Dienstag13. Januar 2026

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Laurent Didier nach seinem ersten Giro d’Italia: Reifeprüfung bestanden

Laurent Didier nach seinem ersten Giro d’Italia: Reifeprüfung bestanden

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Laurent Didier hat seinen ersten Giro d’Italia hinter sich gebracht.

Zeitweise fuhr er sogar in den Top 10 und so ganz nebenbei half er seinem Teamkollegen Richie Porte das Weiße und für ein paar Tage sogar das Rosa Trikot zu verteidigen. Gekrönt wurde die Italien-Rundfahrt mit dem Etappensieg des Saxo-Bank-Fahrers Gustav Larsson im abschließenden Einzelzeitfahren. Die Feierlichkeiten mussten allerdings ohne Didier stattfinden.

Tageblatt: Der Giro ist Geschichte. Froh, dass die Strapazen vorbei sind?
Laurent Didier: „Es geht. Ich bin gerade mit Michael Morkov unterwegs zum Flughafen nach Mailand und war jetzt nicht mehr im Bus, um mit den anderen Gustav Larssons Sieg zu feiern. Wir waren immerhin jetzt eine Zeit lang als Team immer zusammen. Wenn ich jetzt an Amsterdam zurückdenke, kommt mir das nicht vor wie drei Wochen. Michael Morkov hat schon gescherzt: ‚Jetzt müssen wir wieder selber kochen‘, aber bei mir ist das anders. Ich bin ja schon ab Dienstag wieder im Hotel (lacht).“

„T“: Am Samstag warst du erneut in einer Ausreißergruppe dabei.
L.D.: „Wir sind nach zehn Kilometern zu 13 weg, aber hinter uns hat Cervelo Tempo gemacht. Auf einmal war Sastre dabei. Es wurden viele abgehängt, aber es kamen auch wieder andere Fahrer dazu. Auf einmal war auch Vinokourov dabei. Das war ein Problem, denn mit Sastre und Vinokourov hat Liquigas uns nicht weit weg gelassen. Im Passo di Gavia fiel ich dann aus der Gruppe raus. Als ich wieder im Feld war, blieb ich noch etwas bei Richie Porte und bin dann in meinem Tempo bis ins Ziel gefahren. Schade, dass die Gruppe nicht wegkam, aber Cervelo hat das Ganze etwas zerstört.“

„T“: Deine sportliche Gesamtbilanz nach der ersten großen Tour?
L.D.: „Die ist natürlich positiv. Ich war unter den ersten zehn der Gesamtwertung und am Ende haben wir zwei Etappen gewonnen und das Weiße Trikot. Ich erinnere mich aber besonders an die Etappen auf den Naturstraßen, oder nach L’Aquila, als Richie Porte ins Rosa Trikot fuhr. Auch der Zoncolan und das Zeitfahren zum Kronplatz haben mich beeindruckt.“

„T“: Was war denn für dich das Schwerste in den drei Wochen?
L.D.: „Das Schwerste ist einfach, wenn du nach manchen Etappen so richtig fertig bist. Und es gibt jeden Tag neue Aufgaben. Am Anfang habe ich viel für Richie Porte gearbeitet, das kostet alles Kraft, genau wie in den Niederlanden den ganzen Tag im Wind zu fahren. Und dann diese langen Transfers, wo du erst spät abends im Hotel bist. Am Samstag waren wir auch erst nach 22.00 Uhr im Hotel. Nach der Massage ist es dann Mitternacht, bevor man zur Ruhe kommt. Aber heute war gut. Da war meine erste Aufgabe, um 12.00 Uhr etwas zu essen.“

„T“: Vor dem Giro warst du unsicher, wie dein Körper die dreiwöchige Belastung wegstecken würde. Das lief ganz gut, oder?
L.D.: „Ja, es war wichtig für mich zu sehen, dass ich mich gut erhole. Was ich jetzt noch draufhabe, kann ich allerdings erst nach der Tour de Luxembourg sagen. Ich bin nicht völlig kaputt, weil ich die letzten Tage zumindest am Ende doch etwas zurückhaltender fahren konnte. Ob ich jetzt 25. oder 40. werde, spielt im Endeffekt keine Rolle.“

„T“: Bei Saxo Bank kam für die Fahrer in der Vergangenheit ein Jahr nach dem Giro oft die Tour de France. Ein Ziel für dich?
L.D.: „Die Tour de France ist immer ein Ziel, und es wäre ein Traum, da mitzufahren. Aber jetzt bin ich erst mal froh über das, was ich seit Februar geleistet habe. Ich dürfte jetzt um die 50 Renntage haben. Im ganzen letzten Jahr waren es 68 und wir sind erst in der Mitte der Saison.“

khe