Donnerstag22. Januar 2026

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Wie erwartet und erhofft: Platz 5 für Marie Muller

Wie erwartet und erhofft: Platz 5 für Marie Muller
(Tageblatt-Archiv)

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Die 16 weltbesten Judokas trafen sich am vergangenen Wochenende beim Masters in Baku, unter ihnen die Luxemburgerin Marie Muller.

Es ging nicht nur um ein Preisgeld von 200.000 Dollar, sondern auch um wertvolle Weltranglistenpunkte. Der Vorteil war, dass die Judokas ab dem 17. Weltranglistenplatz nicht für die Masters zugelassen waren. In Baku wurden dementsprechend die „big points“ vergeben. Sofern man mindestens einen Kampf gewinnen konnte. Das gelang Muller, die sich damit von Rang 12 auf 10 verbesserte.

Marie Muller war als Zwölfte zwangsläufig nicht für das Tableau gesetzt. Die Auslosung meinte es am Ende dementsprechend nicht allzu gut mit der Luxemburgerin. Die Sportlerin des Jahres traf in der ersten Runde auf Joana Ramos. Die Portugiesin nahm zu dem Zeitpunkt den sechsten Weltranglistenplatz ein und wird ihn auch behalten. Der psychologische Vorteil lag allerdings auf Seiten der Judokas des KSV Esslingen, die die letzte Begegnung Ende Februar beim Worldcup in Warschau gewinnen konnten, auch wenn beide Kämpferinnen am Ende Bronze holten.

Es wurde der entsprechend schwere und ausgeglichene Kampf, den Marie Muller allerdings dominierte. Nach der Hälfte der 5′ Kampfzeit wurde ihre Gegnerin mit Shido bestraft, nach 3’10» folgte ein weiteres Shido. Damit trat bei Joana Ramos eine gewisse Unsicherheit auf, die Marie Muller gnadenlos ausnutzte, um nach 3’22» zum entscheidenden Ippon anzusetzen. „Marie hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und geschickt auf ihre Chancen gewartet. Der technisch schöne Sieg hat ihr viele Sympathien gebracht“, kommentierte ihr Coach Ralf Heiler den Erfolg.

60 Punkte

Mit diesem Sieg war das Turnier aber sozusagen für die Luxemburgerin beendet, denn mit der Weltmeisterin Yuka Nishida wartete eine Gegnerin, gegen die Muller bisher noch keine Mittel fand. Ende 2010 trafen beide Judokas zweimal in Tokio aufeinander, zum Ersten bei der WM im September, zum Zweiten beim Grand Slam im Dezember, und beide Begegnungen konnte Nishida klar gewinnen. Die Japanerin war am Samstag in Baku in der Kategorie -52 kg quasi mit einem „Freilos“ gestartet, als in Runde eins auf Shahana Huseynova (AZE) traf Das Reglement besagt, dass das Gastgeberland in jeder Gewichtsklasse über einen Startplatz verfügt, auch wenn der (die) betreffende Judoka nicht in den Zop-16 steht. Dies traf auf Shahana Huseynova (Yanet Bermoy, CUB, WR-11 musste für die Masters passen) zu. Nach nur 11“ war der Traum der Aserbaidschanerin aber ausgeträumt, da stand der Ippon-Sieg von Nishida bereits fest. Und auch gegen Marie Muller war die Weltranglistenzweite recht zuversichtlich. Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Begegnungen konnte die Luxemburgerin diesmal über die volle Distanz gehen. Jedenfalls profitierte die Japanerin am Ende nur von Shido-Punkten, die ihrer Gegnerin aufgebrummt wurden. Und so sah es auch ihr Trainer: „Marie hatte objektiv mehr Ansätze als die Japanerin, beide Kontrahentinnen konnten aber nicht wirklich einen gefährlichen Ansatz durchbringen. Schließlich ging der Kampf mit drei Strafen zu einer Strafe für die Japanerin aus.“

Trotz der Niederlage schloss Marie Muller auf dem fünften Platz ab und konnte voraussichtlich 60 Weltranglistepunkte sammeln. Punkte, die sie bis auf Platz zehn befördern würden.
Mit einem anschließenden Halbfinalerfolg gegen Bundmaa Munkhbaatar zog Yuka Nishida indes ins Finale ein, wo sie auf Misato Nakamura traf. Und damit kam es nicht nur zum erwarteten japanischen Finale, sondern auch zur Neuauflage des Weltmeisterschaftsfinales aus Tokio. Nur, dass diesmal die Weltranglistenerste Nakamura das glücklichere Ende für sich behielt.
Coach Ralf Heiler sagte abschließend zu dieser Leistung: „Ich war sehr zufrieden mit der Leistung von Marie. Sie hat kaum einen Fehler in ihren Kämpfen gezeigt und sich technisch und athletisch gut präsentiert. Natürlich war sie enttäuscht, erneut so knapp gegen die Weltmeisterin zu verlieren. Vielleicht hat sie demnächst auch mal wieder mehr Glück in der Auslosung. Bei den Weltmeisterschaften, beim Grand Slam in Tokio und nun beim Masters, traf sie jeweils in der Vorrunde auf die amtierende Weltmeisterin, es würde auch einfachere Auslosungen geben. Aber auf diesem Niveau sind alle so eng zusammen, da kann wirklich alles passieren und kein Gegner ist einfach. Wobei man auch Anerkennen muss, dass die zwei Japanerinnen doch noch einen Schritt vor den Verfolgern sind.“