen, doch die Vokabel liegt förmlich in der Luft. Denn einerseits würde – laut ArcelorMittal-Lesart – in Luxemburg ein ökologisches Problem gelöst, andererseits wären die Altreifen sehr billiges Brennmaterial. Aber die Differdinger sehen sich als große Verlierer einer angeblichen Win-win-Situation.
Schwergewichtige Argumente
Wie Carlo Scacchi vom Differdinger Umweltamt dem Tageblatt gegenüber bestätigte, haben 482 Bürger im Rahmen der Kommodo-Prozedur eine Reklamation eingereicht. Und das, obwohl die Reklamationsfrist größtenteils in die Sommerferien fiel.
Die allermeisten Reklamanten haben einen Brief unterschrieben, indem sie ihren Sorgen Ausdruck verleihen und Bürgermeister Roberto Traversini auffordern, ArcelorMittal keine Genehmigung zu erteilen. Sie führen dabei mehrere schwergewichtige Argumente an. Zum einen weisen sie darauf hin, dass das Verbrennen eines Kautschukgemischs neben dem bereits kunterbunten und mit Lackfarben, Plastikteilen oder Metallen verseuchten Schrott eine unannehmbare Verschlechterung der Lebensqualität für die Bevölkerung darstelle.
Bereits jetzt müssten die Differdinger allerlei unangenehme Gerüche des Stahlfabrikanten ertragen. In diesem Zusammenhang stellen sie die Frage, ob ArcelorMittal nicht Filteranlagen einbauen müsste, um dem bereits jetzigen Gestank, der regelmäßig die Differdinger Luft flutet, Einhalt zu gebieten. Die Beanstander wollen des Weiteren auch wissen, ob alle Rauchwolken, die derzeit so ziemlich überall aus allen Rohren und Kaminen am Differdinger Standort in die Luft geblasen werden, tatsächlich gefiltert werden.
Unzumutbare Situation
Aus all diesen Gründen bitten die Unterzeichner der Reklamation den Bürgermeister, zum Wohl ihrer Gesundheit und jener ihrer Kinder, ArcelorMittal nicht noch eine weitere Genehmigung zwecks «valorisation de pneus usagés au four électrique», wie es im offiziellen Kommodo-Antrag heißt, zu erteilen. Zumindest nicht, solange die aktuellen Gestankprobleme nicht gelöst worden sind. Denn die momentane Situation sei schon lange nicht mehr zumutbar. Sie verweisen dann auf den Ausstoß von Schwermetallen, Dioxinen und anderen gesundheitsschädigenden Substanzen, wobei in der Vergangenheit immer wieder die Grenzwerte überschritten wurden. Sie bemängeln ebenfalls, dass in der Vergangenheit ihren permanenten Reklamationen nie Gehör geschenkt wurde.
«Die Leute sind beunruhigt», sagt Carlo Scacchi. «Sie bemerken sporadisch größere Staubmengen oder Gestank und sorgen sich um ihre Gesundheit. Sie bezweifeln, dass die Elektrostahlöfen auch für Altreifen und Gummi ausgelegt sind.» Der Umweltberater wird nun in den nächsten Tagen dem Schöffenrat eine Zusammenfassung der Reklamationen vorlegen und eine auf messbare Fakten basierende Beurteilung formulieren. Der Schöffenrat wird sich damit befassen, sobald er dann wieder vollständig aus dem Urlaub zurück ist.
Zu Demaart
Luxcontrol = TÜV Rheinland. Wéivill ARCELOR stécht dann nach dran?
Wéin ass déi onofhängeg Organisatioun dann ? Luxcontrol , wou ArcelorMittal selwer Mataktionnaire ass?
Tjo zu deifferdeng sin et 3t keng 300kg. An ech wees et well ech selver do gefuer sin an mam krahn 1 sengem greiffer ass dat onmeigleg 300 kg ze huelen.
Bei den Ofgasen gëtt et eng Online Miessung déi direkt gesamt Ofgasen op Computeren vun de Emweltverwaltung ugewisen ginn . Iwwerngs ginn 2 bis 3 mol am Joer komplementar Ofgasmiessungen vun onofhängen Organisatiouen direkt um Site gemaach
Do gesäit een dat dir keng Ahnung vun näischt hut . Et ginn schon zanter Joeren Pneuen um Belval verbrannt . Esou guer mat der Ennerstezung vum Emweltministère . Et sinn och keng 3 t mee 300 Kg pro Charge . Kraneführer wou déi Pneuen an den Schrottkuerf gehéien bréngen daat ganz gutt färdech . Waat deb Cout vun Pneuen ass kann ech iech nët soen wëll Interna ass. Iwwergens ass ët vill manner Emweltshiedlech Pneuen an engem Uewen mat Enstaubung ver verbrennen wei et elo gemaacht gëtt . Dei eng vergruewen se am Bueden waat Grondwaasser verschmotzt , anneren vergruewen se am Sand wou einfach Joerdausenden brauchen vir ze verotten . Annere verbrennen se illegal op Deponien wou Schadstoffen ongefiltert an Natur kommen
Sin gëschter vun engem richtigen Déifferdanger Schmelzer beléiert gin. Déi betraffen Filteren funktionéieren zu 95%. Déi Emwelt Spezialisten sollen emol regelméisseg moossen, eventuell esou wéi den Mischi zu Kaerjheng.
Léif Déifferdénger, är Elteren a Grousselteren hu misse vergëftent Geméis aus dem Gaart iessen an elo ass et un ärem Tour.
Mit von Steuerhinterziehungsgeldern, die am Blv Royal von den Bäumen fielen, lebenden, verwöhnten und der Wirklichkeit entrückten Luxemburgern wird die Reindustrialisierung und die Diversifizierung unserer Wirtschaft wohl kaum gelingen. Herrn Werner dei Dank. Unserer Generation ging's gut. Die nächste wird allerdings mit den Unannehmlichkeiten, die auf die derzeitige Verweigerungstaktik folgen werden, leben müssen. Dem Luxusdasein werden die Flügel gestutzt werden. Nimby's schiessen sich letzlich immer ins eigene Knie. Das Wehgeschrei wird dann fürchterlich sein.
Dei verbrennen dach schon laanh pneuen vun Trakteren do zwar "nemmen" 3t, mee wei soll een mat engem Schrottkrahn den e Greifer huet den bis iwer 15t kann huelen wessen ob et elo do 3t oder 5t oder 8t dran sin. An keng anhscht et sin filteren do mee den Ueven selver leevt net richteg eseu dass de Prozess net optimal ass an doweinst Entstaubung net richteg zitt. Ausserdem geheien Sie ca. 3t fille de pneuen dran well dei heich am Kuelenstoff sin, mee wat ass mei belleg fille de pneu beim schrotthändler kaafen weu de ganzen kautschuk erov muss geholl gin oder direkt de ganzen pneu an den Ueven?
Ech kann mer net virstellen dass EEn virun 30/40 oder 50Joër hätt därfen esou reklaméieren. Et schéngen lauter Leit ze sin di net do därfen schaffen. Si wëssen net mei wi hir Elteren an Grousselteren hirt Brout do verdéngt hun. Dovun ofgesin sin ech och derfir Filteren anzebauen, wann et dann méiglech ass. Anscheinend geet dat jo. Mais wéi ass et dono mam Contrôle.
Ech si mer nët secher opb déi Reklamatiounen elo nach eppes bréngen. Ët schéngt wéi wann an der Läscht ëmmer méi den Akronym zoutrëft: NIMEY - "Not In My Election Year" bei eenzelnen Politiker. (NIMFOS as bei Wandmillen: "Not In My Field Of Sight")
Tja, am Minett ass dat esou. Filteren gët ze deier, soot schon eisen Chef Kontermeeschter zu Déifferdeng, ëm 1978. Meng mamm huet méch ëmmer an de Gaard geschéckt d'Wäsch eroofhuelen wann se Kamäiner gebotzt hun. Dann war den Kaabes am Gaard nët méi gring sondern donckelroud oder schwaarz. Wann déi richteg Filteren géifen gebraucht gin, wär bestëmmt keen Problem.
Déifferdenger maachen sech Suergen wann Arcelor e puer Tausend Pneuen wel verbrennen. Ech kann déi Déifferdenger berouegen, ech därf op alle Fall méin Gromperengelef an déi véier kleng Aescht vun mengem Aeppelbaam net méi vrebrennen. All are equal but some pigs are more equal than others.
Genial! Weider esou. Wann et färdeg ass, ass et net de Lakshmi Mittal deen d‘Wierker hei am Minett zoumecht mais d’Emweltamt an d‘Leit ronderem d‘Wierker (och um Belval) déi sech opreegen iwwer Kaméidi, Gestank, Stepps... Zu Remeléng op der Intermoselle enfournéieren se schon zanter Joerzingten aal déchiketéiert Pneuen fir d‘Klinkerproduktioun. Do kréiht keen Hunn duerno. Op der Belvaler Schmelz ginn ebenfalls schon e Strapp Pneu‘en am Elektrouewen agesaat, do kréiht och keen Hunn méi duerno. Wann ee niewent enger Industrie wunnt ass een deenen Nuisancen ausgesaat.
Genial! Weider esou. Wann et färdeg ass, ass et net de Lakshmi Mittal deen d‘Wierker hei am Minett zoumecht mais d’Emweltamt an d‘Leit ronderem d‘Wierker (och um Belval) déi sech opreegen iwwer Kaméidi, Gestank, Stepps... Zu Remeléng op der Intermoselle enfournéieren se schon zanter Joerzingten aal déchiketéiert Pneuen fir d‘Klinkerproduktioun. Do kréiht keen Hunn duerno. Op der Belvaler Schmelz ginn ebenfalls schon e Strapp Pneu‘en am Elektrouewen agesaat, do kréiht och keen Hunn méi duerno. Wann ee niewent enger Industrie wunnt ass een deenen Nuisancen ausgesaat.