Die Polizei hat ihr Museum – aber für wie lange noch? Die Ausstellungshallen in Luxemburg-Verlorenkost sollen nämlich Platz für ein Immobilienprojekt machen.
Das Polizeimuseum befindet sich in der 1955 gebauten Ex-Gendarmerie-Kaserne auf Verlorenkost. Dort warten über 5.000 Ausstellungsstücke auf Besucher, von Dokumenten und Fotos über Uniformen, Abzeichen, Computer, Fotoapparate, Funkgeräte, Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände bis hin zu den Fahrzeugen.
Das Museum wird integral mit Geldern der Mitglieder der Vereinigung sowie Spenden betrieben. Der Eintritt ist frei. Das «Musée de la Police» hat Erfolg. Im letzten Jahr besuchten, ohne nennenswerte Werbeaktion, 848 Personen die Ausstellungsräumlichkeiten. Die «Frënn vum Policemusée» nahmen zudem an 14 Veranstaltungen mit einem Informationsstand teil. Dort informierten sich 2.900 Besucher über das Museum.
Die Ehrenamtlichen, die die Galerie seit 2010 betreiben, investierten laut eigenen Angaben alleine im letzten Jahr über 1.700 Stunden in den Unterhalt der Ausstellungsstücke und des Gebäudes. Die «Frënn vum Policemusée» sind äußerst dynamisch. Es fanden bereits viele Events statt, andere sind geplant, wie Spurensicherungs-Tage, eine Ausstellung zum 90. Geburtstag der «Police de la route» usw. An Ideen fehlt es den Museumsbetreibern also nicht.
Jetzt aber wurden sie abrupt in ihrem Elan gestoppt, als bekannt wurde, dass die Ausstellungshallen zu marode seien, um sie zu sanieren. Die Einrichtungen seien außerdem nicht funktional genug, um weiterbetrieben zu werden, und der Zugang sei schwierig, erklärte schon vor einigen Monaten Polizeiminister Etienne Schneider im Parlament.
Der Minister bevorzugt die Schaffung eines neuen Museums, das sich unter anderem durch ein klares pädagogisches Konzept auszeichnet. Denn neben ihrer touristischen Mission sei eine weitere Aufgabe der Ausstellungshallen, junge Menschen für den Beruf des Polizisten zu begeistern.
Kein Platz für Exponate
Das Polizeimuseum empfängt keine Besucher mehr. Das Gebäude ist angeblich baufällig. Eine Alternative für die Ausstellungshallen ist aber nicht in Sicht, ebenso wenig wie für die Exponate der Feuerwehr.
«Politische Entscheidungsträger, darunter u.a. drei Minister und ein Staatssekretär, haben dem noch jungen Museum mit seiner dynamischen Mannschaft schließlich den Todesstoß verpasst. Kleine Museen, die zudem noch für den Staatshaushalt kostenneutral sind, haben scheinbar keinen Platz in der Luxemburger Kulturlandschaft. Schade … RIP Policemusée», kann man dieser Tage auf der Facebook-Seite der «Frënn vum Policemusée» nachlesen. Demnach scheint es, dass das Schicksal des Museums – trotz aller Anstrengungen der freiwilligen Mitarbeiter, die es am Leben erhalten wollten – jetzt endgültig besiegelt ist. Mitte November gingen die Lichter in den Ausstellungshallen auf Verlorenkost dann auch aus.
Es wurde bereits seit einiger Zeit über das Aus der Ausstellungshallen spekuliert. Nach der Schließung des Postmuseums verliert Luxemburg nun ein weiteres Themenmuseum. Die «Frënn vum Policemusée» bedauern diese Entscheidung. Grund für die Schließung sollen statische Probleme des Bauwerks, eine zu teuere Sanierung und ein schwieriger Zugang sein. Experten hatten daraufhin das Gebäude unter die Lupe genommen. Ihre Gutachten waren aber widersprüchlich. Einige meinen, das Bauwerk sei baufällig, andere aber sprachen darüber, es zu sanieren und zu erhalten. Die «Frënn vum Policemusée» reichten einen Antrag bei der Denkmalschutzbehörde ein, um das Gebäude schützen zu lassen. Es sei eines der einzigen verbleibenden Bauwerke seiner Art in Luxemburg.
Das «Police-Musée» war auch ein Thema im Parlament. Mehrere Deputierte hatten parlamentarische Anfragen gestellt, in denen sie Informationen über die Zukunft der Ausstellungshallen erhalten wollten. Bei einer Fragestunde an die Regierung kritisierte der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser diese. Sie würde nicht genug für den Erhalt von Themenmuseen tun. Es sei eine Frage des Respekts gegenüber der Institutionen, die dort repräsentiert sind, meinte Kartheiser. Er ärgerte sich darüber, dass das Polizeimuseum weder Hilfe vom Staat noch von der Gemeinde Luxemburg erhält, und forderte die Verstaatlichung solcher Ausstellungshallen. Er schlug ebenfalls vor, das Areal, wo sich das Museum befindet, unter Denkmalschutz zu stellen, auch weil es sich um eine Erinnerungsstätte handele, wo im Zweiten Weltkrieg Menschen während eines Bombardements gestorben seien. Kartheiser ist ebenfalls der Meinung, dass das Museum architektonisch wertvoll sei. Das sieht das Kulturministerium aber anders und verweigerte zuerst die Einschreibung des Museums auf die Liste der schützenswerten Bauwerke. Vor mehreren Wochen dann kam das endgültige Aus. Das Gebäude wurde als baufällig eingestuft. Besucher waren nicht mehr erlaubt. Eine Sanierung ist nicht vorgesehen.
