Robert Schneider
Das gesetzliche Alter zur Eheschließung wurde herabgesetzt, die Scheidungen nehmen zu, es gibt mehr freie Partnerschaften und die Anzahl der nicht-ehelichen Kinder steigt: Die Familie ist im Wandel.
Die vorliegende Studie vergleicht Resultate aus dem Jahr 1999 mit aktuellerem Material von 2008 und analysiert die Unterschiede. Die Familie hat immer noch einen hohen Stellenwert in der Luxemburger Gesellschaft. Während im Jahr 1999 88 Prozent der Befragten die Familie als „sehr wichtig“ ansahen, waren es vor zwei Jahren 91 Prozent, die diese Aussage machten.
Die Anzahl jener Menschen, die sich von den Lebensumständen der Familienmitglieder stark betroffen fühlten, sank hingegen leicht von 88 auf 83 Prozent. Dies ist laut Studie eine der Auswirkungen, wenn das klassische Familienbild an Bedeutung verliert.
Zunehmender Respekt für Eltern
Der Respekt gegenüber den Eltern nimmt zu. Waren es 1999 noch 59 Prozent der Befragten, die erklärten, ihre Eltern immer zu respektieren, unabhängig von ihren eventuellen Fehlern und Schwächen, so lag dieser Prozentsatz zehn Jahre später bei 64.
68 Prozent fanden 1988, dass Eltern das Wohl ihrer Kinder über ihr eigenes stellen müssten, bei der jüngsten Umfrage war diese Zahl auf 74 gestiegen.
Die sich verändernden Zahlen sieht das Forschungsinstitut in einem Zusammenhang mit der portugiesischen Immigration. Die Portugiesen, wie die meisten Völker um das Mittelmeer, messen der Familie eben einen höheren Stellenwert bei als die Mittel- und Nordeuropäer. Und die portugiesische Gemeinschaft hat nicht nur durch ihre Größe einen Einfluss auf die Luxemburger Gesellschaft, sondern auch durch die Tatsache, dass es die Gemeinschaft ist, die während der letzten Jahre am stärksten gewachsen ist. Im Zeitraum der vergleichenden Studie wuchs die Zahl der Portugiesen, die in Luxemburg leben, von 55.900 auf 76.600, ein Plus von 37 Prozent.
Familien freundliche Portugiesen
Bei dieser Bevölkerung liegt die wichtige Bedeutung der Familie demoskopisch bei 96 Prozent. 80 Prozent der Portugiesen mögen ihre Eltern ungeachtet ihrer Fehler und 65 sind der Meinung, Kinder müssten ihren Eltern in allen Situationen helfen. Nur 44 Prozent der Luxemburger sind dieser Meinung.
Interessant ist auch die Feststellung, dass die untersuchte Gruppe der jungen Frauen die Bedeutung der Familie hoch einschätzt. 92 Prozent erklärten 2008, diese Institution habe eine starke Bedeutung, während es 1999 „lediglich“ 83 Prozent waren. 55 Prozent der jungen Frauen gaben an, man müsse seine Eltern mögen, egal welche Fehler sie haben. 1999 lag dieser Prozentsatz noch bei 34 Prozent. Auch die Aussage, Eltern müssten ihren Kindern auch helfen, wenn dies auf eigene Kosten geht, wurde 2008 von 71 Prozent der jungen Frauen genannt. 1988 traf diese Aussage nur bei 55 Prozent auf Zustimmung.
Die gesellschaftliche Bedeutung bleibt unter dem Strich hoch, so CEPS Instead schlussfolgernd.
Zu Demaart
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