«Ich werde zum Ende des Jahres meine Brotpreise erhöhen müssen“, sagt Bäcker Henri Wagener aus Differdingen am Dienstag gegenüber tageblatt.lu
«Die Preiserhöhung kommt nicht nur durch die diesjährige weniger ertragreiche Ernte zustande, sondern aufgrund der angestiegenen laufenden Kosten insgesamt.» 40 bis 45 Prozent in Luxemburg gehen an Lohnkosten drauf, dazu kommen die steigenden Wasser und Strompreise, moniert Wagener als Präsident des nationalen Bäckermeisterverbands.
Zweite Preiserhöhung
Auch andere Bäckereien im Land spielen bereits mit dem Gedanken. Um wie viel die Preise steigen, ist allerdings noch nicht gewusst. Wegen der hohen Nebenkosten wurden bereits Anfang April die Preise um bis zu drei Prozent erhöht.
Durch ein Gesetz von 2004 wird der Preis nicht mehr vom Staat vorgegeben. Jeder Betrieb im Land berechnet den Verkaufspreis auf seiner Kostengrundlage. Die letzte Erhöhung liegt drei Jahre zurück.
Bei unseren Nachbarn in Rheinland-Pfalz und dem Saarland will man ebenfalls noch in diesem Jahr den Preis um drei Prozent erhöhen.
Gnadenlose Spekulationen
Die Explosion auf dem Getreidemarkt und von den allgemeinen Basisrohstoffen, wie zum Beispiel Kakao und Kaffee sind nicht auf Ressourcenknappheit oder Naturkatastrophen zurückzuführen. Hier wird gnadenlos spekuliert. So haben die Weizenpreise zwischen Juli und August die stärkste Steigerung seit 1970 verzeichnet. Als Grund wurden damals unter anderem die anhaltende Trockenheit und die katastrophalen Brände in Russland genannt. Doch hier konnte durch Lagerabbau und zum Teil gute Ernten in Frankreich und den USA ausgeglichen werden.
So rechnen Experten für dieses Jahr mit rund 650.000 Tonnen Getreide. Verbraucht werden weltweit 655.000 Tonnen. Die fehlenden 5.000 Tonnen können problemlos aus weltweiten Lagern überbrückt werden.
Ob in Luxemburg Kunden in der Bäckerei bald wirklich mehr zahlen müssen, hängt nun von der weiteren Entwicklung in den nächsten Monaten ab.
fo
Zu Demaart
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