Braune Abfalltonnen sorgen zur Zeit für Diskussionsstoff in der Hauptstadt. Vor den Sommerferien kündigte der Schöffenrat die Einführung eines neuen Sammelsystems für Bioabfälle an.
Ab dem 4. Oktober ersetzt das neue System die bestehende Abfuhr von Grünschnitt in mehreren Stadtvierteln. Diese erste Phase dient der Erprobung im regulären Betrieb und ermöglicht vor dem flächendeckenden Start eventuelle Schwachstellen auszumerzen. INFO:
Über die kommenden drei Jahre werden sämtliche Viertel in das System eingebunden werden. Neben dem Grünschnitt können in Zukunft auch Rasenschnitt und organische Haushaltsabfälle auf diesem Weg entsorgt werden. Vorbei sind die Zeiten als dieser „Müll“ in die graue Tonne wanderte und nutzlos verbrannt wurde.
Die Nutzung der braunen Tonne erfolgt auf freiwilliger Basis und ist völlig kostenlos. Lediglich die Tonne muss käuflich erworben werden. Dabei variieren die Preise je nach Modell und Fassungsvermögen. Die Kleinste ist zum Preis von 27 Euro zu erhalten, fasst 40 Liter und ist mit Rollen und einem Tragegriff ausgestattet. 240 Liter Fassungsvermögen kosten 26 Euro. Ein Mittelmaß bietet die 120 Liter Tonne für 19 Euro.
Doch längst nicht jeder braucht die größte Tonne. Denn mit der Umstellung des Systems wird der Abfall wöchentlich abgeholt. In einer Übergangsphase wird die Strauchschnittabfuhr wie bisher im 14 tägigen Rythmus fortgesetzt.
Biogas
Ziel der Abfälle werden die Biogasanlagen von «Naturgas Kielen» in Kehlen und «Bakona» in Itzig sein. Durch die natürliche Gärung entstehen zum einen wertvolles Gas und zum anderen Düngemittel. Das Gas kann zur Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung genutzt werden, ins Gasnetz der Stadt Luxemburg eingespeist und als Treibstoff verwendet werden.
Damit die Bakterien effizient arbeiten können, dürfen die neuen Tonnen nicht mit chemischen Reinigern gesäubert werden. Besonders auf Javel solle man verzichten.
In die Tonne gehören Obst-, Gemüse-, und Kartoffelreste, Kaffeesatz und Teebeutel, Lebbensmittelreste, Brot, verdorbene Lebensmittel, Fleisch und Fischreste, Gras, Unkraut, Gemüse, Obst, Blumen, Heu, Topfpflanzen ohne Topf und Erde, Stroh, Laub, Kleintiermist und Schnittblumen.
Eine kleine Rechnung: Aus den zu erwartenden 7.000 Tonnen Abfall können 940.000 Kubikmeter Biogas erzeugt werden. Mit dieser Energie werden bis zu 230 Haushalte beheizt. Oder man könnte damit 8,6 Millionen Kilometer mit dem Auto zurückgelegen.
asc
Zu Demaart
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