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Luxemburgische Solidaritätswelle für Russland

Luxemburgische Solidaritätswelle für Russland

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Luxemburg spenden grosszügig für die Opfer der Waldbrände in Russland. Am kommenden Mittwoch werden die ersten Sach- und Geldspenden in die Region von Woronesch, knapp 500 km südlich von Moskau, transportiert.

Während sich die Menschen in Westrussland durch die Trümmer ihrer verbrannten Häuser kämpfen und dem einsetzenden Herbst und fehlender Infrastruktur trotzen, zeigen sich die Menschen in Luxemburg solidarisch.

Die Hilfsaktion vom Centre Culturel Pouchkine (CCP) in Stadt-Luxemburg wurde von einer Spendenbereitschaft überrollt. Aus dem ganzen Land haben Menschen Kleider, Möbel und Geld vorbeigebracht um die Aktion zu unterstützen.

«Eigentlich haben wir mit maximal 100 Umzugskartons gerechnet, inzwischen sind wir bei 2000», so der Verantwortliche für die Hilfsaktion, Norbert Goergen, am Samstag gegenüber tageblatt.lu  INFO:
CCP

Wegen akuter Platzprobleme mussten die Kisten in verschiedenen Lager in Capellen und Howald zwischengelagert werden. Inzwischen wurden den freiwilligen Helfern Räumlichkeiten in Zessingen zur Verfügung gestellt.

Geld für ausgesuchte Projekte

Hier kann man an diesem Wochenende auch ein reges Treiben beobachten. Kisten stapeln sich bis zur Decke. Sie werden sortiert und mit langen Hosen, Jacken und festem Schuhwerk gefüllt. Die Menschen in der Region von Woronesch müssen sich für den Winter rüsten. Unzählige Häuser wurden zerstört, tausende Menschen sind obdachlos und haben keine Kleidung.

Goergen ist auch über die inzwischen vierstellige Geldspende froh. Er betont, dass das Geld für ausgesuchte Projekte Verwendung finden wird. „Es wird kein Euro in schwarzen Kanälen verschwinden“, unterstreicht der Mann mit der Kapitänsmütze.  Die russischen Caritasverbände werden sich um das Geld vor kümmern. Damit auch nichts schiefgeht, will sich Goergen vor Ort überzeugen. Er fliegt nächste Woche mit seiner Frau nach Russland.

Die Cargolux transportiert die Kisten am Mittwoch gratis nach Baku in Aserbaidschan. Von dort werden die Hilfgüter mit einer anderen Frachtmaschine weitertransportiert.

Luxemburger Armee hilft

Inzwischen werden auch ganze Zimmereinrichtungen angeboten. Ende Oktober werden die Möbel per LKW nach Westrussland gebracht. Inzwischen hat sich auch die Luxemburger Regierung in die Hilfe eingeschaltet. Der Ministerrat hat am vergangenen Freitag grünes Licht für den Transport der Kisten zum Findel gegeben. «Hier werden uns die Logistik-Experten der Luxemburger Armee unter die Arme greifen“, so Goergen.

Auch der 1. Sekretär der russischen Botschaft packt am Samstag in Zessingen eine Hand mit an. «Unter einem liegenden Stein fließt kein Wasser. Ohne Enthusiasten bewegt sich nichts. Zwischen Luxemburg und Russland hat sich eine Art Volksdiplomatie entwickelt. Das zeigt sich besonders jetzt bei der Hilfe für die Brandopfer», betont der 1. Botschaftssekretär Anatoly Blinov. 

Die russische Botschaft in Luxemburg hat schnelle Hilfe bei den bürokratischen Hürden der Spendenaktion für Russland zugesagt.

Der russische Staat hat relativ schnell reagiert – aber erst, als die Feuerwalze schon über die Dörfer ohne funktionierende Feuerwehr, Wasser- und Waldbrandvorsorge hinweggefegt war.
Noch immer sind die Opfer der Brandkatastrophe abhängig von Spenden aus ganz Europa.

fo