Mit deutlichen Vorsprung holte sich der
Italiener seine erste Medaille, sie war gleich golden.
„Ich habe Bode Miller gesehen, der hat auch voll riskiert. Ich hab mir gedacht: So muss man heute fahren“, sagte Innerhofer. Denn bei den fünf Weltcup-Rennen gab es in diesem Winter auch gleich fünf verschiedene Gewinner.
Im Weltcup lag Innerhofer bislang in dieser Saison immer zwischen dem vierten und 27. Platz. Hannes Reichelt (Österreich) und Ivica Kostelic (Kroatien) konnten ihrerseits immerhin einen Sieg auf ihrem Super-G-Konto verbuchen. Mit 6/10 Sekunden Vorsprung gewann der einmalige Weltcup-Sieger vor dem Österreicher Hannes Reichelt und dem Kroaten Ivica Kostelic. „Während der Fahrt habe ich mir gesagt: Christof, Vollgas, dieses Rennen ist alle zwei Jahre. Du bist immer nur 80 Prozent gefahren, jetzt fährst du volle Pulle“, sagte der Südtiroler.
5/100 Sekunden hatten Innerhofer vor zwei Jahren zum WM-Edelmetall gefehlt, bei Olympia schrammte er um 8/100 an einer Medaille vorbei.
Titelverteidiger Cuche verlor schon im oberen Streckenstück viel Zeit und musste sich mit Rang vier begnügen. Andere Mitfavoriten wie Miller oder Walchhofer verspielten auf dem schwierigen Kurs durch Pech oder Fehler ihre Chancen. „Ich war gut unterwegs. Dann habe ich mit dem Arm touchiert. Das war so blöd, das hat mich aus der Spur gebracht“, sagte Miller. Der Kombinations-Olympiasieger verlor einen Stock und fuhr aufrecht ins Ziel. Umso bemerkenswerter, dass er so noch die zwischenzeitlich drittschnellste Zeit erzielte.
Zumindest kurzzeitig war es noch die drittbeste Zeit.
Selbst Bronzemedaillengewinner Kostelic, Führender im Gesamtklassement, stöhnte über die anspruchsvolle Aufgabe vor 10.000 Zuschauern. „Das war das schwierigste Rennen von allen Disziplinen, die ich je bestritten habe“, sagte der Kroate und der sechstplatzierte Romed Baumann (Österreich) fand die Fahrt auch nicht wirklich lustig. „Man kommt sich brutal beschissen vor. Vom Start weg völlig unruhig, du baust kein richtig gutes Gefühl auf.“
Österreichs Herren durften sich dank Reichelt, der die WM-Generalprobe in Hinterstoder gewonnen hatte, über die erste Speedmedaille seit 2007 freuen. Bei den Weltmeisterschaften 2009 waren sie ebenso wie bei Olympia leer ausgegangen.
Kostelic lässt unterdessen die Abfahrt und auch noch die Kombination aus, sagte der Kroate gestern. Drei Tage Pause, drei Tage Training – dann geht es für den WM-Riesenslalom zurück. Auch der Schweizer Carlo Janka erwägt einen Rennverzicht.
Ski alpin in Zahlen
Gold: Christof Innerhofer (Italien) 1:38,31 Min., Silber: Hannes Reichelt (Österreich) 1:38,91, Bronze: Ivica Kostelic (Kroatien) 1:39,03
4. Didier Cuche (Schweiz) 1:39,34, 5. Benjamin Raich (Österreich) 1:39,65, 6. Romed Baumann (Österreich) 1:39,79, 7. Carlo Janka (Schweiz) 1:40,03, 8. Werner Heel (Italien) 1:40,13, 9. Peter Fill (Italien) 1:40,34, 10. Adrien Theaux (Frankreich) 1:40,44
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