«Seine Erfolge haben eine Behandlung der Unfruchtbarkeit möglich gemacht», hieß es zur Begründung. Es handle sich «um einen Meilenstein in der Entwicklung der modernen Medizin». Der Nobelpreis wird in diesem Jahr zum 101. Mal verliehen.
Das Preisgeld beträgt zehn Millionen schwedische Kronen, umgerechnet etwa 1,1 Millionen Euro. Die Ehrung für Medizinforscher ist traditionell der erste von sechs Preisen, die jährlich vergeben werden. Die Akademie verwies darauf, dass mehr als zehn Prozent aller Paare weltweit von Unfruchtbarkeit betroffen sind.
Das von Edwards und seinem inzwischen verstorbenen Kollegen Patrick Steptoe entwickelte Verfahren führte im Juli 1978 zur Geburt des ersten «Retorten-Babys» durch die In-Vitro-Fertilisation (IVF). Seitdem sind auf diesem Weg etwa vier Millionen Kinder gezeugt worden.
Die Methode ist umstritten. Besonders die Katholische Kirche hat sich gegen das Verfahren gewandt. Der Gewinner des Preises wurde in diesem Jahr vorab bekannt: Die schwedische Zeitung «Svenska Dagbladet» berichtete unter Berufung auf nicht genannte Quellen schon vor der offiziellen Bekanntgabe, dass Edwards gewinnen werde.
Die Auszeichnung, die erstmals 1901 verliehen wurde, geht auf den schwedischen Geschäftsmann und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel zurück. Er stiftete sein Vermögen, um die größten Errungenschaften für die Menschheit auszuzeichnen. Neben Medizin oder Physiologie gibt es in den Bereichen Physik, Chemie, Literatur sowie für Verdienste für den Frieden Auszeichnungen. Seit 1968 wird auch ein Nobelpreis für Verdienste in den Wirtschaftswissenschaften vergeben.
Reuters
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können