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Balzen um einen Besuchermagnet

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Seit Tagen bewegt die Frage des Verbleibs des luxemburger Pavillons der Weltausstellung in Shanghai die Gemüter. Gleich zwei Gemeinden haben sich bei einer Rückführung des Gebäudes um den Verbleib auf ihrem Gebiet beworben: die Stadt Esch und Schengen. Es mangele an Konzepten für die Verwendung, hagelt es Kritik von der Opposition im Escher Gemeinderat. Außerdem...

Wiebke Trapp
 
«Unverantwortlich» findet des das Escher Dei Lenk-Gemeinderatsmitglied Marc Baum, in der derzeitigen Haushaltslage der Stadt mit so einer Idee zu werben.

Von dem Brief, den Bürgermeisterin Lydia Mutsch am 14. Juli an Premier Juncker gesandt und Interesse für das Bauwerk angemeldet hat, hat er aus der Presse erfahren. 3.000.000 Besucher bis jetzt
Für die Weltausstellung in Shanghai ist Hablbzeit. Dennoch steht bereits jetzt fest, dass der luxemburger Pavillon ein echter Hingucker ist.
Diese Woche gerade erst wurde der dreimillionste Besucher begrüßt. Thomas Rohdewald, Direktor des Pavillons ist zuversichtlich, dass bis zum Ende der Schau am 31. Oktober diesen Jahres sechs Millionen Besucher den Pavillion gesehen haben werden. Das sagte er gestern auf Anfrage des Tageblatt.

Was diese Zugkraft für die Tourismusindustrie des Großherzogtums bedeutet, käme der Pavillon wirklich zurück, ist in Zahlen nicht zu schätzen.

Die Rückführung ist eine der Optionen für das Bauwerk, die bis zum 1. Mai 2011 gilt, wenn das Gelände als Bauland, also frei von Gebäuden an die chinesische Regierung zurückgegeben werden muss.

Die zweite ist, dass sich ein Käufer in China findet. Dazu ob für die chinesischen Städte oder Kantonregierung ein Vorkaufsrecht besteht oder der Markt offen ist, wollte Rohdewald nicht bestätigen.

Robert Goebbels bestätigte aber auf Anfrage des Tageblatt, dass es bereits Anfragen chinesischer Politiker gäbe. Über den Verkaufspreis kann nur spekuliert werden, selbst Rohdewald hat keine Idee dazu.

Option drei heißt: Abriss und Verschrottung und das Verschwinden des Gebäudes auf Nimmerwiedersehen.
wie 

«Der Gemeinderat wurde weder auf offiziellem Weg informiert noch gefragt», schnaubt Baum. Noch unfassbarer findet er, dass in einer Gemeinde, die gerade erst die größte Anleihe in ihrer Geschichte aufgenommen hat, die Unterhaltskosten für den Pavillion keine Rolle zu spielen scheinen.

«Was kostet das denn?», fragt er und mahnt außerdem ein Konzept für die Verwendung des Gebäudes an, kommt es denn nach Esch. «Geht es um einen kurzfristigen Medienhype oder um ein nachhaltiges Konzept für die Escher Kultur?», fragt er weiter.

Das erscheint ihm umso wichtiger, als der runde Tisch, der 2006 von Mutsch angekündigt wurde und Ideen für die Kulturpolitik der Zukunft gebären sollte, seit vier Jahren vertagt wurde.

«Haus der Großregion»

Das Expertengremiums soll dieses Jahr im September das erste mal zusammensitzen. Dass es an Konzepten mangele, belegt Baum mit dem Beispiel der Pavillons in den Nonnewissen.

Zur 100-Jahr-Feier der Verleihung der Stadtrechte waren sie als «Beitrag» für die städtische Kulturpolitik promotet worden. «Sie gammeln vor sich hin», sagt Baum.

Da ist der zweite Bewerber um das Gebäude weiter. Der Schenger Bürgermeister Roger Weber will das Gebäude auch für die dann fusionierte Gemeinde Schengen-Wellenstein-Burmeringen.

Geht es nach ihm, entsteht dort das erste «Haus der Großregion» in den «Schengener Wissen» unweit der Araltankstelle in Remerschen. «Wir haben deshalb Interesse bekundet, weil wir das Gebäude erhalten wollen», sagt Weber.

Die Schätzungen für die Rückführung des Gebäudes werden allgemein mit einem Betrag von fünf bis sechs Millionen beziffert. «Das reicht aber nicht», sagt Robert Goebbels, der Generalkommissar der Regierung für die Weltausstellung in Shanghai und gleichzeitig Präsident des «Grouppement d `Interets economiques Luxemburg Shanghai».

Der Pavillon sei für die klimatischen Verhältnisse in China konzipiert worden. «Da mussten wir Kühlvorrichtungen einbauen, hier brauchen wir Heizung», sagt Goebbles.

«Der Pavillon muss renoviert werden, wenn er hierher zurückkommt.» In diesem Zusammenhang fordert er einen Regierungsentscheid – bevor die Spekulationen über das Bauwerk weiter Wellen schlagen.