458,6 Millionen Euro will die staatliche Pflegeversicherung 2011 für die Pflege Tausender pflegebedürftiger Personen zuhause oder in Pflegeheimen ausgaben. Diesen Betrag sieht der Haushalte der 1999 geschaffenen Versicherung vor. Verglichen mit diesem Jahr ist das eine Zunahme von 4,8 Prozent. Auch die Zahl der pflegebedürftigen Personen steigt: um jeweils 3 Prozent bei den Personen, die noch zuhause leben können, und bei den Bewohnern von Pflegeeinrichtungen.
Pflegebedürftig ist eine Person, welche die Verrichtungen des täglichen Lebens nicht mehr selbst erledigen kann wie Körperpflege, sich anziehen, aufstehen , sich ernähren. Die Hilfsbedürftigkeit muss länger als sechs Monate anhalten und unumkehrbar sein.
2011 werden rund 7.800 Personen zuhause und 4.000 in Pflegeheimen betreut.
Wem die Versicherung Pflegebedürftigkeit bescheinigt hat und noch in den eigenen vier Wänden leben möchte, kann sich von spezialisierten Organisationen wie «Help» oder «Hëllef doheem» helfen lassen. Er kann aber auch einen Teil der Pflege einem Verwandten oder Bekannten anvertrauen. Die Pflegeversicherung zahlt im ersten Fall die Sachleistungen. Im zweiten überweist sie der pflegebedürftigen Person einen Geldbetrag, den diese zur Entlohnung ihres Helfers benutzt.
Sach- und Geldleistungen
2010 griffen 4.765 Personen auf Sachleistungen der spezialisierten Dienste zurück. 2011 sollen es bereits 4.908 der schätzungsweise 7.790 zuhause gepflegten Personen sein. Fleißig genutzt wird auch die Möglichkeit, die Geldleistungen statt der Sachleistungen in Anspruch zu nehmen. 6.331 Personen taten dies 2010. 2011 werden es 6.521 sein. Wobei daran erinnert sei, dass Sachleistungen und Geldleistungen kombiniert beansprucht werden können.
Finanziert wird die Pflegeversicherung vor allem durch die 1,4 Prozent hohe Zwangsabgabe auf jede Form von Einkommen. 2011 werden das 291,217 Millionen Euro sein. Hinzu kommen 140 Millionen Euro aus der Staatskasse – ein seit 2007 feststehender Betrag – und andere, geringere Einkommensbeträge. Für die laufenden Ausgaben reicht das nicht. Die Versicherung wird mit einem Defizit von 23,8 Millionen Euro schließen, das sie aus der Reserve begleichen muss.
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