Claire Weidert, Wiebke Trapp
Neben dem Geschäft ist, weithin zu sehen, eine riesige Baustelle. Die Rohbauten stehen bereits. Es ist laut und in dem Gebäude wird gearbeitet. Als es mit den Bauarbeiten losging, hatte Romain Schmit gerade erst sein Friseurgeschäft um einen Schönheitssalon erweitert.
Die Bohrungen von nebenan hätten eine wahre Überschwemmung im nagelneuen Schönheitssalon verursacht, erzählt er, was zusammen mit der Baustelle negative Auswirkungen auf das Friseurgeschäft hatte.
Umzug, Gutachten, keine Entschädigung
„Es haben sich Risse aufgetan und Schimmel gebildet“, sagt Romain Schmit, angesprochen auf die Ursachen seines Unmutes. Er musste sein Geschäft verlagern, um die Kunden nicht zu verlieren.
Gezwungenermaßen hat er daraufhin den Friseursalon in die ehemaligen Räumlichkeiten des Schönheitssalons umgesiedelt. Geholfen hat es, wenn man ihm glaubt, wenig. „Ich mache Verlust, meine Mitarbeiter kommen nicht mehr so gerne, Kunden bleiben weg“, sagt er.
Der Friseur schaltete die Baufirmen ein wegen Schadensersatz für die Umsatzeinbußen und Beseitigung der Schäden. „Die Versicherungen der Baufirmen haben mich abgewimmelt und sich untereinander die Verantwortung zugeschoben“, sagt er. Eine Entschädigung steht bis heute aus.
Daraufhin erstattete der Friseur Anzeige, womit neuerliche Kosten auf ihn zukamen. Er musste in Vorlage für die erforderlichen Gutachten gehen, die die Schäden analysieren sollten. Da die Gemeinde die Baugenehmigung erteilt hat, rief er diese um Hilfe an. Auch das blieb bislang ohne Erfolg.
Sie wiegelte ab. Bei laufenden Gerichtsaffären seien ihr die Hände gebunden, hieß es aus der Verwaltung. In diesen Fällen dürfe sie sich nicht einmischen oder Einfluss ausüben.
Bei Argento, einer der beteiligten Baufirmen, hieß es vom „adminstrateur délégué“ Vincenzo Logrillo, man warte das Gutachten ab.
Romain Schmit hilft das alles wenig. Er ist genervt und mittlerweile auch an die Öffentlichkeit gegangen. Unter der Webadresse www.et-geet-elo-duer.lu schildert er seine Situation und hat einen Blog für andere, die in einer ähnlichen Lage sind, eingerichtet. Schmit weiß, dass recht haben und recht bekommen zweierlei sind, und kritisiert mittlerweile auch heftig die Politik.
Die ließe die Sache absichtlich schleifen, eine gesetzliche Grundlage zur juristischen Klärung fehle vollends, bemängelt er.
Zu Demaart
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