Der 77-Jährige aus Luxemburg erschien auf der Polizeiwache und bat den Polizisten, seinen Wagen nach Unfallspuren abzusuchen. Seine Ehefrau hätte ihn von zu Hause angerufen und ihm mitgeteilt, dass er in 40 Kilometer von Wiesbaden eine Verkehrsunfallflucht begangen haben soll.
Von der Geschichte verwundert, fing der Beamte an zu ermitteln. Er staunte nicht schlecht, als der Mann ihm erzählte, dass er sich seit dem frühen Montagmorgen auf einer Odyssee quer durch Deutschland befände. Nach den Angaben des 77-Jährigen war er von zu Hause losgefahren, um in der deutschen Ortschaft Singhofen bei Nassau ein Zeitschriften-Abo abzuschließen und das versprochene Werbegeschenk, ein Jagdmesser, direkt in Empfang zu nehmen.
24 Stunden auf Deutschlands Autobahnen unterwegs
Nach dem Abschluss des Geschäftes kam es dann auf dem Parkplatz des Verlages offenbar zu dem Verkehrsunfall, den der ältere Herr jedoch scheinbar nicht bemerkt hatte. Als der Mann sich nun wieder auf den Weg nach Hause machte, verlor er wohl die Orientierung und «irrte» fast 24 Stunden auf Deutschlands Autobahnen umher.
Geschlafen habe er in seinem Fahrzeug, konnte aber nicht mehr angeben wo. Auf Befragen konnte der Luxemburger auch nicht mehr angeben, wie er nach Wiesbaden gekommen war.
Wegen des Verdachts der Verkehrsunfallfluch und der Tatsache, dass sich an dem Fahrzeug tatsächlich leichte Unfallspuren befanden, wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Koblenz eine Sicherheitsleistung einbehalten.
Natürlich wurde der Mann auch nicht mehr auf die Straße entlassen, sondern stattdessen sein Fahrzeugschlüssel einbehalten. Nachdem der Polizist den Sohn und die Ehefrau in Luxemburg telefonisch erreicht hatte, wurde der 77-Jährige schließlich mitsamt seinem Fahrzeug auf der Polizeiwache abgeholt. Während der Ermittlungen betonte der Mann immer wieder, dass er zu keiner Zeit den Überblick verloren habe.
tageblatt.lu
Zu Demaart
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