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Platz 5 für Luxemburg

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Von Spitzenplätzen ist Luxemburg in PISA-Studien weit entfernt. Ist das luxemburgische System wirklich so schlecht? Oder sind die PISA-Tests nur bedingt geeignet, den Bildungsstand der Bevölkerung zu ermitteln? Eine jetzt von der Bertelsmann-Stiftung durchgeführte Untersuchung über lebenslanges Lernen zeichnet jedenfalls ein anderes Bild.

Léon Marx

Der ELLI-Test („European Lifelong Learning Index“) soll in Zukunft einmal im Jahr den Stand des Lernens in den verschiedenen Lebensphasen, gewissermaßen „von der Wiege bis zur Bahre“ ermitteln.

Dies in den vier verschiedenen Lernumgebungen Schule, Gemeinschaft, Arbeitsplatz und Privatleben. Die Studie, die in diesem Jahr erstmals erschien und sich auf Vorgaben der Unesco stützt, untersucht die Bereiche „Wissen erwerben“, „Lernen, zusammen zu leben“, „Lernen, das Leben zu gestalten“ und „Lernen, zu handeln“ und umfasst damit ein deutlich breiteres Feld als die schon erwähnte PISA-Studie, die sich auf den rein schulischen Bereich bezieht.

Für den ELLI-Index werden keine eigenständigen Tests durchgeführt, der Index basiert vielmehr auf 36 bekannten, nationalen Datenquellen.
Die so abstrahierten Indikatoren spiegeln eine breite Palette von Lernfähigkeiten wider, wie etwa die Teilnahmequote in Einrichtungen zur allgemeinen und beruflichen Bildung, Lese- und Rechtschreib-Fähigkeiten, die Teilnahme von Beschäftigten an berufsbildenden Maßnahmen, Internet-Zugang und Nutzung, aber auch aktiven Bürgersinn, kulturelle und Vereinsaktivitäten.

Dieser reine Rückgriff auf bestehende nationale Datenquellen macht den ELLI-Index zwar materiell überschaubar, die teilweise unterschiedlichen Qualitäten der nationalen Datenquellen sind gleichzeitig aber auch der Schwachpunkt des Index. In der ersten Auflage von 2010 konnten von den 27 EU-Mitgliedstaaten nicht alle in den vier Teilbereichen bewertet werden. Im Gesamtindex, in dem Luxemburg auf Platz fünf kommt, sind insgesamt 23 Staaten aufgelistet.

Skandinavische Länder vorne

Bei sämtlichen Indizes finden sich die skandinavischen Länder Dänemark, Schweden und Finnland in der Spitzengruppe, den vierten Platz im Spitzenquartett belegen abwechselnd die Niederlande, Österreich und Luxemburg. Luxemburg steht dabei gleich zweimal auf Rang vier, und zwar in den Bereichen „Lernen, das Leben zu gestalten“ und „Lernen, zu handeln“.

Im Gesamtindex reicht das für den fünften Platz mit 58,48 Punkten auf einer Hunderter-Skala. Dänemark schafft 75,65 Punkte. Der EU-Durchschnitt liegt bei 44,80. Am Ende der Skala finden sich die neuen EU-Länder Bulgarien und Rumänien mit 20,07 bzw. 17,31 Punkten.

Interessant ist ein Blick auf den Teilbereich „Zusammen leben“, in dem es auch um den Umgang mit Immigranten geht. Hier finden sich mit den Niederlanden und Österreich gleich zwei typische Einwanderungsländer in der Spitzengruppe. Luxemburg, das mit einem Ausländeranteil von 48 Prozent EU-weit eine Ausnahmestellung einnimmt, schafft es hier auf einen beachtenswerten sechsten Platz.

Weit abgeschlagen sind in diesem Bereich unsere Nachbarländer Frankreich und Deutschland. Die Belgier können – auch wenn der politische Sprachenstreit derzeit einen anderen Eindruck vermittelt- laut ELLI-Index recht gut miteinander leben.