Dienstag13. Januar 2026

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„Les Bleus“ allein gegen alle

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FUSSBALL - Der falsche Trainer, die falsche Aufstellung, das falsche WM-Quartier. Drei Tage vor Beginn der WM in Südafrika bläst der französischen Nationalmannschaft und ihrem umstrittenen Trainer Raymond Domenech scharfer Wind aus allen Richtungen entgegen.

Abwehrspieler William Gallas hat bereits reagiert und ein Boykott gegen die Medien verhängt.

„Ich hätte dieses Hotel nicht gewählt“, hatte sich die energische französische Sportstaatssekretärin am Wochenende über das luxuriöse WM-Quartier der Equipe Tricolore in Knysna am Indischen Ozean echauffiert. „Bei einem frühen Scheitern bestünde Erklärungsbedarf“, sagte Rama Yade, die „den nötigen Anstand“ in schwierigen finanziellen Zeiten vermisst. Die Politikerin ruderte am Montag bei einem Amtsbesuch in Marokko allerdings ein wenig zurück: „Ich habe nur meine Meinung gesagt, aber natürlich unterstütze ich die Mannschaft voll und ganz.“

In Frankreich selbst dagegen regiert „le pessimisme“: Laut einer Umfrage der Boulevardzeitung Le Parisien glauben 81 Prozent der Befragten nicht an den WM-Titel. 50 Prozent gehen von einem Scheitern im Viertelfinale aus. Im Vergleich zu den Prognosen von Marcel Desailly ist diese Stimmungslage in Frankreich aber sogar noch optimistisch. „Ich habe die Niederlage gegen China gesehen. Es ist völlig unmöglich, dass Frankreich Weltmeister wird.“ Der frühere Abwehrspieler glaubt sogar an ein Aus in der Vorrunde.

„Les Bleus“ reagieren in ihrem umstrittenen Quartier gereizt auf die Kritik. „Es gibt auch Experten, die uns im Finale sehen“, sagte Sydney Govou. „Die heißen vielleicht nicht Desailly, aber ihre Meinung ist genauso viel wert“, sagte der Mittelfeldspieler von Olympique Lyon. Sowieso sei es „derzeit in Mode, gegen die französische Mannschaft zu stänkern“, ergänzte Govou.

Sein Teamkollege Gallas sparte sich die Kritik – und will lieber gar nichts mehr sagen. Eine Begründung blieb er schuldig, die Medien spekulieren fleißig. Unterstützung erhielten die Spieler von Aimé Jacquet. Frankreichs Weltmeistertrainer von 1998 sieht in der Niederlage gegen China am vergangenen Wochenende „eine sehr gute Sache. Die Spieler werden jetzt richtig heiß sein.“