Der 23-Jährige gibt sich trotzdem kämpferisch und will als Fußballer
überzeugen, am liebsten am kommenden Samstag im Derby gegen den Escher Rivalen Jeunesse.
Sportlich machte Joël Kitenge in den letzten Monaten nur wenig von sich reden. Nicht weil seine Leistungen schlecht waren, sondern weil Geschehnisse neben dem Platz das Bild beherrschen, das viele Fußballzuschauer von Kitenge haben.
«Ich weiß, ich habe vieles gutzumachen. Die Leute haben viel Schlechtes über mich gehört und denken, ich würde nur Party machen. Das stimmt so nicht und das will ich in Zukunft beweisen», erklärt der Fola-Angreifer mit todernster Miene.
Sein Rauswurf aus der FLF-Auswahl, nachdem er 20 Minuten zu spät zum Trainingslager in Lipperscheid erschienen war, setzt ihm besonders schwer zu. «Ich werde kämpfen, um wieder zum Team zu gehören. Meine Antwort gebe ich auf dem Platz. Seit meinem Rauswurf sitze ich bei jedem Spiel der Nationalmannschaft auf der Tribüne. Nicht um mich bei Nationaltrainer Luc Holtz einzuschleimen, sondern um die Mannschaft zu unterstützen. Ich kann dem Nationalteam noch nützlich sein.»
Kein Handlungsbedarf beim Nationaltrainer
Der Nationaltrainer sieht im Moment jedoch keinen Handlungsbedarf und lässt Kitenge weiter schmoren. Zuletzt sah Holtz sich am 20. Februar die Partie zwischen Fola und dem F91 an. Was er dort sah, spricht nicht unbedingt für Kitenge. Kurz vor Schluss hatte er ein Handgemenge mit Düdelingens Sofian Benzouien.
«Ich weiß, dass ich im Moment zu oft die Beherrschung verliere. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Dazu gehört sicherlich, dass wir zurzeit so viel Pech haben und die anderen Teams am Ende immer die Lorbeeren ernten. In solchen Situationen bin ich aber Profi genug, um mich nach dem Spiel zu entschuldigen», versucht sich Kitenge zu erklären.
Sportlich stellt sich der Stürmer, laut eigenen Aussagen, ständig in Frage. «Zurzeit bin ich gut drauf. Besser als noch vor der Winterpause. Das Team und ich brauchen einen ‚déclic‘. Ich spüre, dass dieser Moment bald kommen wird. Am liebsten am kommenden Samstag gegen Jeunesse.»
Kitenge ist heiß auf das Derby und merkt auch, dass sich die Zuschauer mit diesem Spiel befassen: «Für die Leute ist das natürlich ein Gesprächsthema. Ein Duell mit großen Emotionen und von unserer Seite aus mit viel Motivation. Wir Spieler reden fast nicht drüber. Wir wollen einfach nur zeigen, wer der Chef in Esch ist, und das kann nur Fola sein.»
Keine Tore
Dass die «Doyenne» zwei Niederlagen seit Rückrundenbeginn auf dem Konto stehen hat, führt der 23-Jährige vor allem auf die mangelnde Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor zurück: «In Niederkorn haben wir acht Torchancen nicht genutzt. Und gegen Düdelingen haben wir gut gespielt und am Ende standen wir mit leeren Händen da. Der Mannschaftsgeist, unsere Einstellung und unsere Disziplin stimmen, es fehlt nur das nötige Glück.»
Trotzdem hat sich für den ehemaligen Nationalspieler die Situation bei seinem Verein verbessert, vor allem wegen des Trainerduos Cyril Serredszum/Jeff Strasser. «Das sind richtige Profis, das merkt man sofort. Sie wissen, wie man den Spielern das Selbstvertrauen zurückgibt. Ich bin ihnen dankbar.»
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können