Der Luxemburger Gaststättenverband (Horesca) sieht hierin eine ernsthafte Bedrohung für die Branche.
" class="infobox_img" />François Koepp
Die Gaststättenbetriebe müssen den üblichen Tarif zahlen, kommen also nicht in den Genuss vorteilhafter Lösungen wie etwa Industrie und Landwirtschaft.
Fünfmal mehr als noch vor zehn Jahren müssen die Hotelbetreiber und andere Gastronomen etwa in der Hauptstadt deshalb für ihren Wasserverbrauch zahlen. In einigen Nordgemeinden seien die Preise noch höher.
Der neue Generalsekretär der „Fédération des hôteliers, restaurateurs et cafetiers du Grand-Duché de Luxembourg“, François Koepp, verwiest im Leitartikel der neuesten Ausgabe der Verbandszeitschrift darauf, dass der Wasserpreis auch für kleine Betriebe Mehrkosten in Höhe von 2.000 Euro monatlich bedeuten kann.
Kostensteigerung:ein Mitarbeiterlohn
Diese Summe entspreche quasi dem Lohn eines Mitarbeiters. Ob diese Betriebe also einen Angestellten entlassen müssten, um ihre Wasserrechnung zahlen zu können, fragt Koepp.
Hinzu komme die Tatsache, dass auch die Bürger aufgrund der erhöhten Taxen weniger Geld zur Verfügung haben und somit auch weniger in den Gaststättenbetrieben konsumieren würden.Die Stadt Differdingen, so ein Beispiel, habe ihre Tarife bereits um 50 Prozent angehoben. In Steinsel und Petingen verdoppele sich der Preis fast.
Aber besonders in kleineren Gemeinden könnten die Wasserpreise enorme Summen erreichen. Einige Gemeinden würden zudem zusätzliche feste Taxen für Hotel- und Restaurationsbetriebe aufgrund der Zahl der Stühle und Betten erheben. Branche und Bürger würden skrupellos geschröpft.
Besonders Hotels mit Schwimmbad (touristische Infrastruktur, die vom Tourismusministerium gefördert wird) müssen tief in die Tasche greifen. Auch die Campingbetriebe leiden stark unter den höheren Wasserkosten. Die Horesca nennt weiter das Beispiel Wiltz: Der feste Tarif pro Einwohner liegt hier bei 48 Euro. Für Restaurantbetreiber wird diese feste Taxe mit einem Koeffizienten von 0,3 pro Stuhl, für Hotelbesitzer mit 1,5 pro Bett multipliziert und hinzugerechnet, was eine zusätzliche feste Taxe von 14,4 Euro pro Stuhl und 72 Euro pro Bett ausmacht.
Feste Taxen nach Zimmerzahl
Ein Hotelbetrieb mit 50 Zimmern (100 Betten) zahlt somit eine feste Taxe von 7.200 Euro. Bei einem Restaurant mit 100 Gedecken kommen zusätzliche 1.440 Euro hinzu. Weiter wird der reale Verbrauch dann noch mit 6,65 Euro berechnet. Ein Durchschnittsbetrieb mit 26 Zimmern und 100 Plätzen im Restaurant zahlte in der Hauptstadt vor zehn Jahren knapp 2.000 Euro; heute sind es knapp 10.000 (vgl. Tabelle).
Die Regierung habe die Branche dabei in den Siebzigern über Fünfjahrespläne bei der Nachrüstung mit Bädern und Sanitäranlagen unterstützt und in den Neunzigern die Einrichtung von stark wasserabhängigen Wellness-Anlagen und Schwimmbädern gefördert. Hier versteht die Horesca die politische Logik nicht mehr.
Zu Demaart
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