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Wer nicht fündig wird, ist selber schuld

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Kaum geht eine Saison zu Ende, steht auch schon die neue vor der Tür. Pünktlich zu Beginn der Sommerferien haben das Theater und das Konservatorium in Esch ihr gemeinsames Programm für das kommende Jahr vorgestellt./ Heike Bucher

Große Lust, viele Worte zu machen, hat Charles Muller nicht. Deshalb präsentiert der Direktor des Escher Theaters nur die Highlights seines Programms, den Rest kann sich jeder später und in Ruhe selbst aus dem übersichtlich gestalteten Programmheft heraussuchen.
Insgesamt 45 Spektakel werden im Lallinger Zelt gezeigt, in 87 Vorstellungen. Theater, Tanz, Musical und Konzerte – alles dabei. Dazu kommen noch zahlreiche Veranstaltungen im Konservatorium: Vor allem solche, für die eine sehr gute akustische Umgebung benötigt wird, wie klassische Konzerte, Lesungen oder Theaterstücke. Denn auch wenn das Theaterzelt, in dem das Escher Theater noch bis Ende 2010 provisorisch untergebracht sein wird, sicherlich eine Spielstätte mit besonderem Flair ist, so müssen die Organisatoren doch auch die speziellen Eigenheiten eines Zeltes in die Programmplanung einbeziehen. Eine auffallend gute klangliche Atmosphäre gehört nicht dazu. Dafür ist so ein Zeltdach zu empfindlich und auch die Heizungsanlage kann an kalten Tagen ziemlich laut werden. Also wird es in der kommenden Saison selten leise Töne auf der Zeltbühne geben, dafür jedoch viele Inszenierungen, in denen auch gesungen oder getanzt wird.
Außerdem stehen mehr Eigen- und Koproduktionen als sonst auf dem Saisonplan, weil „das Zelt einen dazu inspiriert, es zu verändern und auszuprobieren“, wie Charles Muller sagt. Mit dem ersten Teil der Odyssee wagt er sich als Regisseur gleich selbst an die ganz große Literatur: „Les errances d’Ulysse“. Jules Werner wird die Hauptrolle übernehmen, Anfang Oktober beginnen die Proben und Ende November finden die ersten Aufführungen statt.

Gastspiele aus demIn- und Ausland

Zum Auftakt der Saison mit Flamenco-Tanztheater (am 22. und 23. September) wird am 25. September aber erst einmal tief in die Psyche von Beziehungen eingetaucht. Ebenfalls von Charles Muller inszeniert, reden sich Irina Fedotova und Olivier Foubert in Ingmar Bergmans Welterfolg „Scènes de la vie conjugale“ um Kopf und Kragen. Gemeinsam mit der Kulturfabrik präsentiert das Escher Theater alte Shakespeare-Verse in Verbindung mit Rap und Poetry Slam. So stehen im Oktober „Timon d’Athènes“ und im März „Hamlet en rap“ auf dem Programm. Weitere Eigenproduktionen sind: „Escurial“ von Michel de Ghelderode in einer Inszenierung von Frédéric Frenay (im April) und die Tanzchoreographie „Life“ von Anu Sistonen (im Mai). Zusammen mit dem Grand Théâtre und der Abtei Neumünster bringt das Escher Theater im März „Drums and Dance“ auf die Bühne, eine Choreografie von Jean-Guillaume Weis.
Aber auch luxemburgisches Kabarett mit „Cabarenert“, „Pfeffermill(ch)en“ sowie die alljährliche „Revue“ gibt es im Theaterzelt zu sehen. Das Escher Jungenlyzeum tritt wieder auf und Jean-Paul Maes inszeniert mit Schülern des Escher Konservatoriums den Beckett-Klassiker „Warten auf Godot“.
Natürlich stehen auch zahlreiche Gastspiele auf dem Programm. Tanzkompanien aus Kiew, Barcelona und New York kommen nach Esch, außerdem eine südafrikanische Musicalgruppe (im Februar) und ein musikalisches Porträt über Johnny Cash im April. Akrobaten aus Australien (im März) und die Kinderoper „Hänsel und Gretel“ (im Mai) sind ebenfalls eingeplant. Natürlich werden auch in diesem Jahr die zuverlässigen Kassenschlager wie die „Caveman“-Inszenierung und das im vergangenen Jahr erfolgreiche Stück „Cocorico“ nicht fehlen. Und mit dem französischen Komiker Pierre Richard kommt im Dezember ein echter Weltstar ins „Chapiteau“.
Klassische Töne kann man hingegen im Konservatorium genießen, das über die gesamte Saison hinweg Kammer-, Klavier- oder Jazzmusik anbietet. Besonders stolz allerdings ist Konservatoriumsdirektor Fred Harles auf die Fortführung der sehr erfolgreichen Lesungen deutscher Schauspieler mit Peter Sodann, Susanne von Borsody und Thomas Rühmann, die über eine mögliche Begegnung von Bach und Händel, über die Malerin Frieda Kahlo oder die Entdeckung der Langsamkeit erzählen werden.
Das Escher Programm zeigt sich sehr vielfältig und bunt, reiht Populäres neben Individuelles und stellt damit eine ausgewogene Mischung vor. Wer da nicht fündig wird, ist selber schuld und zumindest einen Abend sollte doch jeder im Theaterzelt verbracht haben, bevor am 1. Januar 2011 das frisch renovierte Escher Theater seine Türen öffnet.

Programm und  Reservierungen:
Das Programmheft gibt es im Escher Theater, im
Konservatorium und beim City Tourist Office.

Reservierungen können ab dem 7. September getätigt werden:
– am Schalter des Konservatoriums
– beim City Tourist Office
– per Tel.: (+352) 54 97 25
– per E-Mail:
[email protected] oder [email protected]
– per Internet: http/:
www.theatre.esch.lu
www.conservatoire.esch.lu