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Noch zwei Tage bis zur WM: Südafrika startet mit Mandela ins Winter-Märchen

Noch zwei Tage bis zur WM: Südafrika startet mit Mandela ins Winter-Märchen

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FUSSBALL - Auch Nelson Mandela kommt: Die WM beginnt für Südafrika mit einem Paukenschlag. Im Eröffnungsspiel am Freitag gegen Mexiko wird „Bafana Bafana“ nicht nur von mindestens 90.000 Fans im Stadion Soccer City von Johannesburg unterstützt, sondern auch vom 91 Jahre alten Friedensnobelpreisträger.

Mit Mandela an der Spitze steht die ganze Regenbogennation geschlossen hinter dem WM-Gastgeber. „Er wird kommen und die Fans grüßen. Wir müssen schauen, wie lange er bleiben kann, vielleicht zehn bis 15 Minuten“, sagte Mandelas Enkel Nkosi Zwelivelile Mandela der Nachrichtenagentur AFP und sorgte für zusätzliche Freude im gesamten Land.

Allerdings wird der ehemalige südafrikanische Staatspräsident Mandela wohl nur zur Eröffnungsfeier nach Soccer City kommen. Ohnehin ist Südafrikas Nationalmannschaft von der Unterstützung im Vorfeld der WM wie euphorisiert. „Das ist wie ein Traum. Wir können den Stolz in den Augen unserer Fans sehen“, sagte Torhüter Moeneeb Josephs. Für Torjäger Katlego Mphela, der in den letzten fünf Länderspielen sechsmal traf und seinem Spitznamen „Killer“ alle Ehre machte, ist die Mission bei der ersten WM-Endrunde auf dem afrikanischen Kontinent klar: „Wir stehen in der Pflicht, die großen Hoffnungen des ganzen Landes zu erfüllen.“

Beflügelt von dem grenzenlosen Optimismus der Bevölkerung und zwölf Spielen in Folge ohne Niederlage hat auch Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira seine Zurückhaltung abgelegt. „Wir sind bereit“, sagte der Brasilianer, der 1994 in den USA mit seinem Heimatland den WM-Titel holte.

Als Erfolgsrezept für einen gelungenen Auftakt gegen Mexiko hat er seinen Spielern „viel Ruhe“ vor dem Sturm verordnet. Morgen wird das Team noch ein Geheimtraining in Soccer City bestreiten. Die Vorfreude im Land ist riesig. Auf den Straßen ertönen die lärmenden Vuvuzelas, die gelben Bafana-Trikots sind überall zu sehen, auf riesigen Tafeln steht „Make us proud“ (Macht uns stolz), die Autos sind mit Südafrika-Fähnchen geschmückt und die Taxi-Fahrer reden vom Titel. „Millionen Südafrikaner blicken mit Hoffnung, Stolz und einem großen Zusammengehörigkeitsgefühl auf das Turnier. Dies fördert den Zusammenhalt unserer Nation“, sagte Staatspräsident Jacob Zuma.

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, der gestern von Zuma mit dem Order of the Companion of OR Tambo – der höchsten Auszeichnung in Südafrika für ausländische Bürger – dekoriert wurde, verkündete ungeachtet aller Sicherheitsbedenken am Montag bei einem Bankett: „Dies wird die beste WM aller Zeiten.“ Das Erscheinen von Mandela, der nur noch selten in der Öffentlichkeit auftritt, ist ein zusätzlicher Motivationskick für Südafrikas Team. Der Geist des ehemaligen Staatspräsidenten, ohne dessen Engagement und Führerschaft eine Gastgeberrolle Südafrikas unmöglich gewesen wäre, liegt ohnehin auf der Weltmeisterschaft. Ganz so wie beim überraschenden Gewinn der Rugby-WM 1995, ebenfalls im eigenen Land. Nun hofft Südafrika auf ein Winter-Märchen.