FUSSBALL – Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen verlief der Saisonauftakt beim amtierenden Meister Jeunesse alles andere als optimal. Dabei tut die unerwartende Heim-Niederlage gegen Ettelbrück besonders weh.
Thierry Stoffel
Einerseits fehlen natürlich die Punkte, andererseits gibt die Art und Weise, wie die Niederlage zustande kam, schon Grund zur Sorge.
Der Rekordmeister sah sich am Sonntag außerstande, den kompakten Ettelbrücker Defensivblock zu sprengen und musste nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Fehlpässe die eine oder andere Unmutsäußerung des Publikums über sich ergehen lassen. Kapitän René Peters nahm unmittelbar nach Spielschluss seine Mitspieler in die Pflicht (siehe „T“ von Montag).
Sein Trainer Jacques Muller schlägt einen Tag später in die gleiche Kerbe. „Gegen Ettelbrück stand keine Mannschaft auf dem Feld, sondern nur Individualisten. Der Schlendrian hatte sich eingeschlichen“, konstatiert der Escher Übungsleiter.
Die defensive Einstellung des Gegners lässt Muller nicht als Entschuldigung gelten. „Die haben ihre Sache gut gemacht. Aber unsere Anweisung war klar: nicht mit hohen Bällen operieren. Stattdessen den Ball laufen lassen und Eins-gegen-eins-Duelle suchen. Das haben wir aber leider nicht gemacht“, analysiert Muller weiter. In der Tat liefen die Jeunesse-Angriffe fast immer nach dem gleichen Muster ab: Hinten wurde die Kugel ein paar Mal hin und her geschoben, anschließend folgte der lange Ball in die Spitze, wo ihn dann ein Etzella-Akteur abfing.
„Am meisten ärgert mich eigentlich noch die Tatsache, dass wir unsere bisherigen drei Gegentore auf Standardsituationen hin kassiert haben. Dabei waren auch da die Anweisungen klar. Es soll mir keiner kommen und sagen, er habe nicht gewusst, wo er stehen soll. Das ist auch eine Sache der Konzentration“, so Muller. Und dann wären wir auch schon bei der Ursachenforschung. „Die Qualität ist da und ging nicht urplötzlich verloren. Ich erinnere nur an unsere beiden Europapokalspiele, wo die Jungs super gespielt haben. Auch in Grevenmacher haben wir insgesamt gesehen ein gutes Spiel abgeliefert. Wir müssen jetzt aber wieder von der Wolke herunterkommen und mit einer anderen Mentalität und Einstellung an die kommenden Aufgaben herangehen. Uns fehlte es am Sonntag an Biss und Punch. Wir brauchen nicht zu meinen, dass weil wir gegen die Profis aus Stockholm so gut ausgesehen haben, nun alles von alleine geht. Nein, so funktioniert der Betrieb nicht. Auch gegen Ettelbrück muss man sich voll reinhängen. Es macht mich böse, ‚dass d’Kand fir déischt am Pëtz muss leien, ier se et verstinn’“, unterstreicht Muller.
„Qualität ist da“
Als Unsinn bezeichnet er die Behauptung, seine Mannschaft verfüge nicht über die nötigen spielerischen Mittel, um sich gegen solch defensive Gegner zu behaupten. „Das ist Quatsch. Wir sind auch schon letztes Jahr auf solche Kontrahenten gestoßen und haben trotzdem gewonnen. Nein, es ist ganz einfach. Jeder muss sich selber infrage stellen und nicht nach Fehlern beim Nebenspieler, Trainer oder sonst wo suchen“, fordert Muller.
Nun denn, nächsten Sonntag, wenn es um 18.30 Uhr im Auswärtsspiel gegen Petingen geht, haben die Spieler bereits die Möglichkeit, etwas für ihre persönliche Ehrenrettung zu tun und sich bei ihren treuen Fans zurückzukaufen.
TITELVERTEIDIGER
NACH 2 SPIELTAGEN
o 2010/11: Jeunesse 12. mit 1 Punkt und 2:3 Toren
o 2009/10: F91 1. mit 6 Punkten und 6:1 Toren
o 2008/09: F91 3. mit 4 Punkten und 5:1 Toren
o 2007/08: F91 1. mit 6 Punkten und 8:0 Toren
o 2006/07: F91 1. mit 6 Punkten und 8:1 Toren
2005/06: F91 1. mit 6 Punkten und 5:0 Toren
o 2004/05: Jeunesse 6. mit 3 Punkten und 3:4 Toren
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