Post und Feuerwehr
Der Vorstand der «Frënn vum Policemusée» ist traurig und enttäuscht. Der Verein erinnert daran, dass mit dem Ende des Museums das Aus der Gedenkstätte für die im Dienst umgekommenen Gendarmen und Polizisten einhergehe. Er findet es schade, dass das historische Bauwerk abgerissen werden soll, um einem Bauprojekt Platz zu machen. Minister Schneider hatte im Parlament die Schaffung von Wohnungen auf dem Gelände in Aussicht gestellt. Die Betreiber des Museums monieren zudem, dass durch die Schließung ein neues Zuhause für mehr als 5.000 Ausstellungsobjekte gesucht werden müsse.
Mit einem ähnlichen Problem plagt sich auch die Feuerwehr herum. Sie benötigt dringend mehr Platz für ihre Exponate. Im Augenblick lagern sie in einer zu klein gewordenen Halle in Roost, bei Colmar-Berg. Gleiches gilt für das Postmuseum an der place de la Gare. Das Postzentrum soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. 2019 soll dieser fertig sein. Was aus dem Museum werden soll, ist ungewiss.
Die Regierung schlug vor, die Ausstellungen der Polizei, des Zolls, der Feuerwehr und der Post an einem zugänglichen Ort unter einem Dach zu vereinen. Die Vorbereitungsarbeiten für die Schaffung eines Museums der öffentlichen Dienste sind schon angelaufen. Ehe die Galerie aber die ersten Besucher empfängt, dauert es noch einige Zeit. Was währenddessen mit den Exponaten passiert, ist unklar. Die Betreiber der verschiedenen Museen fordern jedenfalls eine rasche Lösung, sonst gehe ein Teil wertvollen Geschichtsguts unwiderruflich verloren.
Zu Demaart
Den ex.BF Pompier Brausch Raymond engageiert sech seit Joere fir en Gebei ze kreien . Hien huet eng grouss Sammlung von Pompjeesmaterial, Autoen an Leederen asw . Alle Respekt fir den Raym den och dauernd Pompjeeswesen dokumenteiert . Ma dun mecht Niederanwen en klengen kommunalen Pompjeesmusée den och vill Geld kascht . Dat ass jo Blödsinn . An denen groussen eidelen Arbed-Haalen am Süden wier deck Plaatz fir Pompjeen, Protection Civile, Gendarmerie/Police , Post , Douane an Pont-Ch . ennerdach ze kreien . Dei ganz Ornanismen zeien jo un engem Streick fir öffentlech Hellef an Rettung . Esou vill Geld get zu Letzebuerg fir Dommheten verpolvert dan misst jo och emol en budget fir en nationalen techneschen musée do sinn
Nach den schrecklichen neuen Polizei Logos fuer die Streifenfahrzeuge nun auch noch die Schliessung des Polizeimuseums........
@Fiisschen: Technik-Museum, die Kulturfritzen sind meistens von Technophobie befallen., laut der Technik nicht in ein Museum passt, nur Pinselschmierereien oder bronzene Klösse sind museumswürdig.
Kein Prestige. Im AUsland sind solche Museen bis auf wenige Ausnahmen aus privater Initiative entstanden. Hier haben diese Dinger nicht den nötigen 'kulturellen' Prestige, was auch immer das sein mag. Hier macht man eher auf pompösen Magny-doré-Kitsch.
Zu Diddeleng ginn et nach gro'uss eidel Haalen vum LDD an vum Greisendall !!!!!! Geif jo och bei den CNA passen !
Es fehlt auch ein nationales Eisenbahnmuseum. Dieses könnte sinnvollerweise in Petingen stehen. Petingen war und ist ein Eisenbahnerstädtchen. Außerdem besteht in Petingen Anschluss an die Museumsbahn nach Fond-de-Gras. Beides ließe sich miteinander verbinden. Ich frage mich manchmal, ob es unseren Politiker am nötigen Willen fehlt, oder an der nötigen Phantasie ?
Fiischen, das war mal angedacht: Ein solches Museum war in den alten Hallen der Eucosider, direkt am Petinger Bahnhof geplant, und das wäre sicher eine wunderbare Sache geworden. Aber jetzt kommen Wohnungen dorthin, und die schönen Sammlungen, die Sie aufgezählt haben, finden nicht die Beachtung, die sie ohne Zweifel verdient hätten.
@Fiisschen Gutes Timing, wie der Zufall es so will für Esch 2022?
Man sollte 1 grössreres Technik-Museum schaffen mit Anbindung an das Fond de Gras (train 1900) . Und mehrere kleine Sammlungen zu 1 lebendige Museum zusammenlegen (Pompiers, Police, Tram, Diligences, Oldtimer, Uniformes, ...
Dat ass en Trauerspill vu vir bis hannen. Dee Musee mist onbedengt op enger âner Platz erhale bleiwen. Um Geld hänkt et jo net, siehe Spacemining und anderen Blösdinn
Schade, dass vorher nicht mehr Werbeaktion betrieben wurde für dieses Museum, ich hätte es gerne besucht.