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Moselschleusen in Luxemburg sind nach Wartung wieder voll funktionstüchtig

Moselschleusen in Luxemburg sind nach Wartung wieder voll funktionstüchtig

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Von Herbert Becker

Vor knapp zwei Wochen war die Moselschifffahrt für rund eine Woche gesperrt. Anlass zu dieser Maßnahme war jedoch nicht etwa eine Havarie, sondern die alljährliche Sperrzeit, die für dringend erforderliche Reparatur- und Wartungsarbeiten an den Moselschleusen zwischen Koblenz (D) und Apach (F) – also auch an den Staustufen Grevenmacher und Stadtbredimus – benötigt wird.

Wir sind mit Diplomingenieur Ralph Nettekoven, Abteilungsleiter „Bau und Unterhaltung“ beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Trier, verabredet. Sein Ressort ist verantwortlich für die Wartung und Unterhaltung der Moselschleusen, von km 115 bei Kinheim (D) bis km 242 bei Apach (F). „Die turnusmäßigen Sperrzeiten für die Moselschifffahrt ziehen direkt keine Nachteile für die Reedereien nach sich. Die Termine sind weit im Voraus geplant und bekannt, sodass man sich entsprechend darauf einstellen kann. Bis zum Jahr 2025 sind bereits alle Termine festgelegt,“ erklärt Nettekoven.

„Welcher Art sind die Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten?“, möchten wir in Erfahrung bringen. „Hier in Grevenmacher hielt sich das in diesem Jahr in Grenzen. Wir haben einige Revisionsverschlüsse erneuert und diverse Betonarbeiten an den Wänden der Kanäle vorgenommen. Dazu werden Reibhölzer ersetzt, die zum Schutz dienen, dass die Schiffe mit den Außenwänden nicht die Kanalwände berühren. An der Schleuse Stadtbredimus, die wir anschließend besuchen werden, gab es aber größere Reparaturen. Wir sind stets darauf ausgerichtet, einen leistungsfähigen Verkehrsweg zur Verfügung zu stellen, wir unterhalten neben den Schleusen auch Wehre, Pumpwerke, Brücken und Schifffahrtszeichen. Unsere Dienststelle hat hierfür die Verantwortung, der Betrieb der Schleusen hier im Großherzogtum wird vom ‚Service de la navigation‘, unter der Leitung von Michel Schmitz, gesichert, bei der Unterhaltung kooperieren wir mit ‚Ponts et chaussées’“, erklärt der Ingenieur. „Weiter verstehen wir uns als Bindeglied zu den luxemburgischen und französischen Behörden, also dem ‚Service de la navigation‘ und der ‚Navigation du Nord-Est‘ in Metz.“

Aufwändige Reparaturarbeiten

Vor unserer Weiterfahrt nach Stadtbredimus werden wir Zeuge einer Schleusung. Die „Tarragona“, ein mit Getreide beladenes, unter belgischer Flagge fahrendes Frachtschiff, ist talwärts unterwegs. Ralph Nettekoven erklärt fachkompetent das Procedere beim Schleusenvorgang, ein Hub- und Senktor bringt hierbei den Wasserspiegel auf die erforderliche Höhe bei der Einfahrt in den 170 m langen Kanal. Die Kammer zum Ausfahren aus der Schleuse wird dabei entsprechend geleert.

In Stadtbredimus, zum Abschluss unserer Visite, berichtet Nettekoven, dass es hier im März einen größeren Schaden gegeben habe. „Ein großer Holzklotz trieb auf der Sohle und verklemmte sich beim Öffnen des Schleusentores derart, dass das Tor aus dem Lager gehoben wurde. Das hatte einen Riss im Lager zur Folge. Zudem waren diverse Schutzbleche erheblich verbogen. Wir haben dann eine notdürftige Reparatur vorgenommen, um die Funktionstüchtigkeit zu erhalten. Die 70.000 Euro teure Instandsetzung haben wir dann vergangene Woche während der Sperrzeit vorgenommen. Hierfür musste die ganze Kammer trockengelegt werden, da auch Schweißarbeiten durchgeführt werden mussten. Auch ein 500-Tonnen-Kran kam zum Einsatz. Neben den turnusmäßigen Sperrzeiten werden aber auch ganzjährig in regelmäßigen Abständen Bauwerksinspektionen vorgenommen. Alles wird dokumentiert, sodass wir einen Überblick darüber bekommen, was bei der nächsten Sperrung instand gesetzt werden muss. Die Kosten werden im Übrigen 50:50 zwischen dem Großherzogtum und Deutschland geteilt.“

„Wie hoch ist das Güteraufkommen auf der Mosel und wie hoch sind die zu entrichtenden Schleusengebühren?“, möchten wir abschließend in Erfahrung bringen. „Das Güteraufkommen ist im vergangenen Jahr durch die Verbesserung der Fahrbedingungen wieder deutlich gestiegen, auf rund 10,8 Millionen Tonnen. Zu den Fracht- und Transportschiffen kommen dann noch, was den Verkehr auf der Mosel anbelangt, die Personenschifffahrt und die Sportboote hinzu. Die Schleusengebühren sind bei einer Fahrt immer nur einmal zu entrichten. Die Gebührenhöhe richtet sich hierbei nach der Tonnage, der Art des Ladegutes und der zu fahrenden Strecke.“

Wir resümieren: Die Moselschifffahrt liegt bei den zuständigen deutschen und luxemburgischen Institutionen in kompetenten Händen. Sie gewährleisten eine uneingeschränkte Nutzung des Wasserweges.

Leonie
27. Juni 2018 - 16.22

Interessant Frage:warum ist rechts des tores frisch gestrichen und links nicht